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Interview

Lifestyle thoughts

LIFE UPDATE: vom zusammenziehen, gemeinwohl und einem gewissen virus

Ok, wow.

Das letzte „life update“ hatte ich im Oktober online gestellt, also noch im letzten Jahr! Seitdem hat sich so Einiges getan, das könnt ihr euch ja eh schon denken. Aber eigentlich hat sich so einiges mehr getan als das, was alleine dem zeitlichen Abstand geschuldet werden könnte. Denn manchmal passiert in 5 Jahren nicht so viel, wie in diesen 5 Monaten.

Schönster Spaziergang

Im Oktober habe ich einem Menschen aus dem „Jetzt“ mein „Damals“ gezeigt. Wenn man in seinem Leben öfter den Lebensort wechselt, bleiben die Erlebnisse, die einen prägen, im Gedächtnis – und dort zurück, von wo man wegzieht. Man zieht irgendwohin, wo Menschen verankert sind, wo ihre Erinnerungen um sie herum schlummern, statt ausschließlich vergilbte Papierseiten in ihrem Kopf zu sein.

Mit anderen Worten – mein Freund Martin ist mit mir nach München gefahren und ich durfte ihm endlich ein Stückchen meiner Vergangenheit zeigen. Die Orte, wo ich gelebt, studiert, gefeiert, geliebt, Fehler gemacht hatte und erwachsen geworden bin.

Der schönste Ausflug war der zum Tegernsee mit Martin und Peter. Wie glücklich mich das machte! Es gibt absolut nichts Nährenderes für meine Seele, als wenn zwischen meinen geliebten Menschen Harmonie herrscht. Im Umkehrschluss – es gibt nichts Schlimmeres für mich, als wenn zwei meiner Lieben miteinander überhaupt nicht können. Von meiner Geburt an bis zu meinem siebten Lebensjahr, als meine Eltern sich trennten, bestand meine Kindheit ausschließlich aus Streit und Gewalt  – und das zwischen den zwei Menschen, die ich am meisten geliebt habe. Das hat mir jeden Tag aufs Neue das Herz gebrochen – bloß war es mir damals nicht bewusst, denn die Kinder hinterfragen nichts. Sie sind unbeschriebene Blätter, die ihr Leben erstmal so hinnehmen, wie es nunmal ist, denn sie wissen nichts von einem anderen möglichen Leben. Dennoch leiden sie und es prägt sie, und erst im Erwachsenenalter wird ihnen bewusst, wie sehr.

Der Tag am Tegernsee hat mein Herz mit ein paar Pflastern versorgt.

Moving in together

Anfang Oktober 2019:  meine Mitbewohnerin teilt mir mit, dass sie am 1. Dezember auszieht.

Mitte Oktober: Martin und ich entscheiden, dass er am 1. März zu mir zieht.

November: nach 5 Wochen Wartezeit voller Bangen erhalten wir die Zustimmung des Vermieters.

Dezember: übergangsweise zieht eine Untermieterin ein. Es beginnt eine spannende, aber anstrengende Zeit, in der Martin und ich zwischen Nervosität und Vorfreude hin- und herschwanken. Martins Art, umzuziehen, bringt mich in den letzten Tagen vor dem Umzug an meine Grenzen – zwei-drei Wochen vor dem Umzug fängt er schon an, die ersten Sachen einzupacken und zu mir zu bringen. Erst drei, dann sechs, wenige Tage später zehn Kisten stapeln sich in meinem, bald unserem Flur. In der Woche vor dem eigentlichen Umzug kann man kaum noch durchlaufen, zu den Kisten kommt ein großer eingerollter Teppich, ein Wäschekorb voller Küchenutensilien und ein metallischer Schuhständer für Tausendfüßler dazu. Auch in meinem Zimmer steht unvermittelt unser neuer riesiger Couchtisch mit Nussbaumfurnier, der an ein Surfbrett erinnert.

28. Februar: Martin bringt die letzten Sachen zu mir und es wird nochmal emotional, als wir ein nostalgisches Video für meine Insta Story mit dem Inhalt „Martin fährt noch ein letztes Mal nach Hause, bevor wir ein gemeinsames Zuhause haben“ aufnehmen.

1. März: plötzlich geht alles ganz schnell, denn hehe, es müssen nur noch die Möbel transportiert werden, alle Sachen sind ja schon da.

Heute: was soll ich sagen – wir wohnen seit drei Wochen zusammen und es fühlt sich schön an! Besonders gut tut mir, dass man sich am Abend nicht mehr verabschieden muss, weil beide da bleiben <3

o ja:

Ich besuchte Peter in München. Diese Reise buchte ich schon vor zwei Monaten und gerade in der aktuellen Situation wollte ich auf keinen Fall absagen. Ich bin so froh, dass wir in dieser seltsamen, befremdlichen und absolut verrückten Zeit eine Woche zusammen verbracht haben und uns Trost und Wärme gespendet haben!

gegessen:

wie wohl alle – viiiiiiel Selbstgekochtes! Und ich habe noch viel mehr vor! Alle Rezeptideen, die in den Tiefen meines Smartphones schlummern, werden nun umgesetzt und hoffentlich auch für den Blog geshootet! Früher habe ich meine Food-Kategorie regelmäßig mit neuen, einfachen und vegetarischen Rezepten befüllt und sie kam auch immer sehr gut an bei euch <3

Herzens-Empfehlung:

„Jung&Naiv“! Peter hat mir eine Folge gezeigt, als ich in München war, und zwar die mit Christian Felber über Gemeinwohl-Ökonomie. Dieses Interview hat mich so unglaublich aufgewühlt, beeindruckt und beschäftigt, wie schon lange nichts mehr. Endlich mal keine verbitterten Kabarettisten, die an den Fakten zerschellen, sondern eine positive und starke Perspektive für die bessere menschliche Co-Existenz mit einigen praktischen Umsetzungsideen.

Ich habe mich schon so lange gefragt: warum haben wir momentan zwar das beste uns bekannte Regierungssystem haben – nämlich die Demokratie –  sie aber immer wieder an den ihren eigenen Werten vorbeischrammt? Demokratie hat ja zum Ziel, den Willen des Volkes umzusetzen. Woran liegt es, dass dieser Wille so oft missachtet wird? Dass die Parteien Dinge versprechen, die sich nicht mal ansatzweise halten können oder wollen? Und vor allem: wäre es denn möglich, das Ganze anders anzugehen? Was genau müsste man ändern, damit die Demokratie so funktioniert, wie es eigentlich mal vorgesehen war?

In der oben genannten Jung&Naiv Folge bekommt man endlich Antworten auf diese Fragen, Antworten, die mir nicht nur einleuchten, sondern mich mitten ins Herz getroffen haben. Weil es nämlich auch darum geht, worauf es im Leben wirklich ankommt. Aber schaut es euch selbst an! <3

 

 

Corona Wahnsinn

 

Stichwort: Entschleunigung. Und zwar ohne Gewissensbisse! Normalerweise kostet es gerade als Selbstständige unglaublich viel Mühe, sich freizunehmen und einfach mal GAR nichts zu tun. Und selbst wenn das gelingt, hat man mit schlechtem Gewissen zu kämpfen und kann es nicht hunderprozentig genießen, denn EIGENTLICH hätte man ja noch dies und das und jenes zu erledigen. Deswegen empfinde ich die Zeit trotz der absolut verrückten Umstände als sehr angenehm, dass man quasi gezwungen ist, Freizeit zu haben. Außerdem sieht man, was alles an gesellschaftlichen Änderungen möglich wird, wenn es sein MUSS. Plötzlich fliegen keine Flugzeuge mehr, die Menschen können nicht ständig konsumieren etc – also passieren plötzlich Dinge, die der Umwelt und unserem Inneren eigentlich gut tun, aber die wir perverserweise als Beraubung unserer Möglichkeiten empfinden und deswegen ohne Corona niemals freiwillig aufgegeben hätten.

Die andere Seite der Medaille: wir befinden uns in einer Ausnahmesituation – ob sie echt oder fake, Zufallsprodukt oder beabsichtigt ist. Wir bekommen gerade das, was wir verdienen – nicht der Einzelne, sondern wir als Menschheit. Wir bekommen die Auswirkungen unserer Finanzpolitik zu spüren – die Gelder sind radikal falsch verteilt und das Finanzsystem plustert sich auf, bis es platzt – unter fahrlässigster Vernachlässigung des Gesundheitssystems. Eines ist klar: unter dem Schutz des Notstands werden Dinge durchgewunken, die sonst nicht möglich wären – unter allgemeiner Billigung, wie immer „für die eigene Sicherheit“: Versammlungsrecht ist gestrichen, allgemeine Überwachung inkl. Datensammlung und örtliches Tracking per Handy ist vielerorts erwünscht. Wenn wir das Ganze frei Schnauze weiterspinnen: es könnte zu einer Abschaffung von Bargeld oder Zwangsimpfungen führen.

Was man tun kann: sich AUF KEINEN FALL von blinder Angst leiten lassen und alles billigen, was diese Angst zu minimieren verspricht. Sondern die Veränderungen differenziert betrachten. Das ist auch unsere Verantwortung als Bürger!

 


NEW IN: INTERIOR

Schon vor der Quarantäne haben wir uns sehr intensiv mit dem Thema „Zuhause“ auseinandergesetzt, aus dem einfachen Grund, weil Martin am 1. März zu mir gezogen ist. Deswegen haben wir nun in dieser Zeit, wo man sehr viel zuhause ist, nicht mehr so viel zu tun, wie die meisten anderen Menschen. Wir haben nämlich schon Wochen vor der Quarantäne alles Mögliche aussortiert und eingeräumt :)

  • YEAH nach über dreieinhalb Monate Wartezeit kam ENDLICH unsere neue Couch an (der bald ein eigener Blogpost gewidmet wird) und stellte sogleich das ganze Zimmer auf den Kopf! Sie ist aus Samt, in einem schönen Tannengrün, und sie ist echt bequem, aber sooo ausladend, dass wir eventuell den Kleiderschrank verschieben müssen, um dieses Ungetüm von einer Couch wirken lassen zu können.

 

  • schon länger wünschte ich mir Pampasgras. Jetzt bestellte ich mir 3 Stiele bei Etsy online und stellte sie in einer große Vase aus durchsichtigem Glas. Sieht edel aus und strahlt trotzdem eine gewisse Wärme aus! Ich liebe es!

 

  • ein kleines Vintage-Tischchen durfte bei mir einziehen. Genau darauf steht jetzt die Vase mit dem Pampasgras :D

 

  • vor ca 4 Wochen haben wir einen großen Ikea Abstecher gemacht und endlich alles besorgt, was uns noch fehlte, unter anderem ein paar schöne Lichtquellen und einen Einlegeboden für unseren großen Pax-Raumwunder-hier-kommt-alles-rein-was-man-eventuell-braucht-aber-nicht sehen-soll-Schrank. Diesen habe ich dann auch komplett ausgeräumt und neu sortiert, sodass ich nun tatsächlich alles auf Anhieb finde :D Fühlt sich gut an!

 

  • und last but not least: mein Traum von einem großen, schönen Makramee ist in Erfüllung gegangen! Mein tiefster Dank geht an die liebe Lysann <3 Es ist GENAU so geworden, wie ich es mir gewünscht hatte!!!

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Blogwatching Leben

10 Fragen an: Vickie von Freedrinkshain <3

Wir, die berüchtigte Generation Y (ich zähle mich jetzt mal dazu), stehen gerne im Mittelpunkt.

Wir beantworten viel lieber Fragen – zu unserer Person, zu unseren Vorlieben, zu unseren Meinungen – als welche zu stellen. Denn wer Fragen stellt, muss auch mal die Klappe halten und dafür die Ohren spitzen und seine Meinung, die schneller im Kopf aufploppt, als man „Meinung“ sagen kann, mal kurz hintanstellen. Sich für das Gegenüber öffnen. Und genau das ist irgendwie out. Ja, es kommt schon mal vor, dass wir Interesse für etwas zeigen, was nicht wir ist – aber meist dann, wenn wir aus der Situation irgendeine Art von Nutzen erhoffen. Und bei der sonderlichen Spezies, die sich „Modemenschen“ schimpft, ist das beschriebene Phänomen sogar noch viel öfter anzutreffen. Das alles ist gar nicht bös gemeint – diese Verhaltensweise ist ja auch verständlich und legitim, denn wer heute nicht auf sich selber Acht gibt, kommt schnell unter die Räder der Gesellschaft. Wer nicht laut „Ich“ schreit, wird oft gar nicht mehr gehört. Und trotzdem tut es auch mal gut, dem eigenen Redefluss Parole zu bieten (hehe), indem man hinhört. Indem man still wird und die Gabe der Sprache dafür einsetzt, etwas über den Anderen zu erfahren und dabei im besten Fall selbst etwas zu lernen!

Deswegen war ich sofort begeistert von Vickie´s Idee, eine Blogreihe zu starten, in der der jeweilige Blogger einer anderen Person zehn Fragen stellt.

Warum nur zehn? Ach, das ist knackiger und liest sich besser, als beispielsweise ein ganzes Interview – schließlich ist ein weiteres Merkmal von der Generation Y – eine kurze Aufmerksamkeitsspanne ;)


Los geht es heute mit einer Person, die ich nicht nur liebgewonnen habe, sondern auch als kreatives und reflektiertes „Brain“ sehr schätze – Vorhang auf für Vickie!

Und hier geht es zu ihren 10 Fragen an mich! KLICK!


 1

Winter, Sommer, Frühling oder Herbst?

Ich bin ein Sommerkind und definitiv für Sommer! Diese Leichtigkeit, die Tatsache dass es lange hell ist und Nächte, in denen man noch im T-Shirt durch die Straßen ziehen kann – ich liebe das! Aber auch der Herbst ist wunderschön, ich mag dieses melancholische Gefühl von Abschied, von einer endenden Zeit und natürlich den Geruch von feuchtem Laub. Außerdem kann man im Herbst die besten Klamottenkombinationen tragen. Ich finde auch die Vorstellung von einem Winter sehr schön, wenn Schnee liegt und man sich irgendwo im Warmen vor einem Kamin auf einem Bären-Kunstfell räkeln kann. Die Realität ist aber meist eher: Dunkelheit den ganzen Tag und der Versuch bei Minusgraden zu überleben. Der Horror, auch kleidungstechnisch!

2

Was regt dich im Alltag am meisten auf?

Das Erste was mir dazu einfällt, sind Menschen und öffentliche Verkehrsmittel. In Berlin hat irgendwie keiner verstanden, dass man die Leute erst aus der Bahn aussteigen lassen muss, bevor man rein geht. Stattdessen drängeln sich immer alle vor den Bahntüren, um für sich ja schnellstmöglich den besten Platz zu ergattern – und zwar ohne Rücksicht auf Verluste. Ich kriege da jedes Mal die Krise. Generell regen mich im Alltag Menschen auf, die nur stur geradeaus an sich (und ihren Vorteil) denken und nicht auf andere achten.

3

Warst du als Kind lieb oder bockig?

Also ich weiß nicht was meine Mutti dazu sagen würde, aber ich behaupte mal ich war ein äußerst artiges Kind! Wobei vielleicht ein rebellierendes Kind für die spätere Persönlichkeitsprägung nicht allzu verkehrt gewesen wäre. Aber ich hab immer ganz anständig das gemacht, was mir befohlen wurde, war leise, wenn ich nichts sagen sollte (Stichwort „Die Erwachsenen unterhalten sich gerade“ uääh) und hab im Supermarkt nie um Süßigkeiten gebettelt. Wenn ich mal bockig war, hab ich das im Stillen mit mir alleine ausgetragen und das mach ich heute immer noch so.

4

Gibt es eine Farbe, die du niemals tragen würdest?

Braun, Rot, Orange und Gelb gehörten jahrelang zu diesen Kandidaten. Ich war immer eine von den „Schwarz-bis-es-was-Dunkleres-gibt“-Personen. Aber seit man das als „Berlin Style“ deklariert und es sich zum Trend entwickelt hat, bin ich genervt davon. Ich liebe Schwarz und Grau immer noch sehr, bin aber gerade dabei mich der textilen Farbwelt gegenüber zu öffnen. Neulich habe ich echt ein süßes gelbes Kleid anprobiert, hatte aber nicht die Kohle um es zu kaufen und außerdem habe ich ja jetzt einen fetzigen Korallfarbenen Pulli, den ich sehr liebe und von dem du auch coole Fotos gemacht hast! :)

5

Experimentierst du gerne mit deinen Haaren?

Nicht mehr. Von 13 bis 19 hatte ich gefühlt jede Woche eine andere Haarfarbe, es war alles dabei. Dann folgten acht Jahre pinke Haare. Oft habe ich auch mit den Schnitten rumexperimentert, aber weil ich mich da in der Vergangenheit so übertrieben ausgetobt habe, hab ich mittlerweile einfach nur noch Bock auf schnödes Naturhaar. Aber vielleicht kommt der Veränderungsdrang ja irgendwann wieder.

6

Was fehlt noch in deiner Garderobe?

Puh, schwere Frage. Eigentlich nichts, aber dennoch irgendwie voll viel: eine Chanel Tasche natürlich, höhö. Also im Grunde genommen habe ich alles – wir alle besitzen wohl mehr als genug! – aber manchmal verleitest du mich mit deinen süßen Streifen-Röcken zum Kaufen! Was mir tatsächlich fehlt, ist ein wirklich schickes, perfekt sitzendes Kleid, in dem ich gleichzeitig elegant und super sexy aussehe! :D

7

Ist die jemals langweilig? Wenn ja – was machst du dagegen? 

Nö, ich kann mich echt nicht daran erinnern, wann ich mich zum letzten Mal in meinem Leben gelangweilt habe. Ich bin immer mit irgendwas beschäftigt.

8

Wohin würdest du ziehen?

Natürlich nach Brighton in England! Für mich ist das nicht nur irgendein hübscher Ort an der britischen Küste, für mich ist das einfach Heimat. Ich komme dahin und fühl mich einfach, als wäre das „mein Zuhause“. Kennst du vielleicht von deinen Berlin Besuchen hier, hihi.

9

Womit kann man dich trösten, wenn du traurig bist?

Traurigkeit mach‘ ich auch am liebsten mit mir selber aus, ich glaube viele Menschen um mich herum wissen gar nicht wann und wie viel ich traurig bin. Was mich dann am allermeisten tröstet und wieder aufpäppelt, ist meine Lieblingsmusik. Es gibt so viele Lieder, in deren Texten so viele Wahrheiten über das Leben stecken, das hilft mir immer.
Sollte es doch jemand von außen versuchen: eine Umarmung und ein Becher Eis bitte. Und dazu mit Unsinn auf andere Gedanken bringen, das dürfte gut funktionieren, denke ich.

10

Wie definierst du „Style“?

Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen platt, aber Style ist für mich eine gewisse Einzigartigkeit und die Attitüde. Du kannst eine Balenciaga Tasche tragen, aber wenn du von innen nicht ausstrahlst, dass du eine Balenciaga Tasche trägst, dann sieht die auch nur aus wie eine Tasche. Andere Menschen mögen das anders sehen, aber nur teure Marken zu besitzen macht meiner Meinung nach noch lange keinen guten Stil aus!!!
Das Schwierige an der Definition von „Style“ ist, dass es eine total subjektive Angelegenheit ist, schließlich findet jeder Mensch etwas anderes schön und das ist auch gut so. Wichtig ist es, hinzusehen und die Dinge im kleinen zu erfassen, das ist Stil.
Was für mich kein Style ist: jeden Trend mitmachen, aussehen wie alle anderen, auf den Rat von sogenannten „Style Guides“ oder Trendexperten hören.

 

Noch Fragen?
Tschö mit Ö!
:D

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Interview Shopping

Interview: von kriegerischen Veganern und Slow Fashion

Seid ihr noch genervt von  kriegerisch gestimmten Veganern und anderen Moralaposteln oder gehört ihr schon selber dazu?

Heutzutage muss ja jeder Stellung beziehen... Oder Moment mal, ist das denn wirklich so? Kann man entweder alles richtig oder alles falsch machen? Oder gibt es vielleicht noch die dritte Möglichkeit - nämlich, jeder nach seiner Façon und nach seinen Möglichkeiten und Grenzen?

Darum soll es heute gehen. Ich habe mich mit Nicole Noli unterhalten, der Besitzerin und Gründerin von "Dear Goods", einem Bekleidungsgeschäft, wo es ausschließlich fair und vegan hergestellte Klamotten gibt.

Ich wollte Mode ohne Ausbeutung, und einen Ort schaffen, an dem man sie auch findet. Ohne Lohnsklaverei, Umweltverschmutzung und Tierquälerei.

Nicole Noli

Liebe Nicole, wie sieht dein Alltag aus?

Es ist schwierig, ein gutes Beispiel meines Alltags zu finden, weil bei mir jeder Tag so unterschiedlich ist, aber ein Klassiker wäre: aufstehen, duschen, mit dem Hund raus, zum ersten Termin flitzen, dann was Leckeres zu Essen organisieren, zum nächsten Termin, und dann schauen, dass man im Büro was schafft, welches bei mir zuhause ist (das Gespräch wurde aufgezeichnet, als Nicole hochschwanger war, also schaut ihr Alltag mit Baby inzwischen bestimmt nochmal anders aus ;))

Wie oft bist du denn im Laden?

Eigentlich nur noch als Springerin, was auch besser ist, weil ich im Laden wohl etwas hektisch wirke, weil ich 5 Aufgaben gleichzeitig erledige, so dass die Kunden manchmal denken, ich bin auf der Flucht (lacht).

Wie unterscheiden sich die Standorte Berlin und München?

Den Laden in Berlin gibt es schon dreieinhalb Jahre lang. Mittlerweile bin ich dort nur noch 2mal im Jahr, ich habe da ganz tolle Leute, die sich um alles kümmern und denen ich auch total vertraue. Und mittlerweile lässt sich alles ja sehr gut aus der Ferne übers Internet organisieren. 

In Berlin ist der Bedarf an Größe S und XS noch höher als in München, und vom Style her ist es so, dass es Bestseller gibt (z. B. gut geschnittene Hosen), die hier und dort gleich gut gehen, aber die cooleren Sachen sind in Berlin etwas mehr gefragt, die Berliner trauen sich einfach mehr, da sind die Münchner ein bisschen vorsichtiger.

Wie kaufst du für die Läden ein, nach welchen Kriterien? Informierst du dich dafür über Trends?

Überhaupt nicht. Ich gehe nach Geschmack und achte stark auch auf das Preisverhältnis. Wenn etwas teuerer ist, muss man es auch am Kleidungsstück erkennen, warum es mehr kostet.

Sich nicht nach Trends orientieren ist ja auch nachhaltiger, denn die Trends wechseln sich ja schnell ab.

Stimmt absolut. Ich achte auch bei meiner eigenen Kleidung eher auf einen guten Schnitt oder eine bestimmte Farbe, die mir gerade besonders gut gefällt.

Ist denn Nachhaltigkeit selber ein "Trend"? 

Auf jeden Fall, wobei ich das Wort "nachhaltig" eher schwierig finde, weil das eigentlich durch einen konkreten Zusatz ergänzt werden müsste, wie zum Beispiel "nachhaltig die Umwelt schonen".

Dann definier doch mal "Nachhaltige Mode" bitte.

Nachhaltige Mode bedeutet: es wurde niemand ausgebeutet, es wurde nichts beschädigt und niemand wurde getötet. Außerdem heißt es, etwas sollte lange halten, was man aber natürlich nicht garantieren kann, denn Mode ist eigentlich ein Gebrauchsgegenstand. 

Wie lautet deine Zukunftsprognose für die Mode-Industrie, was die Nachhaltigkeit angeht?

Die Industrie übertrumpft sich selber, es müssen immer schneller neue Kollektionen rausgebracht werden, immer schneller, immer billiger. Das ist ein Kampf, der extrem zerstörerisch ist. Die Beteiligten zerstören sich gegenseitig, aber auch sehr viele Menschenleben und auch die Umwelt, und ich glaube, das kapieren immer mehr Menschen und wollen es nicht mehr unterstützen. Zum Glück!

Wie reagierst du, wenn in deiner Nähe jemand, in einen Pelzmantel gekleidet, sich einen Steak bestellt?

Manchmal würde ich gerne hingehen und sagen - hallo, hast du mal überlegt, was du tust?? Oh, das ist schwierig. Ich denke dann immer - warum machst du das, warum überlegst du nicht einen Schritt weiter?

Ich frage deswegen, weil man immer wieder auf recht kriegerische Veganer stößt, und das macht deren Ruf auch nicht unbedingt besser und motiviert die Leute nicht direkt mehr, das auch auszuprobieren, sondern die reagieren dann oft eher mit "Jetzt bleibe ich erst recht bei meinem Lifestyle".

Das stimmt absolut. Alles, was radikal ist und die Menschen zu sehr pushen möchte, ist negativ besetzt. Das habe ich auch gelernt, denn bis zu meinem 30gsten Lebensjahr war ich von all den Missständen sehr aufgewühlt und habe versucht, den Leuten zu erklären, dass vegetarisch ja viel besser sei, und dass es doch blöd wäre, Fleisch zu essen, und das hat sich immer negativ ausgewirkt und nie was gebracht. Später habe ich dann verstanden, dass man möglichst in sich ruhen und seine Message nicht permanent rausposaunen sollte, sondern einfach mal sagen "Ich esse kein Fleisch", fertig.

Also quasi die Vorbildfunktion statt Missionieren.

Genau. Du regst ja mit kleinen Informationen schon zum Nachdenken an, das ist viel sinnvoller.

Wie bringst du jemanden, der sich nicht nur nachhaltig kleiden, sondern auch richtig modisch aussehen möchte, bei dir zu kaufen?

Ich würde die Leute einfach beraten, ihnen die Stoffe zeigen, dass sie zum Beispiel nicht chemisch riechen, sondern neutral, weil diese Biobaumwolle nicht belastet ist.

Stimmt, dieser chemische Geruch hat mich schon oft vom Kauf abgehalten... Und auf was soll man achten, wenn man mit dem Thema vegane und nachhaltige Mode noch keine Erfahrungen hat, aber mal ein bisschen reinschnuppern möchte?

Es gibt unglaublich viele verschiedene Zertifikate, es ist wirklich schwierig, durchzublicken, wenn man sich mit dem Thema noch nie beschäftigt hat, deswegen würde ich empfehlen, sich einfach erstmal ein Paar Läden rauszusuchen, die fair produzierte Mode anbieten. Gerade in einer Stadt wie Berlin oder München gibt es viele kleine Läden wie den unseren, aber natürlich auch die Klassiker wie Hess Natur - ist vielleicht nicht hoch modisch, aber sehr gute Qualität und viele Basics. Auch Manufaktum bietet mittlerweile Öko-Mode an, dann gibt es zum Beispiel noch VeganistaIki M. oder eben bei uns ;) Außerdem ist 2nd Hand Kaufen auch nachhaltig. 

Vielen Dank für das Interview, liebe Nicole!

Nachhaltig, gesund, vegan, umweltfreundlich, schadstoffarm, fair trade, bio...

Da kann einem ja schwindelig werden!

Deswegen hier ein paar weitere Namen und Artikel zum Thema:

  • nachhaltiges Pariser Label Veja
  • Julia Leifert ist eine aufstrebende Designerin aus Berlin, die mit ihrem Label Philomena Zanetti nachhaltige Kleidung nicht nur aus der Öko-Ecke holen, sondern Mode im High-End Bereich anbieten will.
  • Gute Infos gibt es auf der Seite  hansvurst.de
  • Wann ist Mode eigentlich vegan? Toller Artikel HIER

 

Habt ihr euch schon mal mit dem Thema beschäftigt? Oder ist es euch zu anstrengend?

Interview Lifestyle Rezepte - Lecker!!

interview | EpiFood & detox rezepte

Essen ist eines der grundsätzlichsten Themen der menschlichen Existenz. Ungeachtet dessen wird es oft eher stiefmütterlich behandelt oder aber man beschäftigt sich damit und ist nicht minder ratlos ob des riesigen Angebots.

Also dachte ich mir, ich warte nicht erst auf das Neujahr, um meinen Vorsatz, regelmäßig Interviews zu posten, umzusetzen,  und hatte die Fragerunde Nr. 2 in die Wege geleitet, damit es heute, pünktlich am 1. Januar, für euch frische Inspiration und womöglich Unterstützung bei der Verwirklichung eurer Vorsätze gibt. Heute geht es nämlich um EpiFood und die Mädels, die das Ganze ins Leben gerufen haben –  Alex und Feli.

Interview Nr. 1 ist im Fashion-Bereich anzusiedeln – ich unterhielt mich mit Charlotte Hartig, die das Label Nothing gründete.

Das Thema des Posts passt also wie die Faust aufs Auge zum Jahreswechsel, denn gerade nach Weihnachten ist gesunde Ernährung besonders populär, hihi! Hier kommt also die ultimative Information, die euch den Einstieg in das Thema erleichtert!

Und noch was: ganz unten im Post findet ihr alle Rezepte zu den Gerichten auf den Fotos :D Los gehts! alex-und-feli-epifood-muenchen-nachgesternistvormorgen-lifestyle-food-ernaehrung

Was bedeutet EpiFood?

   Alex: „Epi“ kommt von „Epigenetik“, „Food“ ist klar. Der Zusatz „Food“ musste sein, weil Epigenetik sich eben nicht nur mit Ernährung, sondern auch mit der gesamten Lebensweise befasst.

Feli:  Epigenetik beruht darauf, dass man seine Gene beeinflussen, bzw. aktivieren  kann. Früher meinten die Wissenschafter, dass die Gene eben nicht beeinflussbar sind, Prof. Dr. Strunz zum Beispiel hat in seinen Büchern „Forever joung“ oder „Vitamin C“ geschrieben, dass man durch eine gute Lebensweise zum Beispiel seine Gesundheit bewahren oder Leben verlängern kann. In unserem Fall würde das heißen – man kann sich sein Leben länger essen :)

Cool wäre, wenn man sich eine andere Haarfarbe anessen könnte, dann könnte ich mir den Friseur sparen, hihi.

Feli:  ja, ich glaube, das ist schon too much! Obwohl, wer weiß, vielleicht sind wir ja irgendwann mal so weit, dann gibt es so Super-Über-Foods für eine andere Haarfarbe :)

Hm, irgendwie fällt es mir schwer, zu glauben, dass man Gene verändern kann…

Alex:  man kann sie auch nicht verändern. Du hast ja einen Gen-Strang, und du kannst gewisse stellen an- und ausschalten, um das methaphorisch darzustellen. Beispielsweise kann jeder von an Krebs erkranken, wenn die Gene, die für die Verhinderung der Krebsentstehung durch gewisse Außeneinflüsse degenerieren.  Solche Einflüsse können z. B. Strahlen sein, oder zu viele Konservierungstoffe oder allgemein Essen mit Zusätzen, weil es den Körper dann nicht dabei unterstützt, sich zu regenerieren. Natron dagegen hilft dem Körper, basischer zu werden.

Könnt ihr noch konkreter erklären, was man genau mit der Ernährung beeinflussen kann?

Feli:  Man braucht ja gewisse Nährstoffe, um zu leben, das ist ja nichts Neues. Es geht darum, dass man den Nährstoffhaushalt komplettiert, sozusagen. Zum Beispiel kannst du Pilze essen, um Vitamin D zu bekommen (dieses Vitamin tanken wir auch durch das Sonnenlicht).  Natürlich kann man aber auch konkrete Ziele verfolgen, wie abnehmen, Libido stärken, Anti-Aging oder auch einfach sich besser fühlen!

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Warum ist EpiFood besser, als andere Ernährungs-Ideologien?

Feli:  Naja, zu sagen, es wäre besser, wäre reines Marketing. Aber das schöne an EpiFood ist – ob Veganer oder Fleischesser – jeder kann sofort mitmachen. Es sind drei Sachen, die man bei EpiFood durch Alternativen ersetzen muss – Weizen-, Kuhmilchprodukte und industriellen raffinierten Zucker & Süßstoff. Lustigerweise erleben wir aber immer wieder, dass die Menschen sagen – ach super, das esse ich eh nicht. EpiFood wird aber nicht vom „Nein“ dominiert, denn diese drei Sachen zu ersetzen, ist nicht so schwer, wie man meint. Das Einzige, wo den meisten Leuten Milch und Zucker fehlt, ist lustigerweise in Verbindung mit Kaffee. Aber auch da gibt es gute Alternativen.

Was noch spürbar ist – man hat mehr Energie, dementsprechend hat man auch mehr Lust, aktiv zu sein. Ich will damit nicht sagen, dass man sich nicht mal auf die Couch legen darf. Wenn die Seele das verlangt – tu es! Aber es ist einfach gut, dass Energie vorhanden ist, wenn man sie mal braucht! EpiFood ist nicht nur eine Ernährung, es ist auch ein Lifestyle! Wenn du hochwertiges Essen mit gutem Schlaf, Bewegung etc kombinierst, hast du natürlich mehr davon, als wenn du nebenbei noch rauchst, klar.

Wieso sind ausgerechnet Weizen, Kuhmilch und industrieller Zucker nicht gut?

Alex:  An sich sind diese drei Dinge ja nicht schlecht. Das Problem an Weizen ist, dass es überzüchtet ist. Auch Kuhmilchprodukte leiden an der Massenherstellung, Fleisch besteht sowieso oft nur noch aus Antibiotika und ist oft auch einfach viel zu alt. Wenn man alles direkt vom Bauern kaufen könnte, wäre es kein Problem, allerdings ist es für die Menschen, die in Supermärkte gehen, einfacher, gleich zu Alternativen zu greifen. Z. B. Dinkelmehl statt Weizen – der Vorteil an Dinkelmehl ist, dass es momentan noch nicht so überzüchtet ist, es ist noch nicht in der Massenindustrie drin. Backen kann man wunderbar mit Mandelmilch statt Kuhmilch. Auch Eier kauft man sich besser vom Bauern. Man merkt deutlich einen Unterschied am Geschmack und auch Farbe des Dotters, es sollte dunkelgelb, fast orange sein. Wenn man Eier als Bindemittel ersetzen möchte, eignen sich Chia-Samen super dazu.

Feli:  unsere Ernährungsweise basiert nicht auf ethischen Gründen. Es ist eher die Qualität, nach der wir gehen. Man gewöhnt sich sehr schnell an richtig gutes, frisches Essen! Es ist besser, qualitativ hochwertiges Fleisch zu essen – man reduziert den Fleischkonsum dann automatisch, weil es erstens gar nicht einfach ist, an gutes Fleisch zu kommen, und zweitens ist es natürlich auch teuerer.

Was ist mit euch selbst? Zieht ihr das durch?

Alex: ja klar! Es ist ja kein Verzicht – denn für jedes Ding, was du weglässt, findest du eine Alternative.

Feli: ehrlich gesagt, kann ich es mir gar nicht mehr anders vorstellen.

Wie habt ihr beide euch eigentlich kennengelernt?

Alex: in der Schule, im Klassensprecher-Seminar! Seitdem ist die beste Freundschaft daraus gewachsen.

Wann habt ihr EpiFood gegründet?

Alex: vor zwei Jahren bekamen wir einen Auftrag für unser Kochbuch, das 2016 rauskommt, und sind so tief in die Materie eingestiegen, dass wir vier Monate später EpiFood gegründet haben. Die Homepage gibt es jetzt seit genau einem Jahr. Epigenetik ist ja auch noch eine neue Wissenschaft.

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Ihr bietet auch Kochkurse an. Was war eurer lustigstes Erlebnis damit?

Alex: ohh, da fallen mir gleich die Burger ein. Ich habe nämlich das Gefühl, Hefeteig hasst mich. Wir hatten einen Burger-Kochkurs, und die Brötchen sind nicht aufgegangen. Dementsprechend mussten wir improvisieren und haben Low-Carb-Burger gemacht, die wir dann in Salatblätter gewickelt haben (lacht). Ist aber echt gut angekommen, weil ds mal was anderes ist und liegt am Abend auch nicht so schwer im Magen!

Nach welchen Kriterien sucht ihr Menues aus, wenn ihr Caterings organisiert?

Feli: wir überlegen, wie die Zielgruppe ist, ob das eher Mädels sind, zum Beispiel, sie sind meistens affiner, was gesunde Ernährung angeht und auch offen für Neues. Wenn das ein Mode-Event ist, sollte das Essen natürlich auch optisch besonders viel hermachen.

Alex: dann suchen wir uns ein Thema, z. B. „Low Carb“ oder „Neue Klassiker“ – das sind Neuinterpretationen des altbekannten und beliebten Essen wie Kohlrouladen, beispielweise.

Was mich noch sehr interessieren würde: was meint ihr zu unserer Nahrungsindustrie? Wie könnte man die Menschen ermutigen, sich besser zu ernähren?

Alex:  ich glaube, wir sind da schon auf einem ganz guten Weg mittlerweile. Es gibt eine ganz ganz große Vielfalt an Obst und Gemüse, und auch in ganz normalen Supermärkten steigt die Auswahl an solchen Sachen wie Amarant, Quinoa etc. Die Foodbranche an sich wird immer offener. Gleichzeitig gibt es leider Unmengen an Fertigprodukten.

Feli:  Die Möglichkeit, sich gesünder zu ernähren, ist da. Das Problem ist eher das Marketing – Coca Cola zum Beispiel. Die sind eh die Schlimmsten, die Kinder kommen da kaum weg davon. Aber auch Coca Cola kommt jetzt langsam in die Bedrängnis, denn das Bewusstsein für gesunde Ernährung wächst. Auch McDonalds schließt dieses Jahr zum ersten Mal mehr Filialen, als es öffnet! Hast du es mitbekommen? Jamie Oliver hat gerade ein Prozess gegen McDonalds gewonnen… Das Fleisch in dem B. Burger bestand nur aus Fett und Ammoniak…

Alex:  die wollen jetzt in den Schulen Ernährungsunterricht einführen. Kinder an sich sind ja offen für Neues! Das Problem dabei sind oft eher die Eltern, denn die erfüllen ja die Vorbildfunktion. Wenn die Kinder nur Müll essen, Fertiggerichte, Glutamat und Konservierungsstoffe, dann gewöhnen sie sich ja dran, und das Abgewöhnen ist ja das Schwierigste. Wenn man aber von Kind auf Gutes gewohnt ist und weiß, was das Essen mit einem macht, ist es viel einfacher. Dabei hat jeder Internet, und jeder könnte sich kostenfrei mit Ernährung beschäftigen. Je mehr man darüber weiß, desto weniger anfällig wird man für das Marketing der Fast-Food-Marken.

Feli:   auch Jamie Oliver macht Unterricht für Kinder, „Eat better“! Vielleicht machen wir das mal auch.

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Welche Pläne habt ihr noch?

Feli:  erstmal EpiFood als Konzept bekannter machen, unsere Kochkurse ausweiten. Dann möchten wir auch Produkte rausbringen – was das wird, verraten wir aber noch nicht. Was wir für den Anfang des Jahres planen, ist ein Brunchclub in München – bei Interesse muss man einfach unseren Newsletter abonnieren, dann weiss man Bescheid wegen dem Datum. Es heißt ja immer, München sei eine Singlesstadt, dann heißt es eben: „Was machst du am Sonntag?“ – „Ich gehe bei EpiFood brunchen, mitten in Schwabing“ :) Wir wollen das nach Londoner Manier machen, coole Leute, coole Musik, coole Gesprächsthemen und geiles Essen.

Passend zum Neujahr: was ratet ihr Leuten, deren Vorsätze immer mal wieder an Disziplinmangel scheitern?

Alex:  der Disziplinmangel liegt meistens daran, dass man anfängt, auf etwas zu verzichten. Zum Beispiel kennen viele diesen Mechanismus, dass genau in dem Moment, indem man sagt „Ab morgen faste ich“, eine ganz Kuh essen könnte. Deswegen würde ich nicht denken „Ich faste oder ich verzichte auf etwas“, sondern ich würde einfach anfangen, die Produkte im Haushalt nach und nach auszutauschen, durch Produkte, die für deinen Körper sinnvoller sind. Wenn du es nach und nach ab#änderst, bist du irgendwann im Flow drin und merkst dann auch, dass es dir gesundheitlich besser geht. Ersetze Kuhmilchprodukte, verbanne den Industriezucker, nimm Dinkel- statt Weizenmehl und nach 2 Monaten wirst du nichts anderes mehr wollen und kannst dir nicht vorstellen, wie du jemanls anders essen konntest.

Feli:  du schmeckst ja dann auch viel mehr, weil die Geschmacksverstärker unsere Nerven überreizen, sodass du kaum noch Geschmackssinn hast! Iss mal Brokkoli pur – das ist für dich ein Hauch von Nichts! Aber irgendwann kehren die Geschmacksnerven wieder zurück und dann macht es auch viel mehr Spaß, frische Produkte zu essen. Somit hast du auch mehr Nährstoffe und einfach insgesamt mehr vom Essen und brauchst deswegen nicht mehr so viel – das hängt alles zusammen!

Der Sinn von EpiFood ist aber nicht, auf Teufel komm raus das Ding durchzuziehen. Wenn du in Italien bist und ein Tiramisu essen möchtest – tu es! Es geht um die Lebensqualität, die dir das Essen gibt. Wir wollen keine Ideologie erschaffen, sondern Menschen unterstützen, die Lust auf geiles Essen haben.

Na, wenn das kein tolles Schlusswort ist! Danke euch für das Interview!

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Hier noch die Rezepte der abgebildeten Speisen für euch:

Epi-Food Detox Rezepte

Kurkuma Latte (für 2 Personen)

  Zutaten: 2 Tassen Mandelmilch ½ TL Kurkuma 1 Mango (das Fleisch davon) 1 Msp. Bourbon Vanille 1 große Bio-Orange (Zeste und Saft davon) ½ Zitrone (Saft davon) 5 Physalis Add-On: Ingwer nach Belieben Zubereitung:   Alle Zutaten in den Mixer geben, mixen & fertig. Die Kurkuma Latte ist ein absoluter Allrounder. Sie stärkt unser Immunsystem, hilft unseren Verdauungsorganen, schmeckt gut und ist super schnell zubereitet. Das enthaltene Kurkuma besitzt eine stark antioxidative Wirkung und hilft somit bei Entzündungen vor allem im Bereich Magen, Darm und Leber. Die Physalis punktet mit ihrem hohen Gehalt an Eisen, Phosphor und dem zellschützenden Stoff Provitamin A. Nebenbei enthält sie noch so viel Vitamin C, dass 100 Gramm schon ein Drittel unseres Tagesbedarfs decken.

Overnight Oats – Carrot Cake (für 1 Person)

Zutaten: 3 Karotten ½ Tasse Mandelmilch 1 kleiner Becher Schafsjoghurt ½ Tasse Haferflocken ½ Tasse gepopptes Amaranth ODER gepopptes Quinoa 2 Msp. Zimt 1 Msp. Bourbon Vanille 2 Msp. Piment Add-On: 2 EL gemahlene Erdmandeln nach Belieben 2 EL gehackte Haselnüsse Zubereitung: am besten verwendet ihr ein großes Weckglas, denn hier habt ihr genug Platz und könnt die Schichten gut sehen. Haferflocken, gepopptes Amaranth/Quinoa in das Glas geben Alternativ die Erdmandeln und die gehackten Haselnüsse in das Glas geben Schafsjoghurt und Mandelmilch auf die Oats geben Karotten schälen und mit dem Sparschäler dünne Streifen schälen, diese ins Glas geben Gewürze wie Piment, Vanille und Zimt nun auf die Karotten geben Das Weckglas abdecken (entweder mit dem Deckel oder mit Frischhaltefolie ) Über Nacht in den Kühlschrank stellen und am Morgen darauf genießen Die Haferflocken in den Overnight Oats sind schon seit langer Zeit beliebt. Der hohe Gehalt an Biotin im Hafer ist bekannt für die positive Wirkung auf Haare, Haut und Nerven. Die Kohlenhydrate-ärmere Variante an Getreide oder besser gesagt Pseudogetreide wäre hier Amaranth, der beste pflanzliche Eiweißlieferant. Kombiniert mit dem Carrot Cake ähnlichen Geschmack gibt uns die Karotte nötiges Vitamin A – gut für unsere Augen und Sehkraft ;)

Green-Chia-Bowl (für 1 Person)

Zutaten: 1 ½ EL Chiasamen 1 EL Kokosraspel 125 ml Kokos-Reis-Milch (oder andere Pflanzenmilch) ¼ Bio-Zitrone, Saft und abgeriebene Schale 1 Banane 1 TL Weizengras ½ TL Matcha-Pulver 1 TL Hanfsamen (optional) ¼ Granatapfel (optional) Zubereitung: Chiasamen, Kokosraspel, Kokos-Reis-Milch, Zitronenschale, Weizengras und Matcha-Pulver gut vermischen und für mindestens 4 Stunden quellen lassen Banane mit Zitronensaft zu einem Brei zerdrücken und in den Chia-Pudding einrühren In einer Schüssel anrichten und mit Hanfsamen und Granatapfelkernen garnieren Die Green-Chia-Bowl ist das perfekte Frühstück für Morgenmuffel. Sie lässt sich am Vorabend Vorbereitung und spendet Dank der Chia-Samen und der Banae ausreichend Energie für einen guten Start in den Morgen. Das Matcha-Pulver (Grüner Tee) macht dank seines Teein-Gehalt langanhaltend wach. Das Weizengras-Pulver wirkt durch seinen Chlorophyll-Gehalt positiv auf den Sauerstofftransport im Körper. Beide Pulver sollten von guter Qualität sein, da sie zusätzlich einen entgiftenden Effekt haben.

Quinoa-Winter-Bowl (für 1 Person)

Zutaten: 60 g Quinoa 200 g Champignons 1 Hand voll Basilikum-Blätter 1 EL Leinsamen 1 Knoblauchzehe 1 TL Olivenöl Salz und Pfeffer nach Bedarf Zubereitung: Quinoa nach Packungsanweisung zubereiten Champignons putzen und Knoblauchzehe fein hacken In einer Pfanne das Öl erhitzen und den Knoblauch kurz anbraten Pile hinzugeben und ca. 3 Minuten anbraten Sollte die Pfanne zu trocken werden, einfach etwas Wasser (ca. 4-5 EL) hinzugeben Quinoa und Leinsamen hinzugeben Weitere 2 Minuten braten Basilikum-Blätter grob hacken und unterheben Mit Salz und Pfeffer abschmecken Auf einen Teller anrichten und nach Belieben mit Basilikum-Blättern garnieren Die Quinoa-Winter-Bowl ist eine Detox-Alternative zum Rührei am Morgen. Quinoa liefert pflanzliches Eiweiß, genügend Energie und Ballaststoffe. Die Champignons sind eine der wenigen pflanzlichen Vitamin-D-Lieferanten und sind vor allem in den sonnenscheinarmen Monaten wichtig für ein starkes Immunsystem und unseren guten Laune. Basilikum hingegen füllt unseren Vitamin-A und Calcium Bedarf, kann also ruhig lieber mehr als weniger hinzugegeben werden.

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Interview

interview: fashion design by Nothing

Ich sah die Charlotte – beziehungsweise erst ihre Kollektion – auf der Fashion Yard vor wenigen Wochen. Sofortige Begeisterung! Die sich nur steigerte, als ich den Namen ihres Labels erfuhr, der ähnlich mit Begriffen spielt, wie mein Blogname – nämlich „Nothing“. Die Sympathie wuchs weiter, als Charlotte mir von ihrer Ideenfindung erzählte und davon, dass sie 90% der Kollektion selber näht und dass es pro Entwurf oft nur EIN Exemplar gibt – in Zeiten der Massenproduktionen und Ausbeutungen ein wundervolles Gefühl! Für mich war es ziemlich schnell klar, dass ich Charlotte ein paar Fragen stellen und sie in ihrem Atelier besuchen möchte! Gesagt – getan!

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Liebe Charlotte, ich bin total neugierig – wie kamst du zu deinem wundervollen Labelnamen?

Oh, da fragst du was! Die Suche war krass! Ich habe 6 Monate gebraucht, bis ich den Namen hatte. Bis dahin habe ich alles Mögliche erlebt – einmal habe ich auf einer Zugfahrt einen Komponisten kennengelernt, mit dem ich mich sehr gut verstanden habe, und er hat mir viele Namen von modernen Musikstücken genannt – die sind nämlich zum Teil auch total abgefahren! Vor drei Jahren habe ich mich dann festgelegt. Ich liebe ja Wortspiele, und ich mache unglaublich gern Mode, aber das Business kann sehr oberflächlich sein, und „Nothing“ bringt da das nötige Augenzwinkern rein. Zum Beispiel kann man sagen „Ich arbeite für Nothing“ – denn bis man damit Geld verdient, vergeht ja auch eine Weile! Der Emil von der Boutique „emiL“ in der Metzstraße 11, die seit kurzem auch meine Sachen verkauft, sagt auch manchmal „Ich verkauf Nothing“ :D Also da kann man viel Lustiges damit kreieren.

Seit wann gibt es dein Label?

2012 habe ich angefangen, 2013 kam dann die Homepage dazu, und seit einem Jahr gibt es auch immer mehr Vertriebskanäle. In München kann man meine Sachen im Pop Up Store in meinem Atelier, bei Emil und in einer Boutoque in der Reichenbachstraße kaufen. Außerdem verkaufe ich in Paris bei Marais und in Marseille.  Beim Fashion Yard, wo wir uns kennengelernt haben, nehme ich auch regelmäßig teil.

Erzähl mal was zu dir. Wolltest du schon immer Designerin werden oder kommst du auf Umwegen dazu?

Mein Vater ist aus Hamburg und meine Mutter ist Französin. Ich bin in München aufgewachsen und hab in Paris und Mailand studiert und ja, ich wollte schon immer Designerin sein. Ich habe mit 15-16 Jahren bereits rumgeschneidert und selber genäht und auch gestickt. Ich interessiere mich aber auch für Kunst und viele andere Sachen, studiert habe ich dann aber erst Kunstgeschichte.

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Woher kommen die Ideen, was inspiriert dich?

Eigentlich alles. Es kann im Supermarkt sein, oder auch in einer Kunstausstellung. Es können auch Wortspiele sein, Dadaismus interessiert mich auch… Manchmal sind es Farben oder Formen oder eine Begegnung. Ganz oft sind es die Stoffe, die mich inspirieren, ich verwende ja viele technische Stoffe aus der Autoindustrie zum Beispiel, ich mache viel aus Leder und expirementiere damit. Manchmal sehe ich einen Stoff und weiß dann gleich, was ich daraus machen werde. Eine Schweizer Firma macht einen technischen Stoff mit Keramikpunkten, die darauf geklebt sind, dieser Stoff ist super resistent, sieht aber auch elegant aus, weil die Keramik-Punkte das Licht reflektieren. Ich mache zum Beispiel Taschen daraus. Einmal habe ich einen Bikini aus Mundschutzen aus der Chirurgie gemacht, aber das ist dann eher Kunst als was zum Anziehen.

Kennst du Kreativitäts-Tiefs? Wie gehst du damit um?

Natürlich gibt es Phasen, wo man weniger inspiriert ist. Ich habe immer einen Block dabei, und wenn ich dann auch noch einen Stift finde, schreibe ich mir viele Ideen auf. Wenn ich dann in so einem Kreativitäts-Tief bin, krame ich sie dann raus und setze sie um. Die Idee einer Installation (des Geld-Wasserhahns) hatte ich zum Beispiel vor 6 Jahren schon und habe sie dann erst vor kurzem für eine Ausstellung realisiert.

Ist es nicht manchmal stressig, wenn Ideen auf dich einprassen? Kann man da noch abschalten?

Nein, ich empfinde keinen Stress, es sind ja keine 1000 Inspirationen auf einmal, sondern eher einzelne Geschichten, die ich toll finde. Wenn mich dann mal eine Idee stresst, setzte ich sie um. Wenn du so etwas realisiert hast, dann hast du ja deine Ruhe. Auch der Prozess ist ganz interessant, denn manchnmal kommt ja was Anderes dabei raus, als du ursprünglich als Idee im Kopf hattest. Ganz spannend!

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Wie würdest du den Stil deiner Kollektion beschreiben?

Auf jeden Fall schlicht! Die Materialien und Schnitte stehen im Vordergrund, der Rest ist eher puristisch und ab und an mit einem Augenzwinkern.

Hast du Ziele oder ist der Weg das Ziel?

Ich sehe schon eher den Weg als Ziel. Es geht langsam bergauf. Natürlich wäre es auch eine schöne Sache, wenn man davon leben könnte, ohne in Massenproduktion zu gehen.

Wie ist denn die Produktion der Sachen?

Ich mache Prototypen und schneidere entweder selber eine kleine Serie oder ein Schneider in Paris macht das. Die Keramik-Handtaschen hat zum Beispiel er genäht. Ich habe mal in Mailand für eine Design-Firma gearbeitet und habe da einen Schneider kennengelent, der für Armani Handtaschen genäht hat. Er kam aus Afganistan, wir haben uns super verstanden und der näht meistens meine Leder-Handtaschen, wenn sie in Kleinserie gehen. Manchmal nähe ich auch Sachen mit Berücksichtigung eines Sonderwunsches des Kunden gegen einen kleinen Aufpreis.

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Wie gehst du mit Druck um?

Unter Zeitdruck zu arbeiten ist manchmal schwierig, aber dann versuche ich immer, für ein Paar Stunden abzuschalten, ein Buch oder im Internet zu lesen, denn danach kommt es wieder. Und wenn wirklich alle Stricke reißen, gehe ich Joggen! Kommt allerdings ca 3 mal im Jahr vor :D Aber dafür gehe ich seit Kurzem in Yoga und erstaunlicherweise ist es genau meins!

Schaut mal auf Charlottes Homepage vorbei!

 

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Outfit

outfit: Asos business look

Kennt ihr das? „Ich schau nur kurz, was es so gibt“. Doch nein, das geht nicht. Nicht bei Asos. Da Shopaholic mein zweiter Vorname ist (erster ist Neugierde), wird aus dem „kurz Vorbeischauen“ eine brechend volle Wunschliste, und auch der Warenkorb bleibt nicht leer.

Nun: dieser Post ist für mich ein besonderer und ich war richtig aufgeregt, als ich auf „Veröffentlichen“ klickte – denn ich durfte für Asos ein Paar Fragen beantworten und ein Outfit zu einem sehr spannenden Thema zusammenstellen:

 —  Business look – be yourself“ 

 Asos ist ungelogen mein allerliebster Onlineshop, vor allem die Asos White Collection haut mich jedesmal von den Socken, aber auch die Auswahl insgesamt – aus meiner dortigen Wunschliste könnte man ein Buch zusammenstellen! Vor allem, seit man dort auf Rechnung bezahlen kann, ist der Shop für mich echt gefährlich geworden, Hilfe! So konnte ich mich auch diesmal nicht beherrschen und habe mir zum heutigen „Business“-Outfit noch eine extra lange graue Weste bestellt, die ihr in einer anderen Kombi bald hier sehen werdet.

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Be Yourself

  • In welcher Branche arbeitest du und was sind deine beruflichen Aufgaben ?

Ich bin Modebloggerin, aber das hat sich erst mit der Zeit so ergeben und ich betreibe den Blog nebenberuflich. Jetzt wird ein großes Geheimnis gelüftet – studiert habe ich nämlich klassisches Klavier und Orgel und mache Musik hauptberuflich… Darüber rede ich normalerweise nicht hier auf dem Blog, da ich diese zwei Berufe gerne trennen möchte :)

  • Welcher Teil deiner Arbeit lässt dich morgens aus dem Bett springen?

In meinem Hauptberuf muss ich morgens nicht aus dem Bett springen ;) Der Grund, warum ich das trotzdem oft tue – ist mein Blog! Als erstes checke ich jeden Morgen meinen Instagram-Account und die Mails! Ich bin immer so gespannt, welche coolen Ideen und Anfragen mich erwarten, dass ich mit einem Schlag wach bin… Also lässt mich die Neugierde wach werden – und Kaffee! Und öfters auch der Postbote ;)

  • Welcher Dresscode gilt in deiner Branche?

Als Musikerin muss ich schwarz tragen, wenn ich ein Konzert spiele – das ist im klassischen Bereich so. Als Bloggerin ist das natürlich ganz was anderes: ich weiß nicht, ob es da wirklich einen Dresscode gibt, aber ich möchte mich zu Events und Meetings so anziehen, dass ich mich zwar wohlfühle, aber auch trendorientiert daherkomme. Man denke nur an die Moderedakteure – man ist, wenn man mit Mode beruflich zu tun hat, eben näher am modischen Geschehen dran und gut informiert, was gerade so läuft – dementsprechend möchte ich auch aussehen.

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  • Was würdest du sagen, ist dein persönlicher Business look ?

Zu meinem persönlichen Business Look zählt auf jeden Fall das Blusenkleid und die Culotte!! Super bequem – super stylish – super vielseitig! Mit der Culotte fühle ich mich immer passend angezogen – sowie für einen Pressetermin, sowohl auch für den Coctail-Empfang danach! Für Blusen habe ich seit ein paar Jahren ebenso eine Schwäche – allerdings dürfen sie auf keinen Fall spießig oder steif sein, sondern müssen entweder oversized/schulterfrei sein, eine Schluppe haben oder einfach irgendwas Besonderes an sich. Die hier hat ein wundevolles grafisches Muster in gedeckten Farben – was will Esra mehr?

  • Welche Art von Schuhe sind deine absoluten Lieblinge und warum?

Aus gesundheitlichen Gründen kann ich leider nur flache Schuhe tragen – aber auch da spielen mir die neuen Trends in die Karten! Seit Sneakers in sind, fühle ich mich wie im siebten Himmel! Dieses Jahr sind flache Schuhe im Herrenstil angesagt – gerne mit dicker Profilsohle oder Plateau – das ist für mich ebenso perfekt, denn so kann ich mir ein paar Zentimenter dazumogeln, ohne hohe Schuhe zu tragen! Love!!

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  • Hast du einen “cheat Hairstyle” um morgens Zeit zu sparen?

Da meine Haare schon immer dick, eigenwillig und frizzy sind, ist die beste Strategie – zusammenbinden! Hierzu kommt, seit ich den Pony habe – ihn in Form zu bringen. Wenn ich lange Haare trage, flechte ich mir gerne einen seitlichen Zopf oder mache einen Bun! Sieht lässig aus und geht schnell.

  • Hast du irgendeinen Tipp für Menschen, die gerne in deiner Branche arbeiten wollen? (Muss nicht zwingend mit Mode in Verbindung stehen ☺ )

Oh ja, der wichtigste Tipp (eigentlich für jede Branche) – sei neugierig, fleißig, aufgeschlossen, aber lass dich nicht verbiegen! Gehe nicht über Leichen für deinen vermeintlichen Erfolg – sondern sei freundlich und hilfsbereit gegenüber deinen Mitmenschen! Auch wenn Freundlichsein wohl gerade leider kein Trend ist im Modebereich – aber dann setzen wir eben diesen Trend!

  • Warum hast du dich für diese spezielle ASOS- Ouftit Kombination entschieden?

Dieses Outfit erschien mir als die perfekte Symbiose zwischen einem „richtigen“ Business Look und meiner Persönlichkeit. Ich wollte mich auf keinen Fall verkleiden, aber auch nicht am Thema vorbei anziehen. Zur Zeit bin ich einfach süchtig nach Hemdkleidern, ich trage sie auch in meiner Freizeit mit einer gemütlichen Strickjacke, oder als langes Oberteil über einer Culotte! Für einen Business-Look entschied ich mich aber für einen fließenden Trenchcoat als Kombi-Partner – ist klassisch und lange Mäntel sind eh eine Art Signature-Look von mir!

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GET THE LOOK:

dress*: Asos

trenchcoat: Topshop (similar)

shoes: Zara (old, similar here)

glasses: borrowed from Lisa <3 (similar here)

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location: München Karlstraße

photographer: Gerhard Huebenthal

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*in freundlicher Kooperation mit Asos <3

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Interview

interview: talent award von hse24

Student sein… Warum halten das alle immer für die beste Zeit im Leben? Na weil man da einerseits nicht mehr so bevormundet wird, wie in der Schule, aber andererseits noch nicht so auf sich allein gestellt, wie später im Berufsleben. Weil man noch jung genug ist zum Feiern und trotzdem Prüfungen schaffen. Und weil man das Gefühl hat, dass alles noch vor einem liegt.

Deswegen war ich so begeistert, als ich gefragt wurde, ob ich den Talent Award (heute das Semi-Finale) von HSE24* mit einer Artikelreihe begleiten will. Ich möchte einen Blick darauf werfen, wie es im Modestudium (in diesem Fall an der ESMOD München) so aussehen kann, auschecken, wie Studenten sich fühlen, wie ihre Arbeitsprozesse aussehen und was sie vom ihrem Studium erwarten.

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 Was ist HSE24?

– HSE24 steht für Home Shopping Europe

– erster deutscher TV-Shopping-Sender, 1995 gegründet

– auch in Österreich und der Schweiz vertreten

– den Onlineshop gibt es seit 1998, und seit 2010 eine App!

Zum 2o. Jubiläum kooperiert der Sender mit der Modeschule ESMOD in München, indem es ein Talent Award ausschreibt. Das Sieger-Bekleidungsstück wird produziert und ab Februar 2016 erhältlich sein!

 

Was ist die ESMOD?

Private internationale Modeschule, 1841 in Paris gegründet, 121 Schulen weltweit.

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Interview (mein erstes!!)

Was lernt man im Studium?  Habt ihr manchmal das Gefühl, dass ihr in eurer Kreativität durch Regeln beschränkt werdet?




 
Lars:

zum Teil müssen wir strikte Vorgaben einhalten – aber uns werden auch Aufgaben gestellt, wo wir die Möglichkeit haben, recht frei zu arbeiten. Dabei schauen die Lehrer trotzdem darauf, dass das Ganze  auch realisierbar bleibt – denn einer Idee muss eine Umsetzung folgen und uns ist fehlt da manchmal noch die Erfahrung.  


Lena:

es sind ja immer nur Hinweise, die uns davor bewahren sollen, etwas komplett Verrücktes zu designen, was später unmöglich zu nähen oder zu fertigen wäre. Tragbar soll es manchmal auch sein, je nach Zielgruppe.  


Marie:

manchmal wird man vielleicht ein bisschen getrimmt…    


Daniela
:

es wird mit der Zeit immer freier. Letztes Jahr war es noch viel mehr eingeschränkt – die Schnitte z. B. waren vorgegeben, weil wir ja das selber noch gar nicht konnten – und so wird einem Schritt für Schritt immer mehr Freiheit gelassen.  

Hat sich jemand von euch spontan für dieses Studium entschieden oder war das für euch schon immer klar, dass ihr Modedesign studieren wollt?






 

Lena:

ich war schon immer an Mode interessiert. Dass es dann gerade Design wird, wurde mir erst vor zwei Jahren klar.    

 

Daniela:

bei mir war das genau andersrum – ich wusste schon immer, dass ich was mit Design machen will (erst überlegte ich etwas mit Architektur), aber es hat sich dann erst später zur Mode hin entwickelt.  


Elena:

ich bin ja eher Späteinsteiger, wusste aber auch schon immer, dass ich das machen will.  

 
Lars:

ich wollte zwar immer was Künstlerisches machen, habe aber Mode erst nicht als eine berufliche Option gesehen. Architektur hat mir gar nicht getaugt, als ich da mal angefangen habe, also habe ich ein Jahr der Selbstfindung eingelegt, nach dem ich jetzt zielstrebig hier an der ESMOD unterwegs bin.  

 

Marie:

ich habe eine berufsbildende Schule für Mode besucht, 5 Jahre lang, und es lag an der Hand, weiterzumachen, weil es genau meins war!

 

Stefanie: ich wollte es auch schon immer machen, ich habe aber Kinder und musste erstmal warten, bis sie groß sind, denn es war klar – beides gleichzeitig funktioniert nicht, das Studium ist eben ziemlich zeitfüllend. Und jetzt bin ich sehr froh, dass ich das machen kann!

Mir persönlich in meinem Studium hat ja der Aspekt des Kontakte-Knüpfens etwas gefehlt. Bei euch spielen Kontakte auch eine große Rolle, denn später als Designer müsst ihr ja eure Sachen verkaufen. Wie sieht es mit dem kommerziellen Aspekt aus, werdet ihr darauf hingewiesen?


Lena:

im ersten Jahr hat man keinen Kontakt zur Industrie, da macht man nur verschiedene Mappen, um verschiedene Richtungen zu üben, z. B. Kinder-, Herrenmode, Blusen, Röcke etc. Ab dem zweiten Jahr haben wir dann ziemlich viele Workshops und Kooperationen, wie jetzt zum Beispiel mit HSE24, also wird es uns in der Hinsicht schon geholfen.  

Daniela:

ich habe zum Beispiel durch mein Praktikum einen ziemlich guten Kontakt bekommen, ich arbeite dort immer noch zweimal im Monat und kann mir auch vorstellen, dort nach dem Studium einzusteigen, denn es ich passe einfach zum dem Label! 

Was erwartet ihr euch eigentlich von diesem Wettbewerb mit HSE24?

Lars:

vor allem Erfahrung! Das mit HSE24 findet ja auch im Fernsehen statt, man lernt einige Hintergrundgeschichten – wie die Produktion abläuft, wie man vor der Kamera spricht, und Kontakte kann man dort eben auch knüpfen. Auch für den Lebenslauf ist es durchaus vorteilhaft, wenn man bei so einem Talent Award dabei war.

Manche Künstler sind ja eher zurückhaltend, was die Eigenvermarktung betrifft. Wie ist es bei euch? Liegt euch das oder ist es euch persönlich eher unangenehm, euch selbst darzustellen und nach vorne zu bringen?



Lena:

durch den HSE24 Workshop werden wir mit diesem Thema zum ersten Mal konfrontiert. Ich muss schon sagen, dass ich mich in gewissen Momenten dazu durchringen muss, weil das für mich neu ist – mich selbst zu präsentieren. Aber das ist in unserem Beruf auch sehr wichtig, sich zu zeigen, denn es gibt ja so viele Design-Studenten!   

Daniela:

ich finde die Sache mit dem Fernsehen sehr aufregend, aber es ist schon eine Dimension, die einen erstmal auch erschreckt. Vor 2 Tagen haben wir zum Beispiel gesehen, dass ein Video von uns 55.000 Klicks hat, das ist für mich der Wahnsinn!! Daran muss man sich erstmal gewöhnen!  

Lars:

ich habe mit so einem Boom ehrlich gesagt auch nicht gerechnet! Das ist schon eine große Nummer! Das ist auch für mich zwar eine positive Erfahrung, an die ich mich aber erstmal gewöhnen muss. Ich finde das auch interessant, wenn ich jetzt nach Hause komme, weiß jeder, wer ich bin.       …   alle lachen.  

Später, wenn ihr (hoffentlich) erfolgreich seid – gibt es etwas in der Modewelt, was ihr gerne verändern oder beeinflussen würdet?

 Lars:

eindeutig Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Produktions-bedingungen! Auch der Überkonsum geht auf lange Sicht nicht gut… Ich finde auch, dass der Hype um die Mode insgesamt etwas reguliert werden müsste. Es sollte in der Gesellschaft nicht so einen hohen Stellenwert haben, wenn jemand das Beste und das Teuerste besitzt!  

Aber kollidieren sich diese Ideale nicht mit deiner Tätigkeit als Designer? Wenn du fair produzierst, steigen ja auch die Kosten?

Lars:

naja, es kommt halt darauf an, ob du ein paar Tausend Prozent Profit machen willst, oder ob du sagst, mir reichen auch 100%! Es ist die Ansichtssache einer Firma. Mir ist mein Gewissen im Endeffekt wichtiger…  

die anderen:

das Thema ist noch schwierig für uns, wir sind noch hauptsächlich auf den engen Prozess des Designens und Fertigens fokussiert, und dieses „Aussenrum“ ist noch etwas, womit wir uns noch nicht wirklich auseinandergesetzt haben. Aber es wäre toll, wenn dieses Thema später noch wichtig wird für uns.  

Als wie wichtig schätzt ihr Modeblogger ein?



Lars:

Modeblogger sind sehr wichtig! Das sieht man schon allein an meiner Freundin, wie vielen Bloggern sie auf Instagram folgt. Wenn man als Modedesign-Student gewisse Ambitionen hat, was die Zukunft betrifft, wird man am Thema „Blogger“ nicht vorbeikommen!  

 

Daniela:

Blogger haben großen Einfluss! Auch als kleines Label kann man auch mal schnell zu einem Geheimtipp werden, wenn man bei einer Bloggerin einen Stein im Brett hat, sag ich mal.    

Lena:

wir als Studenten sehen Blogger sowieso als eine große Chance für uns! Es hilft uns, weitergetragen zu werden!    

 

Ein sehr schönes Schlusswort! Vielen Dank für eure Zeit!

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Überblick: wer sind die Semi-Finalisten und was haben sie designt?

 

Marie-Theres Baier: Blazer in trendigem Oversize-Look mit integriertem Tucheinsatz

Lena Schleicher: Klassischer Blazer mit großem Schalkragen und einem von der Natur inspirierten Innenfutter

Lars Harre: Klassischer Trenchcoat mit austauschbaren Ärmeln und farblich abgesetztem Gürtel

Daniela Schönbauer: Sommerliches Wendekleid aus feinem Jersey mit außergewöhnlichen Raffungen

Elena Trukhina: Lässiger Blazer mit abnehmbaren Ärmeln und zweiteiligem Kragen mit Schaleinsatz

Stephanie Winterhalter: Trenchcoat im Layering-Look mit extravagantem Cape-Aufsatz

Bilder: nachgesternistvormorgen / HSE24