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sind wir frei? Gedanken mit Mycs

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Als ich in Thailand war,

hat sich bei mir eine Szene für immer eingebrannt: wir waren auf einem Markt unterwegs. Dort gab es von Essen über Raubkopien irgendwelcher Designer alles – sogar Tiere (leider!). Wir stoßen auf einen Käfig mit kleinen süßen Welpen. Man hat ihnen die Stresssituation richtig angesehen.  Ein Welpe steckte mit seiner Schnauze im Gitter und schaute raus. Zwei kleine Rebellen rannten auf engstem Raum hin und her und bellten mit ihren Kinderstimmen, und noch einer saß hinten im Käfig, den Kopf zwischen zwei Pfoten vergraben, und schaute resigniert und depressiv vor sich. Was mich sehr zum Nachdenken angeregt hat, war die Tatsache, wie unterschiedlich die kleinen Tiere mit dieser Situation umgegangen sind.

Da ist es mir klar geworden – wir Menschen sind genauso. Trotz unserer Vernunft, die uns theoretisch die Freiheit gibt, mit einer Situation so umzugehen wie wir wollen, reagieren wir meist so, wie es uns die Grenzen unseres eigenen Charakters erlauben. Da wir aber Menschen, und keine Welpen sind, gelingt es uns in seltenen Fällen, an unserem Charakter zu arbeiten und ihn zu erweitern und zu überwinden. Aber selbst da frage ich mich – liegt vielleicht selbst die Fähigkeit, an sich zu arbeiten, jeweils im Potenzial und Charakter des Menschen? Als würde manch einer den Kampfgeist und einen starken Willen mitbekommen, und ein anderer nicht oder weniger. So nach dem Motto „Ich würde ja gerne wollen, aber ich kann nicht“.

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Was ist Freiheit? Ist es, zu tun und zu lassen, was man will?


Wie oft hast du zu dir gesagt: ich räume jetzt auf/ ich lerne jetzt/ ich bleibe nur eine Stunde/ ich trinke nur ein Glas und hast es nicht geschafft, dein Vorhaben zu realisieren? 

Oder hast widersprochen, obwohl du wusstest, dass der andere recht hat?

Warst du in diesen Momenten frei in deinen Handlungen?

Im allgemein verbreitetem Verständnis ist Freiheit die Möglichkeit, zu tun und zu lassen, was man will.

Im Laufe meines Lebens musste ich aber oft die Erfahrung machen, dass man nicht immer das tun und lassen kann, was man will – und zwar nicht immer nur, weil einen andere Menschen oder auch Umstände daran hindern, sondern, weil man sich selbst daran hindert.

Das würde heissen, die äusserliche Freiheit, selbst wenn sie uneingeschränkt wäre (was sie keineswegs ist) ermöglicht uns noch nicht zwangsläufig, so zu handeln, wie wir es wirklich wollen.

Ein drastisches, aber deutliches Beispiel sind Depressionen, die leider noch immer auf sehr viele Vorurteile stossen (wie viele andere Dinge, die nicht direkt greifbar sind und die viele Menschen nicht am eigenen Leib erfahren haben). „Er/sie ist doch bloss faul! Er soll sich zusammenreissen – das geht schon, wenn man es wirklich will!“

Da wäre auch schon der erste Knackpunkt. Wie frei ist jemand, etwas zu wollen? Inwiefern hängt es vom Charakter eines Menschen und von seinen bisherigen Erfahrungen ab, ob er imstande ist, etwas zu wollen? Oder wenn er es will – es auch tatsächlich auszuführen?

Noch ein Beispiel:

Nehmen wir an, A. und O. haben beide in ihrer Kindheit Gewalt oder schlichtweg wenig Liebe erfahren. Beide sind theoretisch frei, im Laufe ihres Leben diese Erfahrung zu verarbeiten, nach dem Hinfallen „aufzustehen, die Krone zu richten, und weiterzugehen“ (wie ein bekannter Spruch uns nahelegt, mit negativen Erlebnissen umzugehen). Was passiert aber in der Praxis? A. lernt aus seinen schwierigen Jahren, sich nicht von der Liebe anderer abhängig zu machen, er wird gerade wegen seiner Kindheit als ein gestärkter Charakter aus der Asche emporsteigen. O. schafft es nicht, mit dem Liebesmangel umzugehen, er hat die ganze Zeit das Gefühl, keine Liebe verdient zu haben und wiederholt dieses Muster sein Leben lang, obwohl seine eigentliche Sehnsucht und sein eigentlicher Wille es sind, geliebt zu werden.

Was ich damit sagen will – selbst bei gleichen oder ähnlichen Ausgangsbedingungen reagieren verschiedene Persönlichkeiten unterschiedlich. Kann man da noch von Freiheit sprechen oder sind wir alle Sklaven unseres eigenen Charakters?

Versteht mich nicht falsch, ich möchte niemanden entmutigen, der an sich arbeiten möchte oder etwas in seinem Leben verändern will. Das ist natürlich durchaus möglich. Genauso wenig will ich irgendwelche Mörder oder Kinderschänder damit rechtfertigen, dass sie nichts für ihre Natur können. Jeder von uns trägt Verantwortung für sich selbst und für andere, und sollte sich deswegen nicht auf seinem Charakter ausruhen oder damit alles entschuldigen.

Ich möchte nur, dass wir nächstes Mal vielleicht nicht zu vorschnell über andere Menschen und ihre Situationen urteilen, weil wir meinen, dass allein aus dem Grund, dass wir es im Leben „geschafft“ haben, es jeder andere auch könnte. Würde er denn nur genug wollen. Sondern dass uns bewusst wird – nicht jeder kann genug wollen. Nicht jeder kann die gleichen Entscheidungen treffen, wie wir es tun, und das macht weder uns zu besseren, noch ihn zu einem schlechteren Menschen.

 

Wir sollten uns mehr mit Menschen solidarisieren, die einen anderen Lebensentwurf haben, als wir, statt automatisch von uns auf andere zu schliessen oder gar überheblich zu werden, denn ja:

jeder Handlung geht eine Entscheidung voraus. Nur ist diese Entscheidung nicht immer frei, sondern ist oft ein Ergebnis vom Unvermögen, eine andere Entscheidung zu treffen. Und auch wenn wir das oft nicht glauben: so eine Situation kann jeden von uns treffen, und dann wollen auch wir Verständnis statt Verurteilung.


 

… aber die Freiheit gibt es trotzdem! Und zwar auf jeden Fall bei MYCS – denn dort kann man seine Möbel individuell gestalten und zusammenstellen! Farbe, Material, Form, Anordnung – alles kann man selbst entsprechend seinem Geschmack, seinen Bedürfnissen und seiner Lebenssituation aussuchen und anpassen!

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Im Rahmen der MYCS Campagne „Mein Stil, mein Design“  war das Team von Mycs bei uns zuhause

und hat ein tolles Video-Interview zum Thema Freiheit gedreht, welches gleichzeitig ein schönes Paar-Portrait von uns geworden ist! Darin spreche ich auch über meinen Einrichtungsstil, denn wenn man die Möglichkeit hat, sein Zuhause zu gestalten, ist es natürlich auch eine Art von Freiheit (wie allgemein jede kreative Beschäftigung). MYCS bietet nämlich Möbel an, die man selbst konfigurieren kann. Dabei kann man entscheiden, welche Grösse, Form, Tiefe, Aufteilung, Art von Holz und Farben seine neuen Lieblingsstücke haben werden. Über mein geliebtes MYCS Sideboard und wie es zu genau dieser Gestalt kam, habe ich hier schon ausführlich berichtet, und hier über unsere neue grüne Samtcouch!

 

Am Tag des Drehs waren wir beide etwas aufgeregt,

da insbesondere Martin nicht so viel Erfahrung damit hat, gefilmt zu werden (abgesehen von den Fällen, wenn er als Tänzer gefilmt wird). Aber als das vierköpfige Team da war und sich super nett und entspannt gegeben hat, hat sich die Aufregung gelegt und wir haben uns, passend zum Kampagnenthema, FREI gefühlt und uns einfach so verhalten, wie immer –  manchmal nachdenklich, immer bisschen verrückt und mit all unseren Macken, zu denen wir stehen, weil es ja so auf keinen Fall langweilig werden kann :D Wir haben philosophiert, getanzt, auf unsere neue Couch draufgesprungen, eine Kissenschlacht veranstaltet und ganz viel gekuschelt (was am Anfang übrigens vor laufender Kamera auch etwas gewöhnungsbedürftig war, haha)!

Für mich ist Einrichtung weit mehr als schöne Gegenstände, die Gemütlichkeit erschaffen. 

Es ist mein Weg, mir ein Safe Space zu schaffen, einen Ort, den ich mit Sicherheit, Geborgenheit und Selbstbestimmung verbinde.

Für Martin hat Einrichtung dagegen eher praktischen Charakter. Natürlich mag auch er schöne Dinge, aber wichtiger ist Komfort und Funktion.

Unter anderem erzählen wir in unserem Interview mit MYCS, wie wir mit diesen verschiedenen Einstellungen einen Kompromissweg gefunden haben, unsere Wohnung zu unserer beider Zufriedenheit zu gestalten, sodass wir uns beide maximal wohl fühlen.

 

 

Hier einige der Fragen, die wir im Interview beantwortet haben:

 

Was bedeutet Freiheit für euch?

Ihr seid zusammengezogen – inwiefern hat sich euer Interiorstil dadurch verändert?

Wie würdet ihr jeweils euren Interiorstil beschreiben?

Wie trefft ihr gemeinsam Interiorentscheidungen?

Warum habt ihr euch für ein grünes Samtsofa entschieden?

Ästhetik oder Funktionalität?

Was sind eure Tipps fürs Zusammenziehen?

Was ist euer Lieblingsmöbelstück bei euch zuhause?

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Unsere Möbelstücke von MYCS findet ihr hier:

 

Sideboard GRID

Stuhl STYNG

Ecksofa aus grünem Samt PYLLOW

Couchtisch ECLYPSE dreieckig

Couchtisch ECLYPSE rund 40 cm

 

Mein persönlicher Gutscheincode:

einfachesra2020

Betrag: 15% Rabatt (auf alle Möbel und momentane Rabattaktionen)


*in freundlicher Zusammenarbeit mit Mycs

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Kosmetik thoughts

thoughts: schönheitsoperationen

Stell dir vor, du könntest deinen selbst Körper gestalten, so wie du dein Outfit aussuchst. Ohne Grenzen, ohne Richtlinien. Was würdest du tun? Welche Augenfarbe, welche Haare, welche Figur würdest du nehmen? Für welche Körpergröße entscheidest du dich? Welche Gesichtsform?

Und die interessanteste Frage: würdest du dann noch wie du aussehen? Könnte man dich auf der Straße erkennen - oder würdest du dich selbst im Spiegel noch erkennen können? Etwas schmalere Nase hier, glattere /lockigere Haare da, symmetrischere Augen, markantere Wangenknochen, gebräuntere Haut... Man könnte die Liste ewig so weiterführen.

Denn Hand aufs Herz - wer ist mit seinem Äußeren so richtig richtig zufrieden? Wer ist mit seinem Körper ganz arg im Reinen, ohne versteckte Sehnsüchte und verdrängte Komplexe? Also ich - nicht, was aber nicht heißen soll, dass ich es gut finde, mit seinem Äußeren zu hadern. Ganz im Gegenteil!

Ich verabscheue unsere Schönheitsvorstellungen und das Diktat der Medien, die  uns zu Sklaven unserer unerfüllbaren Wünsche machen. Warum tun sie uns das an? Weil man einem komplett und kompromisslos zufriedenen Menschen nicht mehr Produkte in so einer unermesslichen Mengen verkaufen kann. Das ist das Unfaire dran. Unsere tiefsten Sehnsüchte und Wünsche werden benutzt und in "Kaufkraft", oder besser gesagt, Kaufzwang umgewandelt. 

Denn ja, auch Schönheit kann man kaufen - angefangen mit Make-Up-Produkten über Extensions oder dauerhafte Wimpernverlängerung und Botox bis hin zu Schönheitsoperationen. Unser Wunsch nach Liebe und Anerkennung macht uns zu einer einfach Beute für die Beauty- und Fashion-Industrie.

Ist es verwerflich, Make-up zu verwenden? Oder kritisch, mit dem Concealer die Augenringe abzudecken? Wie sieht es mit Waxing aus? Ist Haarentfernung per IPL vernünftig? Schließlich wachsen die entfernten Haare nie nach! Nägel lackieren ist auch etwas unnatürliches - denn von Natur aus sind unsere Nägel bekanntlich unlackiert. Sind Extensions Betrug? Was ist mit Photoshop-Bildbearbeitung? Mit Instagram-Filtern? Mit kaschierender Kleidung? Und wie steht es um Botox-Behandlungen (die sich ja nach paar Monaten zurückbilden)? Und schließlich - sind Schönheitsoperationen zulässig?

Wer anhand von meinen Fragen den Schluss zieht, dass ich gegen Schönheitsoperationen bin - irrt. Ich finde, Schönheitsoperationen sind eine wunderbare Möglichkeit, an sich etwas zu ändern, was einen richtig tiefgreifend stört. Ich bin dafür - aber nur, wenn man sich mit dem Thema wirklich kritisch auseinandersetzt. Wenn man sich bewusst macht, dass wir leicht zu Spielzeugen in der Hand der Industrie mutieren.

Klar wäre es am besten, am menschlichsten und am nachhaltigsten, wenn man "einfach" zu sich stehen und sich annehmen würde, wie man ist. Und ja, es sollte im Inneren passieren, und nicht über das Äußere. 

Da aber der Mensch eine Einheit aus Leib und Seele ist, wer will da das Innere vom Äußeren komplett und sauber trennen können? Was ist, wenn der Leidensdruck über das Äußere sich schon tief ins Innere eingegraben hat? 

Auch Feministinnen spalten sich bei diesem Thema. Manche sagen - beuge dich als Frau nicht dem Schönheitsdiktat der Gesellschaft! Steh dazu, dass du so bist, wie du bist! Andere hingegen (und ich gehöre dazu) erwidern: ich soll dazu stehen, dass ich bin, wie ich bin? Ok, dann tu ich das! Ich bin nunmal so, dass ich x und y seit jeher an mir hasse und die psychologische Ursache diesen Hasses werde ich wohl nicht mehr ändern können - und wenn es mir seit so vielen Jahren nicht gelang, meine Einstellung dazu zu ändern, dann möchte ich die Selbstbestimmung besitzen, über meinen Körper frei verfügen zu können, ohne dafür verurteilt zu werden.

Und wie steht ihr zu dem Thema? Würdet ihr an euch etwas machen lassen? Oder habt ihr schon Erfahrungen damit? 

photos: Irina

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thoughts

thoughts: selber schuld

Versagen, Jammern, lamentieren und verzweifeln ist heutzutage out. Komisch nur, dass die ganze Weltliteratur voll davon ist. Anscheinend gab es früher Menschen, die zu ihren Schwächen standen, sie als Teil des Lebens akzeptierten, und damit zwar kämpften, aber daraus auch ihre Inspiration schöpfen konnten.

Du Opfer!

Schwäche gilt im 21. Jahrhundert als uncool, was am besten durch das Schimpfwort "Opfer" zum Ausdruck kommt (Gottseidank gerät aber "Opfer-Shaming" immer mehr unter Kritik). Laut (zu) vielen Menschen ist jemand, der in schwere Lebensumstände gekommen ist, daran "selber schuld". Dabei gehen sie entweder von ihrer eigenen unversehrten Situation oder von ihrer eigenen positiven Lebenseinstellung aus, die ihrer Meinung nach ihr eigener Verdienst ist, für die sie aber in den meisten Fällen schlichtweg nichts dafür können. Es gibt noch die dritte Spezies, die weder unversehrt noch positiv eingestellt ist, aber den "Pechvögeln" trotzdem die Schuld für ihr Pech gibt - aus Gedankenlosigkeit oder aus Unwillen, den Unglücklichen ihr Unglück zu gönnen (richtig gehört, zu gönnen!) à la "Mir gehts auch nicht gut, mit mir hat auch keiner Verständnis, und trotzdem lasse ich mich nicht hängen und kämpfe". Nein. Auch wenn du selbst unglücklich bist und dagegen kämpfst, musst du einsehen - alle Menschen und alle Ausgangssituationen sind einzigartig. Nur weil keiner Verständnis und Mitgefühl für deine Situation hat, musst du diese Härte nicht auch noch an andere weitergeben. Auch du hast von vielfältigen Lebenswidrigkeiten nur eine theoretische Vorstellung und kannst nur bedingt beurteilen, wie es zu schwarzen Löchern im Leben eines anderen Menschen kommen kann.

#lifegoals

Lustigerweise wird aber auch den Menschen, die in "glückliche", oder sagen wir mal, optimale Zustände hineingeboren werden, oft zugeschrieben, dass sie selbst für ihr Glück gesorgt haben. Die Reichen und Schönen dieser Welt rühmen sich mit Stärke und Willen und wenn man sie fragt, wie sie zum Erfolg kommen, sagen die Ehrlichen und Reflektierten unter ihnen "Ich hatte viel Glück", und diejenigen, die nach Wertschätzung lechzen oder aber einfach nur hohl sind, brüsten sich mit "harter Arbeit". (Natürlich ist harte Arbeit auch mit ein Bestandteil des Erfolgs, aber eher eine Voraussetzung als der einzige Grund!).

Haben wir unser Schicksal tatsächlich in der Hand?

"Selbst schuld" ist so eine Sache. Ob der Mensch tatsächlich einen freien Willen besitzt, wird in der Philosophie seit eh und je heiß diskutiert, und zwar ohne ein eindeutiges Ergebnis. Ob ein Mensch den Willen und die Kraft zur Veränderung besitzt, hängt nämlich von mannigfaltigen Umständen ab. Die Negativität entwickelt oft eine Eigendynamik, und dann kommt es auf die Mentalität des Betroffenen an. Manche haben von Geburt an einen Kampfgeist, während andere höchstens mit ihren Selbstzweifeln und Schuldgefühlen kämpfen, aber nicht mit schweren Lebensumständen. Ob man das auf Knopfdruck einfach ändern kann, wenn man zu hören bekommt "du bist selbst Herr deines Schicksals", ist höchst fragwürdig. Auch gibt es tatsächlich so etwas wie psychische Krankheiten, für die man genauso viel kann, wie beispielsweise für einen gebrochenen Fuß. Die Gratwanderung von "zu faul" über "nicht einsichtig" bis "krank" ist sehr fein und muss mit Vorsicht betrieben werden, stattdessen platzen viele Menschen wie ein Elefant in einen Porzellanladen in die Be- und Verurteilung rein, mit ihrer Überzeugung, es besser zu wissen, als einziger Berechtigung.

Was ich damit sagen will: wir haben viel weniger Einfluss auf unser Leben, als uns suggeriert wird. Wenn ich überlege, warum uns von allen Seiten zugesichert wird, dass wir alles können, wenn wir es nur wollen, habe ich das Gefühl, dass dieser Leitsatz wie ein großes Betäubungsmittel über das ganze Volk gegossen wird, damit man meint, man wäre selbstbestimmt. Denn wer sich selbstbestimmt fühlt, hat keinen Drang  mehr, sich zu befreien und ist leicht lenkbar. Mit anderen Worten: ein Sklave, der meint,  er wäre frei, wird nicht rebellieren.

Schwäche zulassen für ein besseres Miteinander

Es gibt einen Satz "Teile und herrsche". Wenn sich die Gesellschaft in "Gewinner" und "Verlierer" spaltet, ist sie leichter lenkbar. Wenn sie dagegen zusammenhalten würde, wäre sie auch immuner gegen Manipulation und könnte sich leichter gegen Missstände wehren. Die "Starken", die aus welchen Gründen auch immer Glück hatten und ihre Fähigkeiten anwenden und ausbauen konnten und sie angemessen entlohnt bekommen, fühlen sich den "Schwachen", die diese Möglichkeiten nicht hatten, überlegen und betrachten sie von oben herab mit Schadenfreude à la "Diese Assis/Hartz4-Empfänger/Ausländer etc haben es nicht besser verdient, denn sie sind selber schuld" ohne zu merken, dass sie damit sich selbst zu äußerst manipulierbaren Staatsbürgern und Arbeitskräften katapultieren. 

Man könnte natürlich auch meinen, dass "Die Starken" es ja auch gar nicht nötig haben, zu rebellieren, weil ihr Leben ja gut verläuft und sie kein Problem damit haben. Aber erstens: drei Viertel von ihnen haben tatsächlich ein Problem, allerdings ohne es zu reflektieren: sie lassen sich ausbeuten und sind sich dabei sicher, dass sie das freiwillig tun, um sich zu "verwirklichen". Das vierte Viertel besteht aus den Ausbeutern selbst - und die haben tatsächlich in dem Sinne kein Problem, aber: sie handeln nicht human. 

Für die moralische Notwendigkeit, human zu handeln, gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis. Das muss jeder für sich entscheiden. Allerdings hat sich die Menschheit mal gerühmt, sich von der Tierwelt nicht nur durch ihren Verstand abzuheben, sondern auch durch die Fähigkeit des Miteinanders trotz fehlenden Vorteils. Dieser Schritt Richtung Menschsein will von vielen erst gemacht werden.

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Lifestyle thoughts

„Pille? Ach komm, stell dich nicht so an!“

Nein, ich bin nicht zum Dr. Sommer mutiert. Trotzdem geht es hier heute um ein ziemlich intimes Thema, welches ich aber so wichtig finde, dass ich mich entschloss, hier darüber zu schreiben. In letzter Zeit höre und lese ich im Zuge des neuen Feminismus, dass Frauen immer öfter die Einnahme der Pille verweigern oder dazu stehen, dass ihnen diese Art der Verhütung suspekt ist. Noch vor 10 Jahren war ich gefühlt die absolut EINZIGE, die so dachte und musste deswegen so einiges ertragen. Ich dachte - mit mir stimmt was nicht, denn alle anderen verhüten mit der Pille und nehmen all die Nebenwirkungen in Kauf oder haben gar kein Problem damit.

Jetzt, wo das Thema langsam öffentlich wird, erkenne ich, dass ich nicht alleine bin und sehe das, was ich damals schon ahnte - dass das Thema Pille von der Gesellschaft maßlos verharmlost wurde und immer noch wird.

die Pille und ich

Es gibt eine Sache in meinem Leben, die ich instinktiv immer verteidigt und durchgezogen habe - nämlich meine tiefe Abneigung gegen die Pille. Ja, ich habe noch nie hormonell verhütet. Ich komme aus Rußland - dort war die Pille zu meiner Zeit noch nicht so weit verbreitet, wie hier. Als ich mit 13 Jahren nach Deutschland kam, war das bei uns zuhause deswegen irgendwie nie wirklich Thema, was auch noch dadurch begünstigt wurde, dass ich meinen ersten Freund erst mit  20 hatte. Irgendwann wurde das Thema dann doch zu einem Problem - für ihn. Und genau das sollte mir in meinen folgenden Beziehungen immer wieder passieren. Die Herren der Schöpfung haben alles versucht, um die lästigen Gummis loszuwerden - was ich ja irgendwo auch nachvollziehen kann. Was ich dagegen nicht nachvollziehen kann, ist die Tatsache, dass meine Partner es auf jede erdenkliche Art und Weise versuchten, mir die Pille schmackhaft zu machen.

"Ach komm, warum muss die Pille ausgerechnet bei dir Nebenwirkungen haben?"  -

"Du bist zu negativ eingestellt"  -

"Stell dich nicht so an, du machst ja ein totales Drama draus"  -

"ALLE Frauen nehmen die Pille"  -

-  das waren die "Argumente", die ich mir anhören musste.

was machen Hormone mit uns?

Die Sache war die: mir war der Gedanke äußerst unangenehm und suspekt, dass ich Hormone schlucken muss, obwohl ich gesund bin und mit meinem Zyklus und auch sonst alles stimmte. Bei manchem chronischen Krankheiten (wie z. B. Endometriose, die übrigens ziemlich schwer zu diagnostizieren ist) braucht man die Pille aus Therapiezwecken. Aber wenn alles in Ordnung ist?..

Seit klein auf wusste ich, dass Hormone die mitunter wichtigsten Regulatoren des Körpers sind. Sie regeln alles Mögliche: vom Haarwachstum über Gewicht bis hin zu Libido, Euphorien oder Depressionen und viel viel mehr. Jede Frau, die ihre Tage hat, merkt ganz direkt den Einfluss der Hormone auf ihre physische Befindlichkeit und oft auch auf ihre Stimmungslage.

Erschreckenderweise bekommen Teenager die Pille als "Allheilmittel" gegen Akne, Regelschmerzen etc angepriesen - Nebenwirkungen werden oft nur am Rande erwähnt, wenn überhaut! Hier ist ein toller Artikel zum Thema "Anti-Baby-Pille ist kein Lifestyle-Produkt".

was hat die Pille mit Feminismus zu tun?

Habt ihr euch schon mal die Frage gestellt, warum sich immer nur Frauen um die Verhütung kümmern müssen (hier ein etwas überspitzter, aber leider wahrer Artikel dazu)? Ich denke, in den letzten Jahren ist es etwas besser geworden, allerdings gibt es noch keine vergleichbare hormonelle Verhütung für den Mann.

Die unausgesprochene Begründung lautete bis jetzt: Frau kann Kind kriegen - Frau hat Problem. Mann kann sich aus dem Staub machen - Mann hat kein Problem... Klar, so richtig "aus dem Staub machen" geht nicht ganz - viele Väter müssen Alimente zahlen. Aber ihr wisst, was ich meine - es ist immer noch die Frau, die das Kind austrägt, zur Welt bringt und dann mehr oder weniger jahrelang 24 Stunden am Tag um sich hat, um das vereinfacht auszudrücken.

Ich sehe durchaus einen Zusammenhang zwischen der Tatsache, dass hormonelle Verhütung bisher der Frau überlassen blieb, und der Unterdrückung der Frau. Früher war es einfach so, dass die einzige Verhütung quasi die Enthaltsamkeit war. Heißt - Sex gab es erst nach der Heirat, und dann ging es aber los - ein Kind kam nach dem anderen. Deswegen waren die Frauen erstmal froh, als es die Pille gab - denn sie bedeutete die Möglichkeit zur Selbstbestimmtheit der Frau. Allerdings scheint es die Pharma-Industrie und damit die Gesellschaft kaum zu interessieren, dass durch die Pille gravierende gesundheitliche Schäden und Risiken entstehen, solange es um die Frau geht. Die Forschung an einem hormonellen Präparat für Männer wurde allerdings eingestellt, als Männer sich über Nebenwirkungen wie Depressionen, Libido-Störungen und Gewichszunahme beschwerten.

Fazit

Die gesundheitlichen Risiken der Pille dürfen nicht verharmlost werden - weder durch Männer, noch durch die Frauen selbst. Wer kein Problem mit der Pille hat - bitteschön. Allerdings berechtigt das meiner Meinung nach noch nicht zur Einstellung, dass es "normal" und völlig unbedenklich ist, schon kurz nach der ersten Periode mit der Pille zu beginnen. Der weibliche Körper und auch die Psyche sind zu dieser Zeit noch bei Weitem nicht fertig ausgebildet, und so bekommen ganz viele Frauen nie die Möglichkeit, ihren eigentlichen Körper und ihre eigentliche, ursprüngliche Psyche kennenzulernen. Einige Frauen meinen, sie würden genetisch zu Depressionen oder Gereiztheit neigen, dabei kann das an den Hormonen liegen. Viele stellen erst fest, dass sie in Wirklichkeit die ganzen Jahre durch von der Pille beeinflusst und geformt wurden, als sie diese absetzen.

Auch Langzeitschäden sind bisher nicht genug erforscht worden. Es muss mehr passieren - es muss Alternativen für Männer geben und neue Methoden zugelassen werden. Bis dahin sollten beide Geschlechter mehr Toleranz und Interesse zeigen und es ohne Wenn und Aber respektieren, wenn Frauen eine Abneigung gegen die Pille haben.

Sehr empfehlenswert zu dem Thema - dieser Artikel!!

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Leben Lesen

Liebe?

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„Tatsächlich hat man uns so erzogen“, fuhr Thibault lebhaft fort. „dass wir auf die kleinen und großen Frustrationen, die mit einer festen Beziehung verbunden sind, nicht vorbereitet wurden.“
„Meinst du wirklich?“, fragte Jean-Robert.
„Klar, zum Beispiel ist die leidenschaftliche Liebe total aufgewertet worden. „
„Du meinst, wir erliegen alle der Idee der Amour fou, des Nicht-voneinander-lassen-Könnens, der gegenseitigen sexuellen Anziehungskraft?“
„Wenn du es so nennen willst … Aber jeder weiß doch, dass die Liebe nicht ewig nach diesem Prinzip funktionieren kann.“
„Das ist leider wahr“, meinte Jean-Robert; er goss sich Wein nach und füllte auch Uliks Glas von Neuem.
„Und dann werden wir sehr früh ans Alleinsein gewöhnt. Die meisten jungen Leute ziehen bei ihren Eltern aus und leben ein paar Jahre allein. Sie nehmen die Gewohnheiten eines ungebundenen Lebens an; Sie machen, was sie wollen und wann sie es wollen, und hinterher fällt es ihnen umso schwerer, die Kompromisse eines Lebens zu zweit zu ertragen.“
„Ach“, sagte Jean-Robert, „es macht aber auch solchen Spaß, auszugehen, wann immer man möchte. Oder zu frühstücken, ohne reden zu müssen…“
„Siehst du, viele Frauen würden das Gleiche sagen. Und wenn man Kinder hat, gilt das alles erst recht. Um ein Kind muss man sich Tag um Tag kümmern, und auch dabei muss man fähig sein, Enttäuschungen wegzustecken und sich Zwängen zu unterwerfen, man darf den eigenen Bauchnabel nicht zum Zentrum der Welt machen – kurz und gut, man muss Opfer bringen. Und dazu sind wir immer weniger imstande.“
Ulik begann zu begreifen: In der Gesellschaft der Kablunak (Franzosen) war die Freiheit jedes Einzelnen ein hoher Wert, und so ertrugen viele Männer und Frauen den Freiheitsverlust, der mit dem Heiraten oder Kinderkriegen verbunden war, nicht mehr. Also hörten die Leute auf zu heiraten oder trennten sich bald wieder, und nur noch wenige wünschten sich Kinder. Vielleicht würden sie eines Tages ein ebenso kleines Häufchen werden wie die Inuit?
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Das ist ein Auszug aus dem Buch „Im Durcheinanderland der Liebe“ von Francois Lelord. Ich habe das Buch noch nicht gelesen, nur diesen Auszug gefunden. ich muss sagen, das bringt es, meiner Meinung, genau auf den Punkt.
Außerdem ist es eh ein Thema, was mich zur Zeit etwas beschäftigt.
Noch dazu kommt, dass ich krank geworden bin und mit Halsschmerzen, die mir die Kehle durchzuschneiden scheinen, zuhause bleiben muss. Also weiß ich nicht genau, wann ich wieder einen Outfitpost schaffe…
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Was denkt ihr darüber??

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