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busy sein für Anfänger

Dieser unglaublich seriöse Ratgeber hier ist die Antwort auf und das Gegenpol von dem ebenfalls äußerst ernstgemeinten Ratgeber namens "Arbeitslos sein für Anfänger", den die Vickie letztens gepostet hat - danke sehr für die Inspiration, meine Liebe! :*

 


 

Zum ersten Mal in meinem schon wahnsinnig langen Leben ist mein Konto seit ganzen sechs Monaten am Stück im Plus. Wow! So ein Erfolg! Dieser liegt wiederum hauptsächlich darin, dass ich nun mal ein geborener Gewinner bin. Da ich aber außerdem auch noch ein sehr gutmütiger Mensch bin, verrate ich in diesem Post mein Geheimnis, wie ich zu meinem überwältigenden Erfolg kam.

 

Nie wieder Liebeskummer

Auch dieses Problem löst sich von alleine, wenn man super busy ist! Wie praktisch! Ich verbringe meine ganze Zeit mit wichtiger, unverzichbarer Arbeit. Ich habe keine freie Sekunde mehr für einen Partner an meiner Seite - und das ist sehr gut so! Ein Partner lenkt einen extrem ab - gerade wenn man eine wichtige Deadline hat, streitet oder trennt man sich, ist dann zu nichts zu gebrauchen und es dauert ewig, bis man wieder arbeitsfähig ist.  Oder man muss zu unpassendsten Zeiten sich der Probleme des Partners annehmen... Sinnlos! Es ist viel wichtiger für mein Weiterkommen, dass ich mich auf meinen Job konzentrieren kann!

Arbeit und Spaß

Arbeit soll Spaß machen?? Wer behauptet denn SO NEN Quatsch?? Ganz im Gegenteil! Alles, was Spaß macht, KANN gar nicht Arbeit sein! Sonst würde "Arbeit" nicht "Arbeit", sondern eben "Spaß" heißen, ist doch ganz klar. Also beispielsweise Klavier Spielen, Ballett oder Hiphop Tanzen, Bücher schreiben und auch Bloggen - das ist alles keine Arbeit! Arbeit ist - wenn jemand ordentlich jeden Tag ins Büro geht oder Arzt ist! Oder Anwalt. Oder an einer Baustelle schuftet. Das wird dem Wort "Arbeit" erst gerecht! Alles andere sind Taugenichtse, die ihre Hobbies ausüben und dafür auch noch Geld verlangen! Eigentlich eine bodenlose Frechheit!

Probleme? Was ist das?

Kenn ich nicht! Wer super busy ist, hat keine Zeit, sich mit Problemen auseinanderzusetzen. Eigene psychische, aber auch körperliche Wehwehchen werden einfach ignoriert, verdrängt und überspielt. Burn Out? Psychosomatik? Glaube ich erst, wenn ich tot umfalle! Alles Erfindungen fauler Leute. Aber nicht nur eigene Probleme lassen sich auf diese Art mit Leichtigkeit in Luft auflösen. Auch Probleme anderer Menschen interessieren mich herzlich wenig. Ich habe keine Zeit dafür! Ich muss schließlich arbeiten!

Ich brauche keine Meditation.

Warum hart verdientes Geld und die wertvolle Zeit in sowas Sinnloses wie Meditation investieren? Ist eh nur ein anderes Wort für "Nichtstun".  Und von nichts kommt nun mal nichts. Nüscht. Niente. Nada! Und wer will schon "nichts"? Richtig - niemand!

Nie wieder verkatert

Kein Wunder, dass ich keine Lust mehr aufs Feiern habe, wenn ich soviel arbeite. Ich komme nach Hause von einem vollen Arbeitstag, arbeite zuhause bis tief in die Nacht weiter und falle dann total erschöpft, aber zufrieden ins Bett. Partys sind was für Leute, die sonst nix zu tun haben! Menschen, die richtig ranklotzen, habe für solch sinnlose Beschäftigungen gar keine Energie mehr!

Fehlerquote wird minimiert

Die meisten Fehler macht jemand, der ständig was Neues ausprobiert. Ich finde das absolut ineffizient! Wieso ständig was Neues probieren, wenn man eine Methode hat, die wie geschmiert läuft? Mit Routine kann man viel mehr erreichen, weil man die Energie, die man zum Lernen braucht, nun in die Arbeit selber investieren kann. Todsichere Sache! Apropos Tod - an den denke ich auch nie! Wer weiß - vielleicht lebe ich ja ewig!

Also ich geh dann mal arbeiten. Was? Heute ist Sonntag? Mir doch egal! Faule Ausrede!

 

jacket: 5 Preview*  

*gifts or samples

photos: Andy

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thoughts: body positivity ist nicht möglich

Ist Body Positivity das Allheilmittel gegen Intoleranz,  Selbstzweifel und dem Bodyshaming? Ich glaube, nicht. Eine Anti-Haltung ist oft genauso falsch, wie die Zustände, gegen die sie sich richtet, weil sie genauso extrem ist! Aber fangen wir von vorne an.

 

 

 

 

Unsere Unsicherheit und der Wunsch,

anerkannt und akzeptiert

zu werden, werden gnadenlos

in Kaufkraft umgewandelt.

Mode und wir

Die Modeindustrie verspricht: mit diesem neuen Outfit bist du endlich genau so schön und cool, wie du schon immer sein wolltest! Mit ihrer zwanghaften Normierung der verschiedenen Menschentypen (ich sage nur - Konfektionsgrößen! Modelmaße!) erreicht sie aber eher das Gegenteil - man vergleicht sich mit anderen und fängt an, sich selbst in Frage zu stellen, wenn man von dieser Norm abweicht.

Mit dieser Verunsicherung hält uns die Modeindustrie in Schach und lässt und zwischen Shopping-Euphorie und Selbstzweifeln hin-und-herschwanken, und zwar ungefähr in dem Takt, in dem neue Kollektionen in die Läden kommen - also ziemlich oft!

Ich glaube, der Mechanismus ist mit Drogenkonsum vergleichbar. Denn kurzzeitig kann Kleidung schon den Eindruck erwecken, dass sie einem Stärke und Selbstbewusstsein schenkt - aber eben nur kurzzeitig. Schon bald hat man das Gefühl, dass man gerade mit dem neuen und noch neueren Kleidungsstück oder Outfit seinem (Schönheits-)Ideal am nächsten kommt.

Kennt ihr das nicht? Man hat das neue Kleid an und geht shoppen. Plötzlich sieht man ein anderes Kleid, probiert es an und das alte Kleid kommt einem plötzlich gar nicht mehr so cool vor...

Würde sich jeder dauerhaft total wohlfühlen, wäre ja gar keine Diskrepanz zum Ideal mehr vorhanden und man wäre für den ständigen Konsum weitaus weniger anfällig. Gemässigter Konsum widerspricht aber dem momentanen Zustand der Modeindustrie, die immer mehr Gewinn erzielen will und dabei nicht nur unser Selbstwertgefühl, sondern auch unsere Umwelt-Ressourcen verpulvert.

Unsere Unsicherheit und der Wunsch, anerkannt und akzeptiert zu werden, werden gnadenlos in Kaufkraft umgewandelt.

Ist Body Positivity etwa der Ausweg aus dieser verzwickten Situation?

Was ist das Gute an Body Positivity? Ich finde, nur die Idee. Denn Body Positivity ist als eine Gegenreaktion auf Body Shaming entstanden - und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass beide einen Menschen auf seinen Körper reduzieren. Kaum einer kommt noch mit dem Spruch daher "Die inneren Werte zählen" - sondern, "Alle Körper, ob dick, dünn, hell oder dunkel, sind schön". Was zwar schön nach einer heilen Welt klingt, aber doch eher eine zweifelhafte Aussage ist, denn Schönheit liegt immer noch im Auge des Betrachters.

Sollte es nicht eher um den Umgang miteinander und mit sich selbst gehen? Statt alle schön zu finden, ist es nicht ausreichend, allen Menschen respektvoll gegenüberzutreten und nicht zu vorschnell über sie zu urteilen? Sie nicht nur auf ihr Aussehen zu reduzieren, sondern zu hoffen, dass sie gute Mitmenschen und tolle Gesprächspartner sind? Dass man von ihnen was lernen kann oder auch ihnen helfen? Mit ihnen einfach erstmal in einen zwischenmenschlichen Kontakt zu treten, bevor dass ihr Äußeres uns davon abhält?

Wie oft hatte ich die Erfahrung, dass eine Frau, die allen gängigen Schönheitsidealen entspricht, eine falsche, egoistische Schlange ist, die beim ersten Anzeichen von Eigenvorteil sofort alle Freunde verraten würde? Oder ein Typ mit hübschem Gesicht und Sixpack eine große Enttäuschung im Bett war? Was hat mir (und denen) ihr toller Körper genutzt?

Richtig - gar nichts.

 

 

Das falscheste, was du machen

kannst, wenn du deinen Körper 

lieben willst, ist, ständig

daran zu denken, wie schön

dein Körper ist.


Die einzigen Momente, wo ich echte Bodypositivity erlebt hatte, waren die Momente, in denen ich nicht mit dem AUSSEHEN, sondern mit dem SEIN beschäftigt war.

Das waren der Moment, als ich bei einem Kaffee in ein so spannendes Gespräch verwickelt war, dass der Kaffee komplett kalt wurde, weil ich vergessen hatte, zu trinken. Oder als ich jemanden wiedergesehen hatte, auf den ich mich schon lange gefreut habe. Der Moment, als ich erfuhr, dass ich einen Auftrag bekommen habe, den ich unbedingt wollte. Oder als ich mitten im Winter nach einem langen Flug aus dem Flugzeug stieg und plötzlich von lauwarmer Luft umgeben war.

Wenn man sich wohlfühlen und akzeptieren möchte, muss man aufhören, sich auf seinen Körper zu konzentrieren. In all den Momenten, die ich aufgezählt habe, vergaß ich mein Aussehen, weil ich was erlebte. Ich möchte mein Leben mit großen und kleinen Abenteuern füllen und mich mit Menschen umgeben, für die mein Verstand, meine Integrität und meine Hilfsbereitschaft an erster Stelle stehen - und nicht mein Körper.

Ja, hübsch auszusehen ist angenehm - aber echte Body Positivity erreicht man nur, wenn man sie vergisst.

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thoughts: blocked – null kreative Ideen

Ich mache mein Laptop auf,

rufe Bloglovin´ auf und scrolle rum. Ohh, das Outfit sieht mega aus, ich will den Rock auch haben! Klick - von wo ist er? Klick... Wieder zurück. Ah, Jenny hat auch wieder was gepostet - ich liebe ihren Style! Uuuhh, eine Anleitung für eine Garderobe, wo alles miteinander kombinierbar ist?? Klingt traumhaft! 

Klick, klick, klick...

Habt ihr euch eigentlich schon mal gefragt,

wie (andere) Blogger das eigentlich immer machen - wochenlang, monatelang, jahrelang alle paar Tage mal einen Post rauszuhauen?

Einen Post, der kreative Ideen, Text, Bilder und Verlinkungen beinhaltet, der liebevoll aufbereitet ist und bei jedem Wetter online geht, zuverlässig, wie die Tatsache, dass es am nächsten Tag einen Sonnenaufgang geben wird?

Also ich persönlich, obwohl ich selber Bloggerin bin, frage mich das echt selten. Ich bin es gewohnt, neue Blogposts zu konsumieren und gehe automatisch davon aus, dass es was Neues gibt, wenn ich online gehe. Klar, ich bewundere alle, die täglich posten, abwechslungsreich, liebevoll bebildert, informativ oder unterhaltsam. Aber Blogger, die zweimal die Woche  oder seltener posten, sind für mich was ganz "normales" und alltägliches.

Tja. Momentan fällt es mir schwer, selbst nur zweimal in der Woche einen Post auf die Beine zu stellen.

Ganz ungewöhnlich für mich, denn Phasen der Demotivation und Ideenlosigkeit kenne ich, was meinen Blog angeht, kaum. Mehr noch! Meist bin ich diejenige, die andere motiviert und mitzieht - aber gestern... Gestern war einer der Tage, an denen ich am liebsten das Handy in die Ecke schmeißen würde, das Laptop wenn - dann höchstens zum Online-Shopping benutzen, aber am liebsten Eis essen gehen würde.

Mich mit einem Schoko-Ingwer-Eis und nackten Beinen in die Sonne setzen

und alle Aufgaben, all die Berge unerledigter Mails, Deadlines, misslungene Fotos, Instagram und den ganzen Kram einfach vergessen! 

Als ich mich gestern bei P. ausgeheult habe,  dass ich keine Lust habe, auch nur IRGENDETWAS zu tun, meinte er - "Kannst du denn nicht den Sonntagspost erst am Sonntag abend posten? Dann hättest du noch den Sonntag tagsüber, um den Post vorzubereiten". Ich meinte: "Klar, kann ich das! Ich kann alles... Ich könnte sogar an der Stelle komplett mit dem Bloggen aufhören... Ich könnte den Sonntagspost auch am abend posten oder ganz weglassen - aber dann habe ich schlechtes Gewissen, ich habe das Gefühl, ich hätte versagt und bin meiner Aufgabe nicht gewachsen."

Man kennt ja den Spruch "Selbstständig heißt, selbst und ständig". Vielleicht ist es so, dass wenn man fleißig immerzu macht, was man sollte und was man sich selber aufbürdet, irgendwann plötzlich gar keine Lust mehr hat, etwas zu müssen. Und dann passiert das so, wie es eben auf meinem T-Shirt steht - "BLOCKED! No creative ideas".

Die Bilder stammen übrigens von einem Shooting, das ich nie publiziert hatte. Jetzt habe ich sie wieder rausgekramt, weil mir dieser Aufdruck auf dem Shirt wieder einfiel. Passt doch wie die Faust aufs Auge, dachte ich mir. Ich habe so viele Post-Entwürfe mit Gedankenideen, aber diese Gedanken müssen ja erst noch in mehr oder minder tiefsinnige Texte umgewandelt werden, und dafür bin ich im Moment einfach zu erschöpft.

Deswegen bekommt ihr heute diesen Post zu lesen - einen ehrlichen Text, freischnauzig, aus einem Moment der Resignation heraus. Ist ja auch mal ganz erfrischend, sich im Zeitalter der Social Media, wo man sich vorzugsweise stark und cool präsentiert, schwach zu zeigen. Oder?

photos: Franzi

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Blogging: peinlichste Kooperationsanfragen #2

Nichts gegen Start-Ups, die sind cool und wichtig,

aber ich bin mittlerweile etwas allergisch gegen diesen Begriff, denn (zumindest innerhalb von Kooperationsanfragen) bedeutet er nichts anderes, als - "Wir zahlen nicht für Blogger-Kooperationen". Allerdings haben auch die ganz großen Firmen manchmal ihre Probleme mit Budgets - natürlich nur, wenn es um Blogger-Kooperationen geht. Im TV läuft ihre Werbung nämlich rauf und runter - dabei wissen wir alle, dass Blogger gegenüber von konventioneller Werbung KAUM was kosten.

Dazu muss man leider auch sagen, dass trotz der Tatsache, dass "Blogger" mittlerweile ein anerkannter Beruf ist, viele Firmen immer noch nicht wissen, wie sie mit Bloggern umgehen sollen und warum Werbung durch Blogger sich lohnt. Dazu fällt mir ein gutes Beispiel ein, das von einem Freund stammt. Er erzählte:

Bei mir zuhause läuft oft der Fernseher als Hintergrund, somit läuft natürlich auch Werbung. Als ich ein bestimmtes Problem hatte, hat mir ein Kumpel ein Produkt empfohlen, das ich sofort gekauft habe und mit dem ich sehr zufrieden war. Am gleichen Abend lief wieder der Fernseher, und plötzlich nahm ich wahr, dass genau dieses Produkt schon lange im TV beworben wurde, nur hatte ich vorher nie darauf geachtet. Erst nach der Empfehlung meines Kumpels war ich sensibilisiert für das Produkt, und erst dann ist mir die entsprechende TV-Werbung überhaupt aufgefallen".

Dieses Beispiel erklärt genau, warum Werbung durch Blogger oft so viel mehr Wert ist, als die klassische Anzeige. Der Blogger übernimmt die Rolle des Kumpels/Freundes, der einem etwas Bestimmtes empfiehlt. Aber Achtung: dieses Prinzip funktioniert am besten, wenn der Blogger authentisch ist (heißt wiederum - Reichweite ist nicht alles)!

Also, liebe Firmen: überlegt doch nochmal genau den Unterschied und die Glaubwürdigkeit der klassischen Werbung gegen die Empfehlung eines Bloggers! ;)

Hier habe ich ein paar Beispiele einiger Kooperationsanfragen reinkopiert, die mich so erreichen, und meine (fiktiven) Reaktionen darauf - genauso, wie ich das schon im ersten Teil der "Peinlichsten Kooperationsanfragen"  gehandhabt habe - übrigens, war das der meistgeklickteste Beitrag EVER auf diesem Blog!

Viel Spaß beim Lesen :D 

Anfrage:

Liebe Frau Eren, Wir sind ein kleines, aber feines Start Up, dem es am Herzen liegt, der älteren Generation unserer Gesellschaft eine Anlaufstelle zu geben. Wir möchten das gesellschaftliche Problem des demographischen Wandels mit einem wirtschaftlichen Ansatz lösen, der Dreh- und Angelpunkt ist dabei das gemeinsame Backen von Kuchen. Anbei finden Sie nähere Informationen zum Kuchentratsch-Konzept und vielleicht haben Sie ja Lust, auf ein Stück Kuchen vorbeizukommen und die Omas, das einzigartige Kuchentratsch-Konzept und uns kennenzulernen?

Wir freuen uns auf Sie! Herzliche Grüße aus der Backstube. 

Ich sage:

Ok, Omas in aller Ehren - ich werde auch mal eine sein, aber was bitte hat die Kuchentratsch-Backstube mit meinem Blog zu tun? Wurde ich angeschrieben, weil ich mich ab und an kritisch mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetze? Mag sein...

Trotzdem seh ich mich (noch) nicht, in ein Stück Kuchen beißend und über meine Nächsten tratschend, die Welt vor dem demographischen Wandel retten... 

Anfrage:

Our client has his focus on E-Gaming, Gaming, Gambling. We thought, that we could have a travel article about Las Vegas or Monaco which will fit to our clients niche. 

Are you willing to link to Portals that are talking about Online Casinos/Poker?

Ich sage:

Ich und Casino? Na logisch! Wer meinen Blog liest, weiß, dass ich spielsüchtig bin - NICHT!

Aaaaber wenn die Moneten stimmen, berichte ich natürlich sehr gerne über Gaming, über Mondreisen und über KFZ-Mechanik. Ist ja nicht so, dass ich nicht käuflich wäre. Und nach Las Vegas wollte ich eh schon immer! 😂

Anfrage:

Es handelt sich eigentlich nicht um Linkkauf, sondern versuchen wir einen guten Artikel zu verfassen.
Innerhalb des Artikels würde es mehre Links geben, und davon wird nur einer an die Seite unseres Kunden leiten.
Das Prinzip unserer Arbeit ist gute Content veröffentlichen zu lassen.
Ich freue mich sehr auf Ihre Antwort.

Ich sage:

Eigentlich handelt es nicht um Linkkauf, aber uneigentlich irgendwie schon, hehe.  

Und nicht mal um einen Link, sondern MEHRE (wo ist das andere "re" abgeblieben?), damit der eine gekaufte nicht so auffällt. Schlau, schlau!

Und GUTE Content ist auch mein Prinzip! Chakkaaaaa!

Anfrage:

Hättest Du Lust, zu diesem Thema ein Outfit für unser Magazin zusammenzustellen?  

Natürlich würden wir neben Deinem Foto im Magazin auch Deinen Namen, Instagram usw. angeben und die ausgewählten Kleidungsstücke dürftest du kostenfrei behalten. 

Ich sage:

Ok, zugegebenermaßen, gibt es viiiiel schlimmere Kooperationsanfragen! Obwohl sich langsam rumgesprochen haben sollte, dass Blogger mit Klamotten keine Miete bezahlen können (leider! Sonst müsste ich mir um die Miete keine Sorge mehr machen!).

Allerdings hoffen viele Marken, dass der angeschriebene Blogger nur hobbymäßig bloggt - oder aber sich unter Wert verkauft.

Dann freut er sich nämlich, dass er nun durch den Beitrag im Magazin endlich fame wird und auch noch Klamotten "kostenfrei behalten" darf... Der Hacken an der Sache: ich gehöre nicht dazu! ;)

Anfrage:

I'm really sorry about that, I greatly appreciate you and we really want to work with you, really!! Our clothing is every cheap, but you know, we also need to reduce the costs. I hope you can understand.

I do want to give a more higher price for you, but I'm just an employee, so... Beg your understanding! We can offer you $20 for this time. Please help me run a 6-months banner and 1 review(outfit) post? As long as our first cooperation is successful, we will have the opportunity to more long-term cooperation. 

Please let me know thought. 

Many thanks.

Ich sage:

Hoppala hoppala! Achtung bei Kooperationsanfragen, die vermeintlich an unser Gewissen appellieren! Ich, Blogger, soll einer großen Firma "helfen"? Wo sind wir denn?? Ohhh, die arme Firma möchte ihre Kosten reduzieren? Na, wer möchte denn das nicht? Aber warum bin denn ich dafür zuständig? Und warum soll ich Verständnis haben - mit mir hat es nämlich auch keiner? 

Fragen über Fragen...

Und klaro, die erste Kooperation wird schlecht bis unterirdisch bezahlt, aber dafür die vielen weiteren, die folgen werden (als ob!!), blablabla... Köderprinzip. Bitte nicht reinfallen!

Anfrage:

Dear Esra!

We really like the Stylist magazine and would be happy to send gifts to your editorial team, so you can see the product!

Please, let me know if you are interested!

 

Ich sage:

 

Na, wer würde sich denn nicht geschmeichelt fühlen, dass er als einzelner Blogger für ein ganzes Magazin Team gehalten wird? ;)

Anfrage:

 

Hi dear, I was wondering that would you love to join our new giveaway to win $30 cash coupon?What you need to do are as follows,

1. Write an article to introduce our Publisher Program (include how to work with us, how to get commissions)

2. Ask your readers to join us and subsribe our Facebook, Instagrm, etc  (they should have a fashion blog, instagram, tumblr or youtube)

3.  Share your thoughts about how to dress for halloween with our clothes.

   Then you can make a set with our products  (Topic: the fashionest outfit about halloween, you should add links with them)

Ich sage:

Ok, spätestens hier bin ich sprachlos und spare mir alle Kommentare...

Hoffentlich kommt die Dame nicht auf die gleiche Idee, wenn sie einkaufen geht:

"Hier können Sie zwei Euro gewinnen, ich möchte dafür drei Avocados, fünf Brote, Kaffee, Eis, zwei Kilo Äpfel, vier Kilo Bananen, Räucherlachs, Frischkäse, Marmelade, drei Flaschen Wein, eine Gucci Tasche und ein Häuschen im Grünen..."

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thoughts: Zara – das Marketing-Genie

Zara ist unter High-Street-Ketten das,

was ich gerne als Blogger unter Bloggern wäre (Ausbeutung der Arbeitskräfte ausgenommen): ein ganz ganz großer Teil der Kollektionen ist sehr ausgefallen, geht bei dem Durchschnitts-Kunden aber trotzdem wie heiße Semmeln weg. Wie schafft Zara den Spagat zwischen neuesten Trends, die vom Mainstream erstmal als nicht tragbar empfunden werden, und dem krassen Abverkauf bei genau diesem Mainstream - das frage ich mich immer wieder!

Seit Jahren und Jahrzehnten gelingt es Zara, den heißesten neuesten Scheiß mit Lichtgeschwindigkeit zu kopieren, dabei so abzuwandeln, dass die Herstellung billig ist (andere Stoffe/Schnitte als bei Originalteilen) und in tollen Stylings zu präsentieren. Die Arbeit der Stylisten, die die Lookbooks und Campagnen auf die Beine stellen, ist bemerkenswert und könnte (optisch gesehen) auch von einem großen Designer-Haus stammen. Natürlich werden dabei nicht nur die Klamotten selbst, sondern auch die Stylings abgekupfert, und auch was Settings und Stimmungen auf den Bildern und sogar die Wahl der Models angeht - lässt sich der Textil-Gigant reichlich von anderen "inspirieren".

Trotzdem (oder gerade deswegen)  ist Zara es allemal wert, genauer unter die Lupe genommen zu werden, denn seit ich zum ersten Mal mit ca 16 Jahren in diesen Laden reingegangen bin, war ich ihm restlos verfallen... Das erschreckt mich oft, zumal ich ja genau weiß, wie unglaublich schlecht die Arbeitsbedingungen sind, bei den meine geliebten Klamotten hergestellt werden - aber das Sortiment, die Marketing-Strategie, der sehr ansprechend gestaltete Onlineshop, blendend funktionierende App und die atemberaubenden Campagnen haben mich fest im Griff und sorgen seit Jahren immer wieder für Begeisterung. Erst in letzter Zeit shoppe ich NICHT mehr vorzugsweise bei Zara - schau mich aber dort immer gerne um.

Legen wir also los!

Entstehung

Zara, die erfolgreichste Modekette noch weit vor H&M gibt es erst seit 1975, wurde gegründet vom mittlerweile 81-jährigen Amancio Ortega Gaona, dem seit Jahren reichsten Europäer und viertreichsten Mann dieser Erde! Zara ist dabei nur eine der insgesamt acht Labels, die ihm gehören. Der Mann hat ein äußerst kostenspieliges, aber auch ein sehr gewinnbringendes "Hobby" - er kauft die besten und teuersten Immobilien weltweit, die mittlerweile zusammen einen Wert von 10 Milliarden (!) Dollar ergeben und die er teilweise an sein eigenes Zara, aber auch Firmen wie Apple, Gucci und sogar an seinen Konkurrenten H&M weitervermietet!  (Welt.de)

Crazy Facts:

  • Es gibt 7000 Zara-Läden weltweit
  • Zara beschäftigt insgesamt 150000 Mitarbeiter
  • Zara in Deutschland gibt es erst seit 1999
  • Nach dem Druck seitens Greenpeace produziert Zara tatsächlich ohne Risiko-Chemikalien und will bis 2020 komplett chemikalienfrei werden (Quelle)
  • Zara-Gründer Ortega hat kaum Medienpräsenz - z. B. gibt es von ihm kein einziges Interview!
  • 2011 wurde die Hälfte der Zara-Kleidung noch in Galizien hergestellt, und die andere Hälfte in Asien (ich befürchte, mitterweile wird wohl viel mehr als die Hälfte in Asien hergestellt, aber dazu fand ich leider keine aktuellen Informationen).

Zara´s Erfolgsgeheimnis

Welt.de sagt: "Das Erfolgsgeheimnis von Zara und Co. ist selbst für Experten nicht so leicht erklärbar. Ein Grundsatz von Ortegas Unternehmensstrategie bestand darin, alle Schritte der Modebranche – das Design, die Herstellung, den Vertrieb und den Verkauf – unter einem Konzerndach zu vereinen."

Und das macht Zara (bzw. Inditex, das Mutterkonzern) so schnell! Von der Designidee bis zum fertigen Kleidungsstück, das in einem der Stores hängt, vergehen nur unglaubliche zwei Wochen!

Zara informiert sich über internationale Modeschauen und checkt Kritiken der wichtigsten Meinungsmachern der Branche. Danach erstellen Zara`s Designer Entwürfe (besser gesagt, klauen die besten Ideen), die bald danach in den Geschäften hängen, und zwar schneller, als andere Modeketten "Hilfe" sagen können 😅 Die Designabteilungen tauschen sich auch ständig mit den Geschäftsführern jeweiliger Länder aus, und reagieren sofort auf Kunden-Vorlieben. Die Ware wird "just in time" geliefert, oder auch zwischen den Filialen ausgetauscht. Auch dadurch, dass Zara dem kaufwütigen Volk in super kurzen Abständen (alle 3 Wochen!) immer wieder neue Kollektionen zum Fraß vorwirft, werden die Begehrlichkeiten immer wieder aufs Neue entfacht. 

Außerdem: ist es euch schon mal aufgefallen, dass ganz neue Sachen, die gerade erst auf die Verkaufsfläche kamen, nach einer Woche oft nicht mehr im Geschäft hängen? Das ist die Verknappungs-Strategie von Zara. Der Kunde lernt, dass die Kleidungsstücke oft sehr schnell weg sind, und sieht sich eher gezwungen, diese sofort mitzunehmen, als wenn er wüsste, dass die noch lange im Geschäft hängen werden. (germancopycats.wordpress.com) Außerdem ist limitierte Ware exklusiver und somit begehrter.

(Ein Tipp: diese Sachen sind meist gar nicht ausverkauft, sondern nur "versteckt"! Es lohnt sich, das Personal zu bitten, im Lager nachzusehen). 

Und, schon mal Zara TV-Werbung gesehen? Nein? Es gibt ja auch keine! Auch sonst - keine Plakate, keine Anzeigen in Zeitschriften, kurzum - Zara spart Werbebudget und setzt auf Mund-zu-Mund-Propaganda und darauf, dass die Läden, ihre Lage (meist in nobelsten Gegenden der Stadt), die Ware, die Schaufenster und die günstigen Preise für sich sprechen. Scheint zu funktionieren ;) 

Demokratisierung der Mode oder schlichtweg Design-Klau?

Süddeutsche schreibt: "Selbst die spanische Vogue betreibt eine Online-Seite namens "Devil wears Zara", wo unter dem Motto "Attacke der Klone" die frechsten Kopien den Originalen gegenübergestellt werden: Fendi, Céline, Miu Miu, Seite an Seite mit ihren günstigeren Klonen."

Auch auf dieser Seite kann man in direkten Bild-Vergleichen Originale und Kopien sehen, auch welche von High-End-Labels denn auch die schauen immer wieder was voneinander ab!

Es gab etliche Skandale, weil Zara immer wieder mal ZU dreist abkupfert, und dennoch können Menschen, die nicht so viel verdienen, sich etwas leisten, was "nach Laufsteg" aussieht. Klar, die ganze Vorgehensweise ist alles andere, als nachhaltig - allerdings wollte ich mit meinem Post heute ausnahmsweise mal NICHT meine Meinung zum besten geben, sondern ein paar spannende und hoffentlich unterhaltsame Fakten zum Mode-Riesen Zara beleuchten.

Denn ob man Zara liebt, kritisch sieht, verurteilt oder auch alles auf einmal - ignorieren kann man es nicht.

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thoughts: Ansprüche, Vorwürfe und Erwartungen

"Der Partner muss der beste Freund, Lover, Bruder und Vater in einem sein" -

- am besten vielleicht auch noch Mutter, Cousine zweiten Grades, Kino und Supermarkt??

Oder: "Die beste Freundin muss einen wortlos verstehen". Wortlos?? Und wozu hat man einen Mund und Stimmbänder?

Oder ist das so, dass du nur dann was von deinen Mitmenschen hältst und dich mit ihnen abgibst, wenn sie haargenau die gleichen Moralvorstellungen haben, wie du? Und wenn du was für sie tust, genau im gleichen Maße dankbar reagieren, wie du das erwartest? Sie müssen sich für die Themen interessieren, die dir das Leben bedeuten und Äpfel genauso schälen, wie du es immer tust? Und sie müssen dir von sich aus immer ihre Hilfe anbieten, weil du das ja auch so machst? Am besten erwarten sie auch noch das Gleiche vom Leben, haben die gleiche/keine Religion wie du, lassen den Klodeckel immer auf/zu wie du und kaufen Lebensmittel nach dem gleichen System ein, wie du?  Ach, das ist doch ein Klacks, mit diesen Ansprüchen Freunde und Lebenspartner zu finden. Der Geheimtipp lautet: lass dich doch einfach klonen!! 

Spaß beiseite:

ich weiß, dass wenn man älter wird, man sich im Hintergrund aufgrund seiner Erfahrungen ein System zusammenschustert, wie die Mitmenschen zu funktionieren haben, damit man sie an sich ranlässt oder sie wertschätzt. Aber dieses System soll nicht mehr als die Hälfte des Raumes in einem einnehmen. Die andere Hälfte soll frei bleiben, um die Menschen um sich herum erkennen zu können, die auf den ersten Blick vielleicht nicht unseren Ansprüchen genügen - denn - ÜBERRASCHUUUUNG - niemand ist perfekt!

Ich kann den Ansprüchen meiner Freunde nicht genügen.

Mein Problem ist im übrigen nicht, dass ich zu hohe Ansprüche habe - sondern ich stehe momentan auf der anderen Seite, ich bin nämlich plötzlich selbst diejenige, die den zu hohen Ansprüchen anderer nicht standhalten kann. Denn ich persönlich erwarte kaum noch was von meinen Mitmenschen - aber dafür sie umso mehr von mir!! Wie konnte das nur passieren? Darüber habe ich nachgedacht und bin zum Schluss gekommen, dass genau meine niedrigen Erwartungen an andere ihnen erst ermöglichen, an mir grenzenlos rumzunörgeln. Klingt widersprüchlich, ist es aber nicht - lasst mich erklären!

 

Ansprüche gering halten - der Weg zur Glückseligkeit?

"Wer nichts erwartet, kann auch nicht enttäuscht werden" -

das war jahrelang mein Motto in privaten, zwischenmenschlichen Beziehungen. Ist ja auch logisch - je größer meine Ansprüche an meine Mitmenschen sind, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass sie erfüllt werden. 

Ich war stolz auf meine neue Ambitionslosigkeit, denn ich wurde quasi "unenttäuschbar" - dafür war ich jedesmal positiv überrascht, wenn die Mitmenschen etwas Gutes für mich taten.

Diese "Unenttäuschbarkeit" macht süchtig, und um sie aufrechtzuerhalten, fängt man an, über Probleme hinwegzusehen - so wird aus Akzeptanz langsam Verdrängung, und aus geringer Erwartungshaltung wird eine waschechte Konflikt-Vermeidungsstrategie.

Die Schattenseite von "Nichts erwarten" ist nämlich: man stellt die eigenen Ansprüche in so einem Maße hintan, dass man den Ansprüchen anderer umso mehr ausgeliefert ist. Die anderen merken: du bist sehr zurückhaltend und setzt niemanden unter Druck, du lässt die Menschen so sein, wie sie sind und bist mit allem zufrieden, und fangen an, die Hemmungen zu verlieren und sich zu entfalten, bis für dich selber kein Raum mehr übrig bleibt. Das ist dem Menschen einfach angeboren: er nimmt alles, was er bekommen kann. Bekommt er viel Raum von dir, bleibt er nicht einfach nur fröhlich und zufrieden in diesem Raum, sondern fängt auch noch (meist unbewusst) an, dich in die Ecke zu drängen.

Somit wären wir beim Thema: Grenzen setzen. 

Grenzen setzen als "netter" Mensch

Ich habe ein übersteigertes Harmoniebedürfnis, das auf respektvollen Umgang mit anderen Menschen trifft - die Folge ist: ich lasse andere Menschen oft meine Grenzen überschreiten, weil ich meinen Mund nicht aufbekomme. Und das gilt übrigens NICHT für die geschäftlichen Beziehungen!! Dort habe ich nämlich schon lernen dürfen, wie man "nein" sagt und warum man das unbedingt tun sollte!

Im Privaten habe ich viel mehr Bedenken oder schlichtweg Angst, mit meiner Gegenwehr für Unmut zu sorgen - zugegebenermaßen oft auch berechtigt. Wenn mir jemand etwas vorwirft, ist meine erste Reaktion - "Da ist bestimmt was dran". Zweite Reaktion sollte aber sein, mich zu wehren, falls der Vorwurf übertrieben oder haltlos war. Stattdessen verliere ich mich in Selbstkritik und Zweifeln an meinem Verhalten, auch wenn mein Gefühl was anderes sagt.

Da müssen wir alle noch den goldenen Mittelweg erlernen - wie wehre ich mich gegen etwas, was mir zu weit geht, ohne der anderen Person zu nahe zu treten und ohne ihre Kritik komplett zu missachten? Wie erkläre ich den Menschen diplomatisch, dass ich ihren Ansprüchen nicht standhalten kann oder will?

Stoff für den nächsten Gedankenpost, würde ich sagen! Auf ein Neues! :)

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thoughts: mir fehlt das Lügen-Gen

Ich lüge nie,

denn Lügen fühlt sich für mich an, wie ein paar zu enge Schuhe. Es drückt und mir ist einfach unwohl. Was ich allerdings ab und zu tue - ich verschweige etwas. Aber ist Verschweigen denn im Grunde nicht einfach eine andere Form von Lügen? 

Ich würde das so definieren: Lügen bedeutet, vorsätzlich eine falsche Information rauszugeben, die nicht der tatsächlichen Gegebenheit entspricht (die kleine Schwester davon heißt "Notlüge"). Verschweigen bedeutet dagegen, diese tatsächliche Gegebenheit einfach erst gar nicht anzusprechen oder dieses Ansprechen rauszuzögern. Wenn man gescheit darüber nachdenkt, steht Verschweigen dem Lügen in nichts nach, auch wenn es auf den ersten Blick harmloser erscheint. Beides kann einen gewaltigen Vertrauensbruch bedeuten. Allerdings kommt es natürlich auf den Gegenstand des Verschweigens an: dass du deinem Freund beispielsweise nicht ständig ehrlich erzählst, dass du ein Kilo zugenommen hast und dich jetzt fett und hässlich fühlst, ist sogar förderlich.

Ich werfe normalerweise nicht mit Menschen um mich,

schon gar nicht mit guten Freunden - aber ich hatte tatsächlich schon mal unter einer Freundschaft den Schlussstrich gezogen, weil ich angelogen wurde. In einer für mich schwierigen Situation, wo ich Unterstützung gebraucht hätte, hat eine sehr gute Freundin (nennen wir sie F.) damals über mich hergezogen, ohne mich ins Gesicht kritisiert zu haben. Ich erfuhr davon von meinem besten Freund und sprach F. darauf an. Erst weigerte sie sich komplett, über das Thema zu sprechen und blockte ab. Als sie merkte, wie wichtig mir das war, willigte sie irgendwann ein, aber stritt alles ab. Daraufhin eskalierte die Situation, F. warf mir vor, dass ich ihr etwas vorwarf - aber alles, wonach ich suchte, war einfach nur ein Zugeben und eine Entschuldigung, denn nachtragend bin ich nicht. Aber wenn jemand lügt und ohne Einsicht bei der Lüge bleibt, ist es für mich vorbei mit der Freundschaft.

Warum lügen Menschen?

Ganz klar - die Ursache Nummer eins ist die Angst. Angst um die eigene Position, Angst, den Partner zu verlieren, Angst, einen Vorteil zu verpassen. Ich würde es "die passive Lüge" nennen. Die "aktive Lüge" wäre, wenn Menschen nicht aus Angst, sondern vorsätzlich lügen, um andere Menschen zu indoktrinieren und zu manipulieren - und dazu gehört übrigens ganz massiv auch die Werbe-Branche.

Ich werde fürs Lügen bezahlt!

Eine liebe PR-Dame hat neulich gemeint - "Ich sage immer: ich werde fürs Lügen bezahlt!" und ich musste sehr herzhaft lachen, denn die erfrischende Ehrlichkeit, mit der diese Aussage getätigt wurde, zeugt in diesem einen Ausnahmefall höchstens vom Sinn für Humor: jemand, der tatsächlich beruflich lügt, gibt es logischerweise nur selten freiwillig zu. Die andere, traurige Seite dieser Aussage ist: all die anderen, die nicht im Traum daran denken würden, es zuzugeben - tun es wirklich! Sie lügen, um in diesen Beruf überhaupt reinzukommen, sie lügen, um sich dort zu halten und sie lügen, um erfolgreich zu werden. Gerade jetzt, während der Pressdays, erlebe ich Lügen in allen Regenbogenfarben und Abstufungen.

Aus Mücken Elefanten erschaffen

Es gibt Menschen da draußen, die behaupten, dass ich deswegen so viele Lügen mitbekomme, weil ich mir alles einbilde und aus Mücken Elefanten erschaffe. In Wirklichkeit ist es so: Lügen zu ignorieren oder gar nicht erst mitzukommen, ist eine gute Strategie, sein eigenes Ding durchzuziehen, denn auf diese Weise lässt man sich nicht  irritieren oder ablenken. Was soll ich sagen, alles hat seine Vor- und Nachteile! Lügner zu enttarnen und sich darüber zu ärgern ist bestimmt nicht förderlich für die Karriere, dafür lässt man sich weder verarschen, noch verarscht man andere. Idealismus kann nur selten faktisch begründet werden, deswegen heißt er ja "Idealismus". Es ist eine Erziehungssache und eine Lebenseinstellung, und wenn andere in zu engen Schuhen rumlaufen wollen - bitte sehr! Ich verzichte lieber auf die Blasen und ziehe mir nur den Schuh an, der auch wirklich passt.

I like the way you lie

Dieser Songtext hat mich immer verblüfft, denn ich kann ihn zwar theoretisch verstehen, aber nicht nachvollziehen. Ich möchte nicht belogen werden, auch nicht auf die schöne Art und Weise!! Klar möchte ich angenehme Komplimente und Liebesbekundungen hören, aber eben nur die, die wirklich stimmen. Sonst hat es doch keinen reellen Wert!

Aber eins ist logisch: wer mit der Wahrheit nicht umgehen kann, sucht danach, belogen zu werden. Deswegen: willst du nicht belogen werden, nimm nicht alles persönlich und reagiere angemessen, wenn man dir die Wahrheit sagt, auch wenn sie unangenehm ist. Denn zum Lügen gehören immer zwei dazu!

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thoughts: darf eine Feministin sexy sein?

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Eine Frau, die sexy Dessous unter ihrer Kleidung trägt, hat automatisch eine ganz andere Ausstrahlung.

Na, wer kennt den Spruch? Warum ist das denn so, frage ich mich, und vor allem - was hat es mit diesem Sich-Sexy-Fühlen an sich?

Aus evolutionstechnischen Gründen ist eine Frau, die am heißesten ist, auch am meisten Wert -

denn sie gewinnt das beste Männchen und kann sich leichter und optimaler fortpflanzen. So weit, so gut - und ich finde diese Mechanismen auch wichtig zu verstehen. Allerdings muss ich anmerken, dass wir Menschen zwar noch immer in einem viel größeren Maße Tiere sind, als es uns lieb wäre - dennoch besitzen wir einen Verstand und ein Bewusstsein, das uns von der Tierwelt unterscheidet - zumindest theoretisch!

Deswegen sollten auch unsere Prioritäten und Wertesysteme nicht komplett von unseren Instinkten gelenkt werden, sondern überdacht und auf das menschliche Level gehoben und erweitert werden. Um zu verstehen, warum das meist leider nicht passiert (Ausnahmen bestätigen die Regel), muss ich zuerst etwas klarstellen:

Toleranz und Freiheit führt bei unreflektierten Menschen zur Reaktanz und Regress

In unsteten Zeiten, wo eine Bombe nach der anderen platzt, wo Kriege und Diktatoren wie Pilze aus dem Boden schießen, sehnen sich die Menschen nach Sicherheit.  Aber nicht nur körperliche Sicherheit ist für den Menschen sehr wichtig, sondern auch die Sicherheit, beurteilen zu können, was richtig und was falsch sei. Früher bestimmte Werte und Traditionen das menschliche Leben ohne wenn und aber genau bestimmt. Heute, als Toleranz und Freiheit mehr im Trend liegen, als je zuvor - wissen viele Menschen plötzlich nicht mehr, wo sie sich zuordnen können. Denn Toleranz hinterfragt bestehende Werte und Traditionen, um offener für Andersdenkende und Minderheiten zu sein - das heißt, ein toleranter Mensch sieht alles nicht mehr so eindeutig, wie früher. Und Freiheit bedeutet so viele Möglichkeiten, dass man manchmal ratlos wird und nach Orientierung sucht.

Für mich ist das der Hauptgrund, warum zur Zeit plötzlich das rechte Denken geradezu gefördert wird und leider wieder Thema ist. Das rechte Denken hat schon immer zuallererst die Menschen für sich zu gewinnen gesucht, die Halt und klare Strukturen brauchen. Wer klare, starre Dogmen sein eigen nennt, weiß immer ganz sicher, was "gut" und was "schlecht" sei, ebenso wer "schuld" und wer "wertlos" sei. Dass die Ausländer schuld an schlechten Verhältnissen in Deutschland seien. Oder dass Lesben und Schwule "nicht normal" seien. Oder aber, dass eine Frau an den Herd gehöre und sexy und "weiblich" sein solle.

Sicherer Hafen des klassischen Frauseins

Somit schließt sich der Kreis und wir sind wieder beim Thema "sexy".

Social Media sind voll von Pfirsich-Hintern, vollen (nicht immer von Natur aus) Lippen und Ausschnitten bis zum Bauchnabel Schritt. Nicht falsch verstehen - ich habe null Komma nichts gegen Sexysein oder sich sexy zeigen. Aber ich sehe das Ganze differenziert - und zwar im Lichte der weiter oben beschriebenen Reaktanz. Viele Frauen halten die Spannungen, die feministische Diskussionen (in ihnen) auslösen, nicht aus und ziehen sich zurück in den sicheren Hafen des klassischen Frauseins - und dazu gehören eben die auf Instagram beliebten langen Haare und Walleröcke, Brüste und Hintern - eben Attribute des Weiblichen.

Es ist eben ein Unterschied, ob eine Feministin sich sexy zeigt (weil bewusst und selbstbestimmt) oder ob eine ziemlich vernunfts-befreite, aber dafür umso konservativere Dame auf Instagram stolz (!) verkündet, dass sie einen Post mit dem Titel verfasste "Warum ich keine Feministin sein will". Klar, Mädels, ihr könnt an eurem eigenen Ast sägen, aber wundert euch nicht, wenn ihr dann auf eurem Pfirsich-Allerwertesten landet. Die eine oder andere wird den Fall aber wohl nicht mal bemerken...

Das Motto vom Dessous-Label Iris&Lilly* ist:

Eine Frau braucht nicht zwingend Reizwäsche, um sich sexy zu fühlen. Mehr noch: eine Frau HAT sich nicht ständig sexy zu fühlen. Wir Frauen haben heutzutage weitaus vielfältigere Aufgaben, als früher - und unsere Wäsche muss mithalten können, bequem und funktional sein und das Outfit unterstützen.

Wie das Ganze praktisch umgesetzt werden kann, zeige ich euch an drei Beispielen:

 

* in freundlicher Kooperation mit Iris & Lilly

Look 1

Hier interpretiere ich den neuen Rüschen-Trend gleich doppelt: die Rüschen sind an der Hose und dem Oberteil zu finden.

Da das Shirt gestreift und nicht zu eng ist, ist die Farbe des Bras nicht so wichtig - also trage ich darunter einen wunderschönen Spitzenbra - sehr bequem!

Look 2

Der Look ist mega bequem, einfach nur zum Wohlfühlen!! Der Fashion-Faktor kommt durch die roten Lackleder-Boots und den weißen Blazer.

Oft ärgert man sich mit BHs rum, die sich unter Tshirts abzeichnen oder aber sichtbar sind. Irgendwann mal las ich den Tipp: unter weißen Shirts KEINEN weißen BH tragen, sondern einen hautfarbenen - dann ist er komplett unsichtbar!! Meiner ist auch noch seamless - deswegen zeichnen sich seine Rändern nicht unter dem dünnen Tshirt-Stoff ab!

Look 3

Die Mickey-Mouse-Jeans war ein Sale-Glücksgriff von mir, und auf sie werde ich ständig auf der Straße angesprochen! Das Verspielte an der Jeans unterstreiche ich noch durch die Rüschen an dem Pullover, den ich mir gerade aus Berlin mitgebracht habe.

Unter einem weiten, schwarzen Pullover ist es eigentlich egal, welchen BH man trägt - ich entschied mich für die schöne, aber auch super bequeme Variante aus blauer Spitze mit Bügeln. 

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Jahresrückblick 2016

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Der Jahreswechsel ist sowas wie allgemeiner Geburtstag -

ein Lebensjahr ist vergangen, ein neues fängt an - aber eben für alle... Und alle fangen an zu überlegen - was ist denn Großartiges passiert in diesem Jahr? Und wenn sie nichts finden, keinen Anhaltspunkt, weil alles zwar nicht besonders schlimm, aber auch nicht herausragend toll war, verfallen viele in eine Depression. Der Mensch braucht wohl Ereignisse, an denen er sich festhalten und mithilfe deren er seine Identität bauen kann.

Ich muss zugeben - mir fallen keine großen Ereignisse ein. Ich habe nicht im Lotto gewonnen, hatte keinen großen Durchbruch - weder als Bloggerin, noch als Musikerin - und bin nicht mal umgezogen. Eine große Reise stand auch nicht an, ebenfalls bin ich weder schwanger geworden, noch habe ich geheiratet. Das Ding ist nur - zumindest die letzten zwei Dinge habe ich mir auch nicht wirklich gewünscht.

Wie dem auch sei - hier kommt mein Jahresrückblick 2016! Enjoy!

Looks aus dem Header-Bild:     1 hier  /  2 hier  /  3 hier

Was passierte, war -

ich hatte oft Dankbarkeit empfunden, ganz ganz oft, einfach im Alltag - weil ich im Laufe der Zeit den Wert des Lebens an sich immer mehr erkenne. Es gab Situationen, in denen ich mir treu blieb, obwohl es mir "schadete" - und darauf bin ich auch ein bisschen stolz.

Im Februar habe ich meinen 6. Bloggeburtstag zum ersten Mal öffentlich gefeiert, mit einem eigens organisierten Event, an dessen Vorbereitungen ich fast draufgegangen bin, haha. Ende August überlebte ich eine ziemliche Blogger-Katastrophe (die im Vergleich zu "echten" Katastrophen natürlich gar keine ist): ich hatte (auch noch eigenhändig) alle Daten von meinem Computer gelöscht, und Backup hatte ich zum letzten Mal Ende Juli gemacht, also waren alle Daten von 30 Tagen weg, dabei hatte ich gerade im August besonders viel geshootet.

Was sonst noch so passierte?

Ich war auf der tollen Hochzeit von Patrick, habe mit Ballett aufgehört (vorerst). Der Sommer war definitiv zu kurz, der Herbst zu kalt. Ich war zum ersten Mal im Leben zusammen mit Diana auf einem ganz coolen Festival (siehe Foto rechts), habe auf dem Blog eine neue Rubrik eingeführt, die bei euch sehr beliebt war - das Fashion Blogger Battle, habe einige Kooperationen gehabt, habe die Berliner Fashion Week sowohl im Winter als auch im Sommer mitgemacht, und besuchte die liebe Sophie in Maastricht.

Gegen Ende des Jahres musste ich mich von einem mir lieben Ort verabschieden, bin meinen Gefühlen wieder ein Stückchen näher gekommen und habe wieder angefangen, Bücher zu lesen.

Ich bin gespannt auf das neue Jahr und möchte es positiv gestimmt anfangen. Ich wünsche uns allen alles erdenklich Gute und ein schönes, möglichst friedliches Jahr 2017!!

Beliebteste Posts 2016

Der mit Abstand meistgeklickte Post 2016 ist "Peinlichste Kooperationsanfragen", wo ich mich über mein alltägliches Business ausgekotzt habe. So schön Bloggen auch ist, so nervaufreibend kann die fehlende Wertschätzung, die unterirdischen Anforderungen gegen wahnwitzige Entschädigungen und einfach dreiste Lügen mancher Firmen und Agenturen sein.

Hier die anderen populären Posts:

8 Anzeichen dafür, dass du kein Modeblogger-Anfänger mehr bist

Pille? Ach komm, stell dich nicht so an!

looks like Gucci – für kleinen Geldbeutel

von Hasstiraden, Marketing und Selbstzweifeln

Outfit: marine

Der Post, der mir persönlich wohl am meisten am Herzen lag, ist der:

Loser und Winner

Und mein persönlichen Lieblingsoutfits seht ihr im Headerbild!

Und hier kommen weitere Looks und Bilder, die ich dieses Jahr am meisten mochte!

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