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thoughts | von Glaubenssätzen und Sprichwörtern | Teil 1: der Klügere gibt nach

 

 

Um das in angesagter Meme-Sprache zu formulieren: „Wie sehr können unsere Glaubenssätze in Stein gemeißelt sein?

Die Menschheit: „JA“.

 

Wir verlassen uns auf unser Weltbild, auf unsere Moralvorstellungen, auf unsere Traditionen, auf unser Gesellschaftssystem, auf unser Wertesystem und auf unsere Sprichwörter, die wir gerne auch „Volksweisheiten“ nennen. Wir halten all diese Dinge keineswegs für Konstrukte, sondern für gottgegeben und von unseren Vorfahren oder Autoritätspersonen erprobt und für gut befunden. Oft halten wir sie aber auch für unsere eigene Meinung.  Wo kommen sie aber wirklich her? Inwiefern sind sie unser ganz eigenes geistiges Eigentum und inwieweit sind sie unbewusst und deswegen vorbehaltslos von übernommen und uns an-ge-eignet (sich zueigen gemacht) worden?

 Meiner Meinung gibt es eine evolutionsbedingte, eine systemische und eine psychologisch-geistige Erklärung.

 

 

Evolutionsbedingt ist es ja so, dass der Lernprozess nur stattfinden kann, wenn wir unsere Sinneswahrnehmungen und Erfahrungen kategorisieren. „Großes Tier: gefährlich. Beeren von diesem Strauch: lecker. Ins Feuer fassen: tut weh“ und so weiter. Dieses im wahrsten Sinne vorsintflutliche Schubladendenken erspart uns wertvolle Reaktionszeit und kann lebensrettend sein: wenn uns ein Wolf verfolgt und wir erst hinterfragen „Vielleicht ist ja gerade dieses Wolfsexemplar nicht gefährlich und läuft uns nur aus Spaß hinterher“, werden wir höchstwahrscheinlich gefressen. (Obwohl man ergänzend erwähnen muss, dass bei genauerem Hinsehen auch in der Natur nicht die Norm, sondern gerade die Abweichungen davon, sogenannte Mutationen, zu wertvollen Weiterentwicklungen führen).

 

Was unser System angeht, sieht es natürlich schon komplexer aus, denn das Schubladendenken hat keine direkte lebensrettende Funktion mehr, sondern für die einen eher eine psychologische, identitätsstiftende, und für die anderen eine manipulative. Und zwar diejenigen uns lenkenden Individuen mit stark ausgeprägten parasitären Neigungen, die die einfachen Evolutionsmechanismen auf alle Formen des Zusammenlebens und des Umgangs der Menschen miteinander übertragen und sie somit von der instinktiven auf eine psychologische Ebene der Wahrnehmung heben – dabei spielen ihnen die Gruppendynamiken in die Karten, sodass man bestimmte Glaubenssätze nur noch in Umlauf bringen muss – durch die frühzeitige Formung der Kinder und die spätere Prägung der Erwachsenen durch Medien übernehmen die Menschen die Schubladendenkweisen ganz automatisch.

Es geschieht folgendermaßen: schon in der Schule werden wir dazu angehalten, Informationen, die uns von Autoritätspersonen vermittelt werden, als gegeben aufzunehmen und diese beispielsweise während der Schulaufgaben wiederzugeben. Mit Glück haben wir dann im Studium kurzzeitig etwas mehr Raum für Eigeninterpretationen. Mein Professor in Pädagogik war allerdings ein Antibeispiel, denn er wollte stets ausschließlich von ihm vermittelte Inhalte und Lehrmethoden präsentiert bekommen – Alternativlösungen wurden mit schlechten Noten „belohnt“, unabhängig davon, ob sie sinnvoll waren.

Auch nach dem Studium, im Arbeitsleben, wird von uns weiterhin verlangt, uns anzupassen und zu fügen, wenn wir die Arbeitsstelle erst überhaupt bekommen, und später dann nicht verlieren wollen. Unser Weltbild beziehen wir von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, und die Informationen über unsere aktuelle Lage vor allem aus den Medien, die mit Schlagzeilen Aufmerksamkeit erregen und somit ihre Auflagen verkaufen wollen. Auch Filme prägen unser Weltbild sehr, sowie all die anderen Dinge, denen wir uns anschließen, weil wir gar nicht erst auf den Gedanken kommen, dass diese Dinge nicht anders gesehen werden können und dürfen.

Die psychologisch-geistige Komponente ist natürlich auch nicht zu unterschätzen. Es scheint so, dass der Mensch einen Glauben braucht. Nachdem wir in einer der säkularisiertesten Gesellschaften überhaupt leben und die staatlich anerkannten Kirchen ihre Glaubwürdigkeit weitgehend verloren haben, fehlen den Menschen viele Orientierungshilfen und auch ihr angeborenes Bedürfnis, an etwas zu glauben, wird nicht mehr gestillt. Deswegen greifen so viele Menschen unbewusst auf Glaubenssätze, Maximen und Dogmen zurück, die ihnen das Gefühl der Sicherheit vermitteln und ihnen eine Richtlinie und eine Identität verleihen.

 

 

 

 

Dabei wissen wir doch eigentlich aus dem Lauf der Geschichte,

dass viele Glaubenssätze, die teilweise jahrhundertelang als unumstößlich galten, irgendwann durch neue Erkenntnisse abgelöst wurden, die am Anfang dieses Ablösens auch noch bekämpft und deren Verfasser angefeindet und umgebracht wurden (Jesus und auch Galileo sind nur zwei der vielen Beispiele). Der Mensch tut sich unfassbar schwer, für ihn selbstverständliche Denkmuster zu verlassen, denn dieser Vorgang löst in ihm oft Unsicherheit und Angst, statt Neugier und das durchaus positive Gefühl, sich weiterzuentwickeln, aus.

Das Festhalten an Glaubenssätzen wird zum Selbstzweck. Die Menschen identifizieren sich zu 100% mit ihren Glaubenssätzen und bewerten diese auch moralisch höher, als anders beschaffende Glaubenssätze, aber das ist noch nicht alles. Durch die moralische Bewertung steigt die Legitimation, andere Meinungen zu diskreditieren und Menschen, die diese Meinungen vertreten, anzugreifen und abzuwerten, ihnen gar ihre Menschlichkeit abzusprechen. Das führt wiederum zu erhöhter Konfliktbereitschaft, was besonders dann absolut widersinnig ist, wenn es dabei z. B. um den Frieden oder das Wohlergehen der Menschheit geht. Dieser Widersinn ist dem moralisch Überlegenen aber keineswegs bewusst, denn „der gute Zweck“ heiligt bei ihm nicht nur die Mittel, sondern macht diese Mittel indiskutabel.

 

 

Warum ich das alles überhaupt erwähne?

Im Laufe der letzten Zeit sind mir eben auch ein paar der allgemein anerkannten und populären Sprichwörter/Redewendungen aufgefallen, die dieses „In-Stein-Gemeißelt-Sein“ sehr gut repräsentieren, mir aber durchaus des „In-Frage-Stellens-Würdig“ erscheinen. Heute möchte ich über „Der Klügere gibt nach“ reden.

Los gehts! Dinge in Frage zu stellen ist super wichtig!

DER  KLÜGERE  GIBT  NACH

Meine erste Assoziation mit diesem Spruch ist tatsächlich aus dem christlichen Bereich. Eigentlich soll doch dieses Sprichwort ursprünglich das Gegenteil zum alttestamentlichen Vergeltungsprinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ darstellen, denn ohne Menschen, die deeskalierend wirken, hätte die Welt überhaupt keine Augen und keine Zähne mehr. Das sieht man auch in der heutigen Zeit wieder sehr deutlich, wieviele Menschen und Institutionen auf diesen uralten Mechanismus reinfallen und meinen, das wäre die Lösung.  Slogans wie „Diskriminierung diskriminieren“ und Vorgänge wie Waffen in Kriegsgebiete liefern,  um den Frieden zu erreichen, belegen das.  Leider ist es eine Illusion, dass man Leid vermeiden kann, indem man „für den guten Zweck“ die Schuldigen (oder die man für schuldig hält) leiden lässt.  Leid und Leid = doppelt so viel Leid. Krieg und noch mehr Waffen = noch mehr Krieg. Diskriminierung gegenüber den Diskriminierenden = noch mehr Diskriminierung. Diese Rechnung ist eigentlich ganz einfach: wenn ich jemandem den Zahn ausschlage, wächst meiner leider nicht wieder nach, sondern die Anzahl der Zähne verringert sich weiter… Die vermeintliche Befriedigung ist nur eine Illusion, denn sie muss bei neuem Leid immer weiter durch neue Rache gefüttert werden, sodass auf diese Weise das Leid vermehrt statt dezimiert wird.

Im neuen Testament sagt Paulus

„(…) 17 Vergeltet niemals Unrecht mit neuem Unrecht. Seid darauf bedacht, allen Menschen Gutes zu tun. 18 Soweit es irgend möglich ist und von euch abhängt, lebt mit allen Menschen in Frieden. 19 Liebe Freunde, denkt daran, dass es nicht eure Sache ist, euch selbst Recht zu verschaffen. Überlasst dieses Urteil vielmehr Gott 4, denn er hat gesagt: «Es ist allein meine Sache, Rache zu nehmen. Ich werde alles vergelten.» 5 20 Handelt so (…): «Wenn dein Feind hungrig ist, dann gib ihm zu essen; ist er durstig, gib ihm zu trinken. So wirst du ‚feurige Kohlen auf seinem Haupt sammeln‘, du wirst ihn überwinden.»6 21 Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute. (…)“

Diese Lösung finde ich genial, denn so muss der Mensch nicht auf sein Gerechtigkeitsgefühl verzichten und gute Miene zum bösen Spiel machen, und dennoch muss er aber er wird dazu angehalten, es nicht selbst auszuüben, sondern die ganze Sache weiterzuleiten und abzugeben.

„Wie du mir, so ich dir“ führt also keineswegs zum Weltfrieden, den wir angeblich alle so sehr wollen.

Dennoch habe ich etwas gegen das Sprichwort „Der Klügere gibt nach“, denn nachgeben ist für mich bei Weitem nicht immer die klügere Wahl. Durch das Nachgeben und Mitmachen finden immer wieder die größten Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen statt. Ja, wer klug ist, der lässt sich nicht provozieren, aber eine gewaltfreie Konfliktbereitschaft ist durchaus sehr wichtig.

„Der Klügere gibt nach“ wird meines Erachtens von den Mächtigen dieser Welt geschickt instrumentalisiert, denn wer mit diesem Spruch aufwächst und ihn nie hinterfragt, macht nicht nur freiwillig, sondern auch noch mit einem Gefühl moralischer Überlegenheit den Weg für alle möglichen Missstände frei.

Wenn die Klugen immer nachgeben, können die Dummen – oder die Skrupellosen – ungestört regieren.

Manchmal allerdings muss man auch nachgeben – zum Beispiel, wenn der Frühling kommt und man  gerne eine neue Jacke hätte :D Ich bin bei steigenden Temperaturen auch jedes Jahr aufs Neue modisch motiviert! Hier* fand ich ein paar hübsche Jackenexemplare <3

Und ich wünsche uns allen, dass im Frühling nicht nur unsere Liebe zur Mode wiedererwacht, sondern auch unsere Liebesgefühle zu unseren Mitmenschen, sodass wir uns gegenseitig trotz all der Unterschiede nicht mehr verurteilen, sondern das Menschliche hochhalten.

 

______

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Thoughts | worauf konzentrieren wir uns eigentlich?

 

 


 

Konzentration

(lateinisch concentra, „zusammen zum Mittelpunkt“)
ist die willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit.  (...)

 


 

Konzentrieren – ja, aber worauf?

Ich mag es, mich mit der Herkunft und Entstehung eines Wortes oder Begriffes zu beschäftigen. Plötzlich erscheint ein abgenutztes, gewöhnliches Wort in einem neuen Licht und verwundert mich mit seiner Ur-Bedeutung. Dann erkenne ich plötzlich den ursprünglichen Sinn, den das Wort hatte, bevor es im Laufe der Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte abgeschliffen, verändert und mit neuen zeitgeistigen Bedeutungen gefüllt und überschrieben wurde.

Auch beim Begriff „Konzentration“ finde ich es spannend, dass es eigentlich um einen gemeinsamen Akt geht, der zu irgend einem Zentrum strebt („zusammen zum Mittelpunkt“). Und genau um dieses Gemeinsame habe ich mir Gedanken gemacht.

Es ist ja bekannt, dass es förderlich ist, sich auf ein Ziel zu konzentrieren, um es zu erreichen oder auf eine Aufgabe, um sie optimal zu erledigen. Aber diese Erkenntnis wurde in unserer Zeit zu sehr in den Fokus gestellt und als das Non Plus Ultra, fast schon als der Sinn des Lebens angepriesen! Erreiche deine Ziele, strebe nach dem Erfolg (übrigens ist auch dieses Wort ethymologisch interessant – Er-Folg ist ursprünglich eigentlich neutral gewesen, es war etwas, was als eine logische Folge des Handelns erfolgt ist).

Die Folge davon, wenn jeder von uns auf seine eigenen Ziele konzentriert, ist eigentlich trivial

– wird aber, meiner Meinung, zu wenig ausgesprochen. Nämlich: wenn jeder sich auf seine eigenen Ziele und auf seinen eigenen Erfolg konzentriert, verliert er zwangsläufig die anderen Menschen aus den Augen. Wir sind eine Meute Menschen, in der jeder einzelne, für sich genommen und getrennt von den Anderen, auf etwas eigenes blickt: auf sein Vorwärtskommen oder auch auf seine Meinung, die sehr wichtig für ihn ist, weil er sie für seine Identität hält. Dabei wird er blind auf dem Auge der Liebe, denn er sieht seinen Mitmenschen nicht mehr. Er sieht nur, dass er „recht“ hat und findet einen Haufen „schuldige“ andere, die die Welt stetig daran hindern, eine bessere Welt zu werden. Seltsamerweise propagiert er gleichzeitig die Werte der Menschlichkeit und des Miteinanders, der Solidarität und der Rücksichtnahme,  aber richtet dabei die Augen auf sein Gegenüber höchstens zum Tadeln. Da ist es nur logisch, dass dieser Widerspruch nur wenigen auffällt – denn einerseits konzentrieren sie sich ja nicht darauf – und dazu reicht es oftmals, über ein gutes Ziel oder gute Werte bloß zu sprechen. Diese verbale Auseinandersetzung mit dem Thema findet ohne darauffolgendes Tun statt, man redet über Werte und merkt nicht, dass man sich nicht dem Inhalt widmet, der fernab vom leeren Klang der Worte im Handeln erfüllt werden will.

Aber wie überwindet man die Konzentration auf sich selbst und lernt, im Sinne der Menschlichkeit und der berüchtigten Nächstenliebe zu handeln? Wie schafft man es, Wasser zu predigen und dann auch Wasser zu trinken?

Um diese Frage zu beantworten, muss ich nochmal etwas ausholen.

Love is all you need

Der Begriff „Nächstenliebe“ ist so behaftet durch das Christentum, oder besser gesagt, durch das Unvermögen des Christentums, dass es für mich emotional immer komplett unmöglich war, mich dem anzunähern. Wann immer auch das Wort  „Nächstenliebe“ erklang, erschien in meiner Phantasie direkt ein Ritter auf dem Kreuzzug, der im Namen der Nächstenliebe nicht davor scheute, seinen Nächsten zu erschlagen, oder ein alter und eingestaubter Eremit, der äußerlich etwas dem Papst ähnelte und demonstrativ demütig, aber gleichzeitig mit erhobenem Zeigefinger die andere Wange hinhielt, während die eine noch glühte.

In meiner Abneigung vor dieser Art Nächstenliebe war ich mein Leben lang also eher mit „egoistischen“ Dingen beschäftigt, wie: mich nicht ausnutzen zu lassen, „nein“ sagen zu lernen, zu mir zu stehen, Grenzen zu setzen und dergleichen. Derjenige, der sich selbst richtig lieben kann, kann dann auch andere lieben, dachte ich.

Und ja, das stimmt auch, aber nur dann, wenn man sich eben nicht NUR auf sich selbst konzentriert und sich auch nicht auf seiner vermeintlichen moralischen Überlegenheit ausruht. Dann hat man nämlich das Gefühl, unglaublich humanistisch und liebevoll zu sein und das Thema so richtig verstanden zu haben, obwohl man in der Supermarkt-Schlange vor Wut fast in Stücke zerspringt, wenn einem ein Mitmensch so ganz ohne Mindestabstand in den Nacken atmet. Oder wenn man schon wieder eine Meinung über Corona liest, die ja so unglaublich falsch ist, dass man beim besten Willen nicht nachvollziehen kann, wie blöde und verantwortungslos man sein muss, um sie zu vertreten!

Oh, wie abgetrennt von den Mitmenschen, wie verständnis-los und verständnis-unwillig ist man in dem Moment, in dem man sich über eine andere Meinung echauffiert! Oder zeigt mir mal einen, der sich für Diversität und Toleranz einsetzt, wenn er in einer vollen Bahn von jemand angerempelt wird, der sich nicht mal entschuldigt! Wie hasserfüllt und voller Aggression fühlt sich der ach so tolerante Gutmensch in diesem Moment?

… aber die Liebe ist die größte unter ihnen

Ich hörte schon oft von dieser komischen, schwer nachvollziehbaren „Liebe zu den Mitmenschen“. Man hat sie auch als „göttlich“ bezeichnet, man hat sie für das mit Abstand Allerwichtigste überhaupt gehalten („Glaube, Liebe, Hoffnung – diese drei. Aber die Liebe ist die höchste unter ihnen“ aus der Bibel oder „All you need is love“ und viel mehr!) – aber erst jetzt wird mir langsam klar – und vor allem, kann ich es FÜHLEN! – was damit gemeint sein könnte.                

Ich habe jemanden getroffen, der so eine Geduld und so eine Freundlichkeit ausstrahlt, die nur von tief innen kommen kann, weil sie sich so frei von jeglicher Aggression und Überheblichkeit anfühlt! Diese Geduld und Freundlichkeit haben mich so berührt, dass ich merkte – Worte sind nicht alles. Meinungen sind nicht alles. Denken ist nicht alles. Was wir brauchen – ist Liebe.

Ohne Liebe wird  aus Fürsorge – Bevormundung, aus Vorsicht – ein Saktionenstaat, aus Moral – ein Diktat, aus Korrektheit – Zensur, aus Solidarität – Spaltung.  Ohne  Liebe verdrehen sich alle Begriffe und Werte und dienen nicht dem Menschen, obwohl sie genau das propagieren.   

Ohne Liebe lassen wir uns von diesen Verdrehungen blenden, weil das einfach ist. Aber auch Einfachheit ohne Liebe hat die Menschheit schon so oft verführt, in die Irre geführt. Ohne Liebe haben wir keinen moralischen Kompass, sondern höchstens ein Gefühl der moralischen Überlegenheit, die oft auf Luftschlössern basiert und uns zu Marionetten anderer macht, die wissen, wie sie es sich zunutze machen können.  Wir erkennen den Wolf im Schafspelz nur, wenn wir die Liebe haben. Lassen wir uns also nicht spalten und nicht manipulieren. Lasst uns einander lieben, trotz anderer Meinung, trotz Anrempeln, trotz fehlendem Mindesabstand, trotz Gestank, trotz „asozialen“ Verhaltens, trotz Ruhestörung, trotz Blödheit, trotz Überheblichkeit, trotz allem, was uns so nervt, dass wir die Liebe vergessen. Wir müssen als Menschen eher zusammenrücken, zusammenhalten, wir müssen uns aufeinander und auf die Menschlichkeit konzentrieren und einander bejahen, ganz im Sinne der Würde, die jeder von uns für sich beansprucht. Jetzt kommt es auf uns an. Sonst hat unsere Welt nicht mehr lange Bestand.                                                                                                                    

Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die Finsternis als Licht bezeichnen und Licht als Finsternis, die Saures für süß erklären und Süßes für sauer. 
 
Jesaja 5.20 

Konzentration braucht Energie

Worauf auch immer wir uns konzentrieren – brauchen wir dafür Zucker, denn ohne Zucker funktioniert unser Gehirn nicht gut genug. Dabei kann Traubenzucker von Dextro Energy * (auch als Dextrose oder Glukose bekannt) helfen – als metabolisch aktivstes Organ im ganzen Körper hat das Gehirn enormen Hunger und nutzt für seine Funktionen fast ausschließlich Glukose. Der Speicher dafür ist allerdings sehr begrenzt und leert sich vor allem bei erhöhter Aktivität schnell und kann wieder nachgefüllt werden!

(Zitiert aus Benton D. The impact of supply of glucose to the brain on mood and memory. Nutr Rev, 2001; 59: S20-S21)

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Einrichtung Lifestyle living thoughts Zuhause

sind wir frei? Gedanken mit Mycs

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Als ich in Thailand war,

hat sich bei mir eine Szene für immer eingebrannt: wir waren auf einem Markt unterwegs. Dort gab es von Essen über Raubkopien irgendwelcher Designer alles – sogar Tiere (leider!). Wir stoßen auf einen Käfig mit kleinen süßen Welpen. Man hat ihnen die Stresssituation richtig angesehen.  Ein Welpe steckte mit seiner Schnauze im Gitter und schaute raus. Zwei kleine Rebellen rannten auf engstem Raum hin und her und bellten mit ihren Kinderstimmen, und noch einer saß hinten im Käfig, den Kopf zwischen zwei Pfoten vergraben, und schaute resigniert und depressiv vor sich. Was mich sehr zum Nachdenken angeregt hat, war die Tatsache, wie unterschiedlich die kleinen Tiere mit dieser Situation umgegangen sind.

Da ist es mir klar geworden – wir Menschen sind genauso. Trotz unserer Vernunft, die uns theoretisch die Freiheit gibt, mit einer Situation so umzugehen wie wir wollen, reagieren wir meist so, wie es uns die Grenzen unseres eigenen Charakters erlauben. Da wir aber Menschen, und keine Welpen sind, gelingt es uns in seltenen Fällen, an unserem Charakter zu arbeiten und ihn zu erweitern und zu überwinden. Aber selbst da frage ich mich – liegt vielleicht selbst die Fähigkeit, an sich zu arbeiten, jeweils im Potenzial und Charakter des Menschen? Als würde manch einer den Kampfgeist und einen starken Willen mitbekommen, und ein anderer nicht oder weniger. So nach dem Motto „Ich würde ja gerne wollen, aber ich kann nicht“.

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Was ist Freiheit? Ist es, zu tun und zu lassen, was man will?


Wie oft hast du zu dir gesagt: ich räume jetzt auf/ ich lerne jetzt/ ich bleibe nur eine Stunde/ ich trinke nur ein Glas und hast es nicht geschafft, dein Vorhaben zu realisieren? 

Oder hast widersprochen, obwohl du wusstest, dass der andere recht hat?

Warst du in diesen Momenten frei in deinen Handlungen?

Im allgemein verbreitetem Verständnis ist Freiheit die Möglichkeit, zu tun und zu lassen, was man will.

Im Laufe meines Lebens musste ich aber oft die Erfahrung machen, dass man nicht immer das tun und lassen kann, was man will – und zwar nicht immer nur, weil einen andere Menschen oder auch Umstände daran hindern, sondern, weil man sich selbst daran hindert.

Das würde heissen, die äusserliche Freiheit, selbst wenn sie uneingeschränkt wäre (was sie keineswegs ist) ermöglicht uns noch nicht zwangsläufig, so zu handeln, wie wir es wirklich wollen.

Ein drastisches, aber deutliches Beispiel sind Depressionen, die leider noch immer auf sehr viele Vorurteile stossen (wie viele andere Dinge, die nicht direkt greifbar sind und die viele Menschen nicht am eigenen Leib erfahren haben). „Er/sie ist doch bloss faul! Er soll sich zusammenreissen – das geht schon, wenn man es wirklich will!“

Da wäre auch schon der erste Knackpunkt. Wie frei ist jemand, etwas zu wollen? Inwiefern hängt es vom Charakter eines Menschen und von seinen bisherigen Erfahrungen ab, ob er imstande ist, etwas zu wollen? Oder wenn er es will – es auch tatsächlich auszuführen?

Noch ein Beispiel:

Nehmen wir an, A. und O. haben beide in ihrer Kindheit Gewalt oder schlichtweg wenig Liebe erfahren. Beide sind theoretisch frei, im Laufe ihres Leben diese Erfahrung zu verarbeiten, nach dem Hinfallen „aufzustehen, die Krone zu richten, und weiterzugehen“ (wie ein bekannter Spruch uns nahelegt, mit negativen Erlebnissen umzugehen). Was passiert aber in der Praxis? A. lernt aus seinen schwierigen Jahren, sich nicht von der Liebe anderer abhängig zu machen, er wird gerade wegen seiner Kindheit als ein gestärkter Charakter aus der Asche emporsteigen. O. schafft es nicht, mit dem Liebesmangel umzugehen, er hat die ganze Zeit das Gefühl, keine Liebe verdient zu haben und wiederholt dieses Muster sein Leben lang, obwohl seine eigentliche Sehnsucht und sein eigentlicher Wille es sind, geliebt zu werden.

Was ich damit sagen will – selbst bei gleichen oder ähnlichen Ausgangsbedingungen reagieren verschiedene Persönlichkeiten unterschiedlich. Kann man da noch von Freiheit sprechen oder sind wir alle Sklaven unseres eigenen Charakters?

Versteht mich nicht falsch, ich möchte niemanden entmutigen, der an sich arbeiten möchte oder etwas in seinem Leben verändern will. Das ist natürlich durchaus möglich. Genauso wenig will ich irgendwelche Mörder oder Kinderschänder damit rechtfertigen, dass sie nichts für ihre Natur können. Jeder von uns trägt Verantwortung für sich selbst und für andere, und sollte sich deswegen nicht auf seinem Charakter ausruhen oder damit alles entschuldigen.

Ich möchte nur, dass wir nächstes Mal vielleicht nicht zu vorschnell über andere Menschen und ihre Situationen urteilen, weil wir meinen, dass allein aus dem Grund, dass wir es im Leben „geschafft“ haben, es jeder andere auch könnte. Würde er denn nur genug wollen. Sondern dass uns bewusst wird – nicht jeder kann genug wollen. Nicht jeder kann die gleichen Entscheidungen treffen, wie wir es tun, und das macht weder uns zu besseren, noch ihn zu einem schlechteren Menschen.

 

Wir sollten uns mehr mit Menschen solidarisieren, die einen anderen Lebensentwurf haben, als wir, statt automatisch von uns auf andere zu schliessen oder gar überheblich zu werden, denn ja:

jeder Handlung geht eine Entscheidung voraus. Nur ist diese Entscheidung nicht immer frei, sondern ist oft ein Ergebnis vom Unvermögen, eine andere Entscheidung zu treffen. Und auch wenn wir das oft nicht glauben: so eine Situation kann jeden von uns treffen, und dann wollen auch wir Verständnis statt Verurteilung.


 

… aber die Freiheit gibt es trotzdem! Und zwar auf jeden Fall bei MYCS – denn dort kann man seine Möbel individuell gestalten und zusammenstellen! Farbe, Material, Form, Anordnung – alles kann man selbst entsprechend seinem Geschmack, seinen Bedürfnissen und seiner Lebenssituation aussuchen und anpassen!

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Im Rahmen der MYCS Campagne „Mein Stil, mein Design“  war das Team von Mycs bei uns zuhause

und hat ein tolles Video-Interview zum Thema Freiheit gedreht, welches gleichzeitig ein schönes Paar-Portrait von uns geworden ist! Darin spreche ich auch über meinen Einrichtungsstil, denn wenn man die Möglichkeit hat, sein Zuhause zu gestalten, ist es natürlich auch eine Art von Freiheit (wie allgemein jede kreative Beschäftigung). MYCS bietet nämlich Möbel an, die man selbst konfigurieren kann. Dabei kann man entscheiden, welche Grösse, Form, Tiefe, Aufteilung, Art von Holz und Farben seine neuen Lieblingsstücke haben werden. Über mein geliebtes MYCS Sideboard und wie es zu genau dieser Gestalt kam, habe ich hier schon ausführlich berichtet, und hier über unsere neue grüne Samtcouch!

 

Am Tag des Drehs waren wir beide etwas aufgeregt,

da insbesondere Martin nicht so viel Erfahrung damit hat, gefilmt zu werden (abgesehen von den Fällen, wenn er als Tänzer gefilmt wird). Aber als das vierköpfige Team da war und sich super nett und entspannt gegeben hat, hat sich die Aufregung gelegt und wir haben uns, passend zum Kampagnenthema, FREI gefühlt und uns einfach so verhalten, wie immer –  manchmal nachdenklich, immer bisschen verrückt und mit all unseren Macken, zu denen wir stehen, weil es ja so auf keinen Fall langweilig werden kann :D Wir haben philosophiert, getanzt, auf unsere neue Couch draufgesprungen, eine Kissenschlacht veranstaltet und ganz viel gekuschelt (was am Anfang übrigens vor laufender Kamera auch etwas gewöhnungsbedürftig war, haha)!

Für mich ist Einrichtung weit mehr als schöne Gegenstände, die Gemütlichkeit erschaffen. 

Es ist mein Weg, mir ein Safe Space zu schaffen, einen Ort, den ich mit Sicherheit, Geborgenheit und Selbstbestimmung verbinde.

Für Martin hat Einrichtung dagegen eher praktischen Charakter. Natürlich mag auch er schöne Dinge, aber wichtiger ist Komfort und Funktion.

Unter anderem erzählen wir in unserem Interview mit MYCS, wie wir mit diesen verschiedenen Einstellungen einen Kompromissweg gefunden haben, unsere Wohnung zu unserer beider Zufriedenheit zu gestalten, sodass wir uns beide maximal wohl fühlen.

 

 

Hier einige der Fragen, die wir im Interview beantwortet haben:

 

Was bedeutet Freiheit für euch?

Ihr seid zusammengezogen – inwiefern hat sich euer Interiorstil dadurch verändert?

Wie würdet ihr jeweils euren Interiorstil beschreiben?

Wie trefft ihr gemeinsam Interiorentscheidungen?

Warum habt ihr euch für ein grünes Samtsofa entschieden?

Ästhetik oder Funktionalität?

Was sind eure Tipps fürs Zusammenziehen?

Was ist euer Lieblingsmöbelstück bei euch zuhause?

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Unsere Möbelstücke von MYCS findet ihr hier:

 

Sideboard GRID

Stuhl STYNG

Ecksofa aus grünem Samt PYLLOW

Couchtisch ECLYPSE dreieckig

Couchtisch ECLYPSE rund 40 cm

 

Mein persönlicher Gutscheincode:

einfachesra2020

Betrag: 15% Rabatt (auf alle Möbel und momentane Rabattaktionen)


*in freundlicher Zusammenarbeit mit Mycs

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lifestyle: über EILLES KAFFEE, amüsante Fakten und #coffeetostay

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*Werbung

Ich eile die Straße entlang,

in einer Hand ein Kaffee to go, in der anderen das Handy, und fühle mich wie ein Kind, das sich als Erwachsener verkleidet hat. Mein eigenes Busy-Dasein imponiert mir, ich gehöre nunmal zur Generation "wichtig", "always-on-the-road" und "mir-liegt-die-Welt-zu-Füßen". In meinem Papierbecher mit Plastikdeckel ist Kaffee, von dem ich nichts weiß, außer dass er nicht bitter schmeckt und ich ihn gut vertrage, und im Alltagstrubel, wo ich umgeben bin von ewig hastigen grauen Herren, von Schlagzeilen mit Nachrichten aus der ganzen Welt, von zu spät oder gar nicht kommenden Trambahnen, Absperrungen und lärmender Stadt, verleiht er mir das Gefühl von Sicherheit. Deswegen beschleunige ich den Schritt und klammere mich noch fester an meinen Kaffeebecher.

Manchmal spielt er mir einen Streich und rächt sich an mir dafür, dass ich vor lauter Eile den Deckel nicht richtig fest draufgemacht habe, und verteilt den Kaffee großzügig auf meiner Kleidung. Im Winter wird er viel zu schnell kalt, im Sommer bleibt er zu lange warm, es sei denn, es befindet sich Eiskaffee drin - dann schmelzen die Eiswürfel zu schnell. Ich und der Kaffee to go - uns verbindet eine Hassliebe, mit mehr Liebesanteil - und trotzdem gibt es auch andere Momente: mit dem Kaffee, der nicht "to go", sondern "to stay" ist. Die Momente, in denen ich mich endlich in einem Café niederlasse, die Taschen ablege und erstmal einen Latte Macchiato bestelle und mich auf ein Gespräch mit Freunden freue. Die Momente, als der Gedanke an den so intensiven und aromatischen Duft von Kaffee mir das Aufstehen am Morgen erleichtern, wie sonst nichts in der Welt. Die Momente, in denen meine Espressomaschine an erster Stelle steht, vor Mails und vor dem ganzen Tag, der auf mich zukommt.

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Genau um diese Momente

ging es auf dem Event, das ich am Donnerstag besuchen durfte. Die TV-Werbung von EILLES KAFFEE spielt mit unserer Sucht nach dem Kaffee to go und stellt der Schnelllebigkeit unseres Alltags den Hashtag #coffeetostay entgegen. Eine schlaue Marketingstrategie, aber auch eine tiefergehende Message. Das beste Gespräch des Abends führte ich mit Herrn Heidlas, der bei J. J. Darboven für Schulungen und Training zuständig ist - und das sowas von zurecht! Ich bin ja selber Pädagogin (ich unterrichte Klavier, seit ich 16 bin), und weiß, dass es nur wenige Menschen gibt, die sich zwar perfekt mit der Materie auskennen und auf einem hohen und präzisen Niveau anderen Profis Informationen vermitteln können, aber gleichzeitig in der Lage sind, den Laien (wie ich einer bin) unterhaltsame und trotzdem informative Fakten verständlich und spannend zu erklären.

Einige dieser Fakten über unser aller Liebling Kaffee habe ich für euch zusammengetragen - und hoffe, ihr findet sie genauso witzig und wissenswert, wie ich. Und übrigens: die Werbegesichter von EILLES KAFFEE sind Max und Friedrich von Thun, und genau die beiden Herren habe ich gezwungen, mit mir ein Bild zu machen :D Das Bild seht ihr am Ende dieses Beitrags!

6 unknown facts about coffee

  • Die meisten Menschen meinen, dass Espresso mehr Koffein hat, als Filterkaffee. Das ist genau andersrum! Beim Filterkaffee läuft das Wasser viel langsamer durch den Kaffee ("Kaffeemehl" in der Fachsprache) und nimmt folglich viel mehr Stoffe auf, also auch mehr Koffein. Beim Espresso wird das Wasser eher schnell durch den Kaffee gedrückt, und nimmt so weniger Koffein mit. Wer also vom Kaffeetrinken munter werden möchte, soll Filterkaffee trinken!
  • Ebenso ist es ein Fehler, dass eine Milch mit mehr Fettgehalt besser schäumt. Nicht der Fettgehalt der Milch ist für die Schaumbildung verantwortlich, sondern der Eiweiss-Gehalt. Wir schlagen ja auch Eiweiss zum Backen oder fürs Baiser!  Ideal für den Schaum sind 3,3% Gramm Eiweiss pro Liter.
  • Den Espresso, also die Art, unter Druck Kaffee zuzubereiten, haben die Franzosen erfunden. Die Italiener haben es aber kultiviert. Deswegen heißt der Espresso eigentlich "Expresso", das ist der richtige Ursprungsbegriff. Da es im Italienischen aber kein "x" gibt, wurde aus dem "EXpresso" ein "Espresso"!
  • Und weiß jemand von euch, woher das Wort Cappuccino kommt? Das heißt wörtlich "kleine Mütze" auf Italienisch und kommt daher, dass Mönche keinen Espresso trinken durften, da es ein Genussmittel ist. Sie wollten aber! Also haben sie auf den Kaffee ein kleines Milchschaumhäubchen - eine kleine Milchmütze - draufgemacht, so war der Kaffee versteckt ;) Gar nicht blöd, die Taktik :)  Übrigens: das hat mit Kaffee nichts zu tun, aber die schwäbischen Maultaschen sind genauso entstanden. Den Mönchen war es nicht erlaubt, Fleisch zu essen, dann haben sie es kurzerhand in der Teigtasche versteckt :D
  • Unglaublich, aber wahr - Kaffee ist Getränk Nummer EINS bei den Deutschen, noch vor Wasser! Wasser kommt an zweiter Stelle, Nummer Drei sind Erfrischungsgetränke, und am Platz vier ist Bier (das reimt sich sogar :))
  • Viele Menschen haben Magenprobleme, wenn sie Kaffee trinken - die kommen von den Chlorogensäuren. Länger gerösteter, also dunklerer Kaffee, ist bekömmlicher, weil die Säuren sich rausrösten :)

Das Besondere an EILLES selber ist,

dass die Marke nicht nur Entschleunigung propagiert, sondern auch lebt. EILLES KAFFEE soll keinen Hype auslösen wie Starbucks und auch nicht schnell schnell im Gehen konsumiert werden, sondern die Qualität und die sorgsame Herstellung des Kaffees soll gebührend honoriert werden, mit Zeit und Ruhe, aber auch mit einem höheren Preis. In kleinen EILLES-Läden können Tee, Kaffeebohnen und ein paar erlesene Süßigkeiten gekauft werden, einen Kaffee to go gibt es nicht. EILLES KAFFEE gehört zum Unternehmen J. J. Darboven - Herrn Darboven, der beim Event übrigens höchstpersönlich anzutreffen war, gehört übrigens unter anderem auch Mövenpick Café und die Fair Trade Marke Café Intención.


*in freundlicher Kooperation mit EILLES KAFFEE - danke fürs Eintauchen in die faszinierende Welt des Kaffees!

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thoughts

thoughts: Loser und Winner

Loser und Winner

„Das eigentliche, tiefe Problem der Gesellschaft liegt darin, dass sie in „Loser“ und „Winner“ unterteilt wird und sich auch selber unterteilt.“, meinte P. neulich zu mir.

„Winner“ sind dabei diejenigen, die einer bestimmten Definition von „Erfolg“ entsprechen, und „Loser“ sind all die anderen. Wenn dann einer von den Losern jemanden von den Winnern zu kritisieren wagt, kommt sofort das Neid-Argument.


 

Wer in unserer Gesellschaft darf eigentlich

Kritik üben,

die ernstgenommen wird? Ich habe das Gefühl, dass es nur diejenigen sind, die der Norm entsprechen, die da wäre: ein Mensch, der sich all seinen Erfolg selbsttätig erkämpft hat, gemäß dem Spruch „Der Erfolg gibt ihm recht“.

Das heißt eigentlich, dass die „Erfolgreichen“ unserer Gesellschaft sich selber von Kritik schützen, indem sie denen, die sie als „Loser“ einstufen, das Recht auf Kritik absprechen, den Kritisierenden unmündig machen. „Du maulst nur rum, weil du unzufrieden bist“ kann nur jemand sagen, der sich abgrenzt und nichts mit real existierenden Problemen zu tun haben will, nur weil das nicht seine sind. Dass so ein Verhalten nicht dem Ideal einer Integrität und Solidarität entspricht, will ein erfolgreicher Bürger (nachfolgend „Winner“ genannt) natürlich nicht hören.

Aber wovor haben eigentlich Winner Angst, wenn man sie kritisiert?  

Was verlieren sie, wenn sie die Kritik gelten lassen?

Vielleicht davor, dass einige von ihnen dann zugeben müssten, dass ihr Erfolg manchmal gar keinen ehrenwerten Charakterzügen oder Handlungen entspringt? Oder davor, dass das bestehende System, was für sie gut funktioniert, aufgeweicht wird und die Trennlinie zwischen „Winnern“ und „Losern“ verwischt? Warum muss man denn seine Identität auf Erfolg gründen und nicht beispielsweise auf der Fähigkeit, Mitgefühl, Toleranz und Solidarität zu leben?

Ich denke, das kann man damit erklären, dass der ignorante Weg gesellschaftlich nicht nur akzeptiert, sondern auch hoch geschätzt und zudem auch einfacher ist. Es ist zwar auch für die Winner nicht leicht, sich mithilfe der Ignoranz zu behaupten, weil die Aufrechterhaltung der Ignoranz (genauso wie die Aufrecherhaltung der Toleranz) auch Kraft kostet. Allerdings glaube ich schon daran, dass hier Übung den Meister macht und mit der Zeit die Abstumpfung zunimmt und die Oberarmmuskeln wachsen – kein Wunder bei ständigen Ellenbogenbetätigung. Das heißt, es wird leichter. Wer den Weg des Winners einmal bewusst eingeschlagen hat, wird mit der Zeit immer gefestigter. Und die Umgebung bestätigt den Winner in seinem Tun, weil die meisten es bewundern und sich als Vorbild nehmen, und die anderen die Wahrheit nicht auszusprechen wagen, die da hieße: für den Werdegang eines Winners spielt seine Korrumpierbarkeit eine große Rolle.

Totschlagargument des Neides

Oh ja, ich höre schon die Winner schreien: „Das sagst du doch nur, weil du selber ein schwacher und uncooler Loser bist! Du bist doch einfach nur neidisch!“ – und tatsächlich:

hat sich ein Winner schonmal darüber ausgelassen, dass er sein „Winnertum“ einer verkorksten Gesellschaft zu verdanken hat, die es nötig hat, die unendlich vielfältigen Menschenleben und Charaktere mit Etiketten zu versehen und in Schubladen zu verstauen, aus denen rauszukommen nur ganz wenigen gelingt?

Eine Hand wäscht die andere

Wohl kaum: denn die Winner kritisieren keine Winner. Eine Hand wäscht die andere. Wenn die Winner gerade mal nicht damit beschäftigt sind, ihren Gewinn noch zu maximieren, haben sie schlichtweg keine Lust, am eigenen Ast zu sägen und die eigene Position zu hinterfragen. Warum denn auch? „Wir sind stolz auf unsere Leistung und mit uns selbst im Reinen! Kritisieren ist was für Loser“, denken die Winner, „die haben doch ein Problem, nicht wir!“.

Somit wären wir wieder am Anfang meiner Ausführungen. Die „Winner“ sprechen den „Losern“ das Recht auf ernstzunehmende Kritik ab und sind damit auf der sicheren Seite.

Loser besitzen die Freiheit zur Wahrheit

Aber, liebe Winner, wie wäre es denn mit dem Gedanken, dass die Loser nicht deswegen kritisch sind, weil sie auf euch neidisch sind, sondern, weil sie nichts zu verlieren haben und deswegen die Freiheit besitzen, die Wahrheit sagen zu können? Oder sogar andersrum – dass sie zum Teil auch deswegen „Loser“ sind, weil sie eben die Wahrheit sagen? Nicht die populäre Art von Wahrheit, die die Menschen (meist gegen jemanden oder etwas) vereint und im Chor singen lässt „Wie wahr, wie wahr, endlich sagt es mal einer“, sondern die ECHTE, unangepasste, unbequeme, scharfkantige und stinkende? Eine, die sich gegen uns alle richtet und uns alle betrifft, auch die Winner?

Denn ja, auch ich unterliege dem stahlkäfigartigen Zwang, erfolgreich sein zu wollen, auch ich möchte kein „Loser“ sein – und dabei weiß ich genau, dass ich in Wirklichkeit ein Winner bin – aber in anderen Disziplinen und mit anderen Eigenschaften, als die, die vom Erdenbürger als typische Winner-Eigenschaften gewertet werden.

 

War es früher besser?

Nein, ich lamentiere nicht à la „Dieser Werte-Verfall heutzutage!“, denn die Werte sind nicht „aus der Mode“ gekommen. Sie waren noch nie in Mode! Man könnte meinen, dass im 19. Jahrhundert, als die Menschen sich wegen einer Beleidigung duellierten und ein ausgeprägtes (vielleicht auch übertriebenes) Ideal der Ehre hatten, ich vielleicht eher ein „Winner“ wäre als heute – aber es kann sein, dass diese Vorstellung naiv und romantisierend ist. Denn auch damals war es mit der Ehre schnell vorbei, wenn es um Vorteil und Erfolg ging.

Klar hat unsere Zeit ihre spezifischen Auswüchse – wie die überdimensionale Egomanie, die in früheren Jahrunderten in der Form vielleicht nicht existierte. Vielleicht ist diese Egomanie wegen der Überbevölkerung und wegen der immer schneller werdender Lebensweise entstanden – denn wenn wann nicht laut schreit „Hier bin ich und ich bin toll“, wird man im Überfluss aller möglichen Berufe und Menschenfluten höchstwahrscheinlich übersehen. Aber man müsste auch nicht immer die anderen, die im Weg stehen, wegtrampeln, um auf sich aufmerksam zu machen. 

Wie heißt es nochmal so schön?

Nicht was er mit seiner Arbeit erwirbt, ist der eigentliche Lohn des Menschen, sondern was er durch sie wird.

John Ruskin

 

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thoughts

thoughts: selber schuld

Versagen, Jammern, lamentieren und verzweifeln ist heutzutage out. Komisch nur, dass die ganze Weltliteratur voll davon ist. Anscheinend gab es früher Menschen, die zu ihren Schwächen standen, sie als Teil des Lebens akzeptierten, und damit zwar kämpften, aber daraus auch ihre Inspiration schöpfen konnten.

Du Opfer!

Schwäche gilt im 21. Jahrhundert als uncool, was am besten durch das Schimpfwort "Opfer" zum Ausdruck kommt (Gottseidank gerät aber "Opfer-Shaming" immer mehr unter Kritik). Laut (zu) vielen Menschen ist jemand, der in schwere Lebensumstände gekommen ist, daran "selber schuld". Dabei gehen sie entweder von ihrer eigenen unversehrten Situation oder von ihrer eigenen positiven Lebenseinstellung aus, die ihrer Meinung nach ihr eigener Verdienst ist, für die sie aber in den meisten Fällen schlichtweg nichts dafür können. Es gibt noch die dritte Spezies, die weder unversehrt noch positiv eingestellt ist, aber den "Pechvögeln" trotzdem die Schuld für ihr Pech gibt - aus Gedankenlosigkeit oder aus Unwillen, den Unglücklichen ihr Unglück zu gönnen (richtig gehört, zu gönnen!) à la "Mir gehts auch nicht gut, mit mir hat auch keiner Verständnis, und trotzdem lasse ich mich nicht hängen und kämpfe". Nein. Auch wenn du selbst unglücklich bist und dagegen kämpfst, musst du einsehen - alle Menschen und alle Ausgangssituationen sind einzigartig. Nur weil keiner Verständnis und Mitgefühl für deine Situation hat, musst du diese Härte nicht auch noch an andere weitergeben. Auch du hast von vielfältigen Lebenswidrigkeiten nur eine theoretische Vorstellung und kannst nur bedingt beurteilen, wie es zu schwarzen Löchern im Leben eines anderen Menschen kommen kann.

#lifegoals

Lustigerweise wird aber auch den Menschen, die in "glückliche", oder sagen wir mal, optimale Zustände hineingeboren werden, oft zugeschrieben, dass sie selbst für ihr Glück gesorgt haben. Die Reichen und Schönen dieser Welt rühmen sich mit Stärke und Willen und wenn man sie fragt, wie sie zum Erfolg kommen, sagen die Ehrlichen und Reflektierten unter ihnen "Ich hatte viel Glück", und diejenigen, die nach Wertschätzung lechzen oder aber einfach nur hohl sind, brüsten sich mit "harter Arbeit". (Natürlich ist harte Arbeit auch mit ein Bestandteil des Erfolgs, aber eher eine Voraussetzung als der einzige Grund!).

Haben wir unser Schicksal tatsächlich in der Hand?

"Selbst schuld" ist so eine Sache. Ob der Mensch tatsächlich einen freien Willen besitzt, wird in der Philosophie seit eh und je heiß diskutiert, und zwar ohne ein eindeutiges Ergebnis. Ob ein Mensch den Willen und die Kraft zur Veränderung besitzt, hängt nämlich von mannigfaltigen Umständen ab. Die Negativität entwickelt oft eine Eigendynamik, und dann kommt es auf die Mentalität des Betroffenen an. Manche haben von Geburt an einen Kampfgeist, während andere höchstens mit ihren Selbstzweifeln und Schuldgefühlen kämpfen, aber nicht mit schweren Lebensumständen. Ob man das auf Knopfdruck einfach ändern kann, wenn man zu hören bekommt "du bist selbst Herr deines Schicksals", ist höchst fragwürdig. Auch gibt es tatsächlich so etwas wie psychische Krankheiten, für die man genauso viel kann, wie beispielsweise für einen gebrochenen Fuß. Die Gratwanderung von "zu faul" über "nicht einsichtig" bis "krank" ist sehr fein und muss mit Vorsicht betrieben werden, stattdessen platzen viele Menschen wie ein Elefant in einen Porzellanladen in die Be- und Verurteilung rein, mit ihrer Überzeugung, es besser zu wissen, als einziger Berechtigung.

Was ich damit sagen will: wir haben viel weniger Einfluss auf unser Leben, als uns suggeriert wird. Wenn ich überlege, warum uns von allen Seiten zugesichert wird, dass wir alles können, wenn wir es nur wollen, habe ich das Gefühl, dass dieser Leitsatz wie ein großes Betäubungsmittel über das ganze Volk gegossen wird, damit man meint, man wäre selbstbestimmt. Denn wer sich selbstbestimmt fühlt, hat keinen Drang  mehr, sich zu befreien und ist leicht lenkbar. Mit anderen Worten: ein Sklave, der meint,  er wäre frei, wird nicht rebellieren.

Schwäche zulassen für ein besseres Miteinander

Es gibt einen Satz "Teile und herrsche". Wenn sich die Gesellschaft in "Gewinner" und "Verlierer" spaltet, ist sie leichter lenkbar. Wenn sie dagegen zusammenhalten würde, wäre sie auch immuner gegen Manipulation und könnte sich leichter gegen Missstände wehren. Die "Starken", die aus welchen Gründen auch immer Glück hatten und ihre Fähigkeiten anwenden und ausbauen konnten und sie angemessen entlohnt bekommen, fühlen sich den "Schwachen", die diese Möglichkeiten nicht hatten, überlegen und betrachten sie von oben herab mit Schadenfreude à la "Diese Assis/Hartz4-Empfänger/Ausländer etc haben es nicht besser verdient, denn sie sind selber schuld" ohne zu merken, dass sie damit sich selbst zu äußerst manipulierbaren Staatsbürgern und Arbeitskräften katapultieren. 

Man könnte natürlich auch meinen, dass "Die Starken" es ja auch gar nicht nötig haben, zu rebellieren, weil ihr Leben ja gut verläuft und sie kein Problem damit haben. Aber erstens: drei Viertel von ihnen haben tatsächlich ein Problem, allerdings ohne es zu reflektieren: sie lassen sich ausbeuten und sind sich dabei sicher, dass sie das freiwillig tun, um sich zu "verwirklichen". Das vierte Viertel besteht aus den Ausbeutern selbst - und die haben tatsächlich in dem Sinne kein Problem, aber: sie handeln nicht human. 

Für die moralische Notwendigkeit, human zu handeln, gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis. Das muss jeder für sich entscheiden. Allerdings hat sich die Menschheit mal gerühmt, sich von der Tierwelt nicht nur durch ihren Verstand abzuheben, sondern auch durch die Fähigkeit des Miteinanders trotz fehlenden Vorteils. Dieser Schritt Richtung Menschsein will von vielen erst gemacht werden.

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Allgemein thoughts

thoughts | Besitz

Ja, gerade ich, eine Fashionbloggerin, die der Inbegriff der heutigen Konsumgesellschaft ist, möchte darüber schreiben, dass man Besitz nicht überbewerten sollte. Versteht mich nicht falsch, ich liebe die schönen Dinge des Lebens. Aber mir ist bewusst, dass diese Dinge eben zum Leben dazugehören. Und das Leben – ist nicht ewig.

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Quelle des Duden-Zitates

 

Als ich letztens berufsbedingt in einem Edel-Altenheim zugegen war (der eher einem Luxushotel gleicht), sah ich in einem Raum voller alter gebrechlicher Menschen eine betagte Dame, die eine Chanel 2.5 in den Händen hielt. Dieses Bild hat mich umgehauen und berührt, weil ich da gleich mehrere Sachen auf einmal fühlte und dachte.

Erstens:

irgendwie ist mir die Endlichkeit des Lebens bewusst geworden. Die Dame hat nicht mehr so lange zu leben, und sie wird diesen kostbaren Gegenstand und Objekt der Begierde Vieler nicht behalten können. Sie wird es genauso ablegen wie alles andere, was zu ihrem Leben dazugehört, inklusive des Lebens selbst.

Andererseits

war es faszinierend, welche Lebensfreude dieses Bild ausstrahlte. Der Dame war es auch im Alter wichtig, auf ihr Äußeres zu achten und die schönen Dinge des Lebens, wie diese Chaneltasche es zweifelsohne ist,  zu genießen. Und wer weiß, wie lange diese Tasche ihre Besitzerin schon begleitet? Was sie alles mit ihr gemeinsam durchgemacht hat? Und wie die alte Dame überhaupt zu dieser Tasche kam, wieviel sie dafür gearbeitet hat oder von wem sie sie geschenkt bekommen hat?

Und ich habe mich daran erinnert, dass ich als Kind immer wieder folgende Erfahrung gemacht hatte: ich schlief und träumte, ich hätte ganz was Tolles geschenkt bekommen. Oder ich hatte plötzlich ganz lange Haare, bis zum Boden, wie eine Meerjungfrau und bestaunte sie vor dem Spiegel. Dann wachte ich auf, und alles war wieder weg. Dabei hatte ich es doch eben gerade noch in der Hand gehabt!!

So ist es nunmal mit dem Besitz. Er ist gar nicht so felsenfest und sicher, wie er uns immer vorkommt.

Da dachte ich mir: genieße die Geschenke des Lebens. Aber vergesse nicht, zu lernen, loszulassen. Immer wieder. Denn irgendwann wirst du es müssen.

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Fällt es euch schwer, loszulassen? Beschäftigt ihr euch ab und zu mit solchen Gedanken? Oder verdrängt ihr lieber, dass das Leben nicht ewig ist?

 

 

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thoughts

thoughts: sicherheit

Ihr geht zur Schule, dann studiert ihr oder macht eine Ausbildung. Ihr versucht den Spagat zwischen „Spaß am Job“ und „Sicherheit im Berufsleben“. Warum ist denn diese vermeintliche Sicherheit so wichtig und gibt es sie überhaupt?

Das einzig sichere ist nämlich – der Tod.

Gestern traf ich eine junge Frau, grad mal 20 Jahre alt. Sie war total darauf versessen und auch ziemlich stolz, dass sie Jura studiert, denn das würde ihr Sicherheit bieten. Sie erklärte betont selbstbewusst, dass „Sicherheit“ für sie nicht bedeute, bei ein und demselben Job so lange wie möglich zu bleiben. Sie würde einen Job sofort kündigen, wenn er ihr nicht passen sollte. Aber etwas zu studieren, was ihr ein sicheres Einkommen verschaffen wird, sei für sie das Wichtigste. Als ich versuchte, ihr nahezubringen, dass die „Sicherheit“ in Wirklichkeit nur ein Gedanke ist, der in unserem Kopf existiert, meinte sie „Das denkst du nur, weil du selber keine Sicherheit hast“.

Ja sorry das sagen zu müssen, aber ich fühle mich (trotz meiner überwiegenden Selbstständigkeit) nicht unsicher… Sicherheit ist eine Illusion. Sicherheit ist eins der vielen Lockmittel, um uns gefügig zu machen.

Wie kann man sich in diesem Leben eigentlich überhaupt „sicher“ fühlen, wenn man in jedem Fall irgendwann sterben wird?

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Einmal traf ich einen guten Bekannten. Er war etwas aufgelöst und sehr unkonzentriert. Auf die Frage, was los sei, erzählte er: „Vor 10 Minuten habe ich gerade angefangen, mein Fahrrad abzusperren, als einen Schritt neben mir ein großer Ziegelstein vom Dach runtergefallen ist. Ich bin immer noch schockiert. Wäre ich ein paar Zentimeter weiter links gestanden, wäre ich jetzt nicht mehr hier. Wäre ich jetzt womöglich gar nicht mehr.“

Vernünftig sein schön und gut. Wir sollen nicht mit geschlossenen Augen auf den Gleisen rumtanzen, bloß, weil wir sowieso irgendwann sterben werden. Aber behalten wir einfach im Hinterkopf, dass wir unsere Leben nicht komplett auf einer Fata Morgana namens Sicherheit aufbauen sollten.

Es gibt wirklich Wichtigeres – Momente, die bleiben. Momente voller Liebe. Momente voller Leben. Momente voller Dankbarkeit.

DSC_8562

Und hier ein „Behind the scenes“-Bild: so habe ich das „Schloss“ gebastelt :DD Ich habe nämlich erst gegoogelt, welches Symbol für Sicherheit steht, und hab dann lauter Schlösser gefunden. So entstand dann auch die Idee für die Bilder dieses Posts :)

schloss-security-sicherheit-gedanken-blogger

HIER gehts zum Post über Verpeilt-sein, und HIER – übers Scheitern. Wen das Thema „Cool sein“ interessiert – klickt HIER, und wer Tipps zur gesunden Selbstliebe lesen möchte – findet sie HIER . Wäre ja schade, wenn die älteren Gedankenposts untertauchen :)

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Allgemein thoughts

thoughts: scheitern leicht gemacht

powerr

 

Dream. Believe. Achieve.

 

… dieser Spruch und seine Allgegenwart auf übertrieben optimistischen möchtegern-lebensweisen Lifestyle-Blogs löst bei mir eine allergische Reaktion aus. Warum?

Erkläre ich gleich. Erst möchte ich zwei Sachen vorwegnehmen:

Erstens. Ich habe es durchaus nicht nötig, Leistugen anderer durch den Kakao zu ziehen, um selber besser dazustehen, darum soll es hier nicht gehen. Zweitens. Ich möchte hiermit nicht die Träumer angreifen.

Das, was meine Allergie hervorruft – ist die Heuchlerei. Jemand, der glaubt, er könne (und solle) alles erreichen, wenn er es nur will, kann leichter instrumentalisiert werden für Ziele großer Unternehmen, die ihn glauben machen, dass es sich dabei um seine eigenen Ziele geht – und somit kann dieser „Jemand“ leider gefährlich werden. Gefährlich für die Gesellschaft in dem Sinne, dass er ein Einzelgänger wird, ein Ego-gesteuertes Über-Individuum auf dem steilen Weg zum Ziel.

Wir haben vergessen, was „sozial“ eigentlich bedeutet. Das Zusammenarbeiten (nicht Gegeneinanderarbeiten!) ist für die Gesellschaft von essenzieller Bedeutung. Der größte Teil des Team-Gelabers ist wiederum nur eine Art der Manipulation, um Leute – äh besser gesagt, „Arbeitskräfte“, auszuquetschen und ihre irgendwo noch vorhandene Sehnsucht nach „gemeinsam“ auszunutzen. Wenn es darauf ankommt, kann sich nämlich ganz schnell rausstellen – ja, wir sind ein Team – aber du passt leider nicht mehr dazu. Und Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Wieviele Leute haben schon Jobs verloren, wo sie sich absolut zugehörig gefühlt haben und ihr ganzes Leben dafür aufopferten?

power

Im Studium hatte man in mein Hirn eingepflanzt – um weiterzukommen, musst du gut sein. Punkt. Nach dem Studium musste ich feststellen – Oops. Wenn das bloß so einfach wäre. Gut sein ja – aber es ist nur die Voraussetzung. Dazu solltest du am richtigen Ort zur richtigen Zeit sein und was noch viel wichtiger ist – die nötigen Charaktereigenschaften mitbringen, die da wären –

  • Selbstanpreisungsfähigkeit (in Firmensprache „Selbstbewusstsein“)
  • gut trainierte Ellenbogen
  • und nicht zuletzt die Fähigkeit,  andere Fische aus dem Teich hinauszuschmeißen, wenn es mal für die eigenen ehrenwerten Ziele eng werden sollte.

Wie viele erfolgreiche Blogger zum Beispiel antworten auf die Frage „Wie hast du das alles erreicht“  mit  „Durch harte Arbeit“? Wie unreflektiert und verlogen ist das bitte? Harte Arbeit ist höchstens die Voraussetzung, aber doch nicht alles, was zum Erfolg führt! Wie wäre es mit „Durch Connections, Glück, Fleiß, Motivation und eventuell noch gutes Aussehen?“

hochnaesig

Während meines Bewerbungsgesprächs bei Abercrombie ist in die Runde gefragt worden (es war ein Massen-Vorstellungsgespräch, wenn man das so bezeichnen darf) – „was waren deine größten Erfolge?“ . Der Surferboy mit Muckis sagte „Als ich beim Sport meine Ziele erreicht habe“, der blonde Engel mit Brille sagte „Als ich mein Abi geschafft habe“, und ich musste ich zwangsläufig sagen – „Das kommt darauf an, was man unter Erfolg versteht. Für mich bedeutet jedes Scheitern Erfolg, solange man daraus lernen kann“, und kassierte einen schockiert-verständnislosen Blick der ganzen Runde. Den Job hab ich natürlich nicht bekommen ;)

In diesem Sinne – frohes Scheitern! Lehnt euch zurück und chillt ein bisschen! Und scheißt mal öfter auf Erfolg, Ziele und sonstigen Krampf – kann für euch und auch für eure Mitmenschen ziemlich entspannend werden :D

chillen

 

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