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thoughts: Loser und Winner

Loser und Winner

„Das eigentliche, tiefe Problem der Gesellschaft liegt darin, dass sie in „Loser“ und „Winner“ unterteilt wird und sich auch selber unterteilt.“, meinte P. neulich zu mir.

„Winner“ sind dabei diejenigen, die einer bestimmten Definition von „Erfolg“ entsprechen, und „Loser“ sind all die anderen. Wenn dann einer von den Losern jemanden von den Winnern zu kritisieren wagt, kommt sofort das Neid-Argument.


 

Wer in unserer Gesellschaft darf eigentlich

Kritik üben,

die ernstgenommen wird? Ich habe das Gefühl, dass es nur diejenigen sind, die der Norm entsprechen, die da wäre: ein Mensch, der sich all seinen Erfolg selbsttätig erkämpft hat, gemäß dem Spruch „Der Erfolg gibt ihm recht“.

Das heißt eigentlich, dass die „Erfolgreichen“ unserer Gesellschaft sich selber von Kritik schützen, indem sie denen, die sie als „Loser“ einstufen, das Recht auf Kritik absprechen, den Kritisierenden unmündig machen. „Du maulst nur rum, weil du unzufrieden bist“ kann nur jemand sagen, der sich abgrenzt und nichts mit real existierenden Problemen zu tun haben will, nur weil das nicht seine sind. Dass so ein Verhalten nicht dem Ideal einer Integrität und Solidarität entspricht, will ein erfolgreicher Bürger (nachfolgend „Winner“ genannt) natürlich nicht hören.

Aber wovor haben eigentlich Winner Angst, wenn man sie kritisiert?  

Was verlieren sie, wenn sie die Kritik gelten lassen?

Vielleicht davor, dass einige von ihnen dann zugeben müssten, dass ihr Erfolg manchmal gar keinen ehrenwerten Charakterzügen oder Handlungen entspringt? Oder davor, dass das bestehende System, was für sie gut funktioniert, aufgeweicht wird und die Trennlinie zwischen „Winnern“ und „Losern“ verwischt? Warum muss man denn seine Identität auf Erfolg gründen und nicht beispielsweise auf der Fähigkeit, Mitgefühl, Toleranz und Solidarität zu leben?

Ich denke, das kann man damit erklären, dass der ignorante Weg gesellschaftlich nicht nur akzeptiert, sondern auch hoch geschätzt und zudem auch einfacher ist. Es ist zwar auch für die Winner nicht leicht, sich mithilfe der Ignoranz zu behaupten, weil die Aufrechterhaltung der Ignoranz (genauso wie die Aufrecherhaltung der Toleranz) auch Kraft kostet. Allerdings glaube ich schon daran, dass hier Übung den Meister macht und mit der Zeit die Abstumpfung zunimmt und die Oberarmmuskeln wachsen – kein Wunder bei ständigen Ellenbogenbetätigung. Das heißt, es wird leichter. Wer den Weg des Winners einmal bewusst eingeschlagen hat, wird mit der Zeit immer gefestigter. Und die Umgebung bestätigt den Winner in seinem Tun, weil die meisten es bewundern und sich als Vorbild nehmen, und die anderen die Wahrheit nicht auszusprechen wagen, die da hieße: für den Werdegang eines Winners spielt seine Korrumpierbarkeit eine große Rolle.

Totschlagargument des Neides

Oh ja, ich höre schon die Winner schreien: „Das sagst du doch nur, weil du selber ein schwacher und uncooler Loser bist! Du bist doch einfach nur neidisch!“ – und tatsächlich:

hat sich ein Winner schonmal darüber ausgelassen, dass er sein „Winnertum“ einer verkorksten Gesellschaft zu verdanken hat, die es nötig hat, die unendlich vielfältigen Menschenleben und Charaktere mit Etiketten zu versehen und in Schubladen zu verstauen, aus denen rauszukommen nur ganz wenigen gelingt?

Eine Hand wäscht die andere

Wohl kaum: denn die Winner kritisieren keine Winner. Eine Hand wäscht die andere. Wenn die Winner gerade mal nicht damit beschäftigt sind, ihren Gewinn noch zu maximieren, haben sie schlichtweg keine Lust, am eigenen Ast zu sägen und die eigene Position zu hinterfragen. Warum denn auch? „Wir sind stolz auf unsere Leistung und mit uns selbst im Reinen! Kritisieren ist was für Loser“, denken die Winner, „die haben doch ein Problem, nicht wir!“.

Somit wären wir wieder am Anfang meiner Ausführungen. Die „Winner“ sprechen den „Losern“ das Recht auf ernstzunehmende Kritik ab und sind damit auf der sicheren Seite.

Loser besitzen die Freiheit zur Wahrheit

Aber, liebe Winner, wie wäre es denn mit dem Gedanken, dass die Loser nicht deswegen kritisch sind, weil sie auf euch neidisch sind, sondern, weil sie nichts zu verlieren haben und deswegen die Freiheit besitzen, die Wahrheit sagen zu können? Oder sogar andersrum – dass sie zum Teil auch deswegen „Loser“ sind, weil sie eben die Wahrheit sagen? Nicht die populäre Art von Wahrheit, die die Menschen (meist gegen jemanden oder etwas) vereint und im Chor singen lässt „Wie wahr, wie wahr, endlich sagt es mal einer“, sondern die ECHTE, unangepasste, unbequeme, scharfkantige und stinkende? Eine, die sich gegen uns alle richtet und uns alle betrifft, auch die Winner?

Denn ja, auch ich unterliege dem stahlkäfigartigen Zwang, erfolgreich sein zu wollen, auch ich möchte kein „Loser“ sein – und dabei weiß ich genau, dass ich in Wirklichkeit ein Winner bin – aber in anderen Disziplinen und mit anderen Eigenschaften, als die, die vom Erdenbürger als typische Winner-Eigenschaften gewertet werden.

 

War es früher besser?

Nein, ich lamentiere nicht à la „Dieser Werte-Verfall heutzutage!“, denn die Werte sind nicht „aus der Mode“ gekommen. Sie waren noch nie in Mode! Man könnte meinen, dass im 19. Jahrhundert, als die Menschen sich wegen einer Beleidigung duellierten und ein ausgeprägtes (vielleicht auch übertriebenes) Ideal der Ehre hatten, ich vielleicht eher ein „Winner“ wäre als heute – aber es kann sein, dass diese Vorstellung naiv und romantisierend ist. Denn auch damals war es mit der Ehre schnell vorbei, wenn es um Vorteil und Erfolg ging.

Klar hat unsere Zeit ihre spezifischen Auswüchse – wie die überdimensionale Egomanie, die in früheren Jahrunderten in der Form vielleicht nicht existierte. Vielleicht ist diese Egomanie wegen der Überbevölkerung und wegen der immer schneller werdender Lebensweise entstanden – denn wenn wann nicht laut schreit „Hier bin ich und ich bin toll“, wird man im Überfluss aller möglichen Berufe und Menschenfluten höchstwahrscheinlich übersehen. Aber man müsste auch nicht immer die anderen, die im Weg stehen, wegtrampeln, um auf sich aufmerksam zu machen. 

Wie heißt es nochmal so schön?

Nicht was er mit seiner Arbeit erwirbt, ist der eigentliche Lohn des Menschen, sondern was er durch sie wird.

John Ruskin

 

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#mbfwb: die 10 Gebote, die jeder Blogger befolgen sollte

Ich sagte mal entrüstet am Telefon: „Boah Patrick, man müsste echt eine Art „Blogger-Ethik“ als Buch herausgeben“, woraufhin er meinte: „Lass uns doch erstmal einen Post mit 10 ironisch angehauchten Blogger-Geboten machen, du überlegst fünf und ich fünf und dann posten wir das zusammen!“. Die Idee fand ich super – hier also der Post, das Buch ist in making ;)

Denn auch wenn man sich auf der Fashion Week total auf die Modeschauen konzentriert, gibt es immer wieder ein Paar Vorfälle, die man beim besten Willen nicht übersehen kann! Klar, es menschelt überall, aber manchmal eben etwas zu sehr…

Ein lustiges Beispiel: bei den Modeschauen stehen auf den Plätzen der ersten oder der ersten beiden Reihen Goodiebags für die Gäste. Vor der Maisonnoée-Show durfte ich Folgendes beobachten: eine Dame, die hinten platziert war, stand auf, schlich sich nach vorne, schaute in eine Goodiebag in der zweiten Reihe rein, befand das Innere anscheinend für gut und…  nahm die Tasche einfach mit! Mir, Diana und meiner Nachbarin klappte gleichzeitig die Kinnlade runter. Anstand? Ist ja sowas Antiquiertes!


Im Header-Bild von links nach rechts: Diana, Franzi, Steffi, Patrick, Eva, Sophie, und ich 

 

10 Blogger-Gebote

(zur Fashion Week)

#   Du sollst deine Kamera lieben und ehren, ebenso dein Smartphone (vorzugsweise Iphone) ;)

#   Du sollst nicht die Goodie-Bag deines nächsten Bloggers durchwühlen und schon gar nicht Sachen da rausklauen! Denn es heißt „Goodie-Bag“, nicht „Grab-it-and-run-away-Bag“.

#   Du sollst dich nicht aufblähen und um jeden Preis in der Front Row sitzen wollen – vor allem nicht, wenn du nicht mal eine Einladung hast!

#   Du sollst nicht rumpöbeln und dich wie der Scheich höchstpersönlich aufführen – die Meinung, dass du der beste Blogger in diesem Universum bist, behälst du lieber für dich.

#  Du sollst halbwegs auf dem Boden bleiben – auch wenn dich gerade Streetstyle-Fotografen von allen Seiten umringen. Denn wie sagt man das so schön? Sowohl sie, als auch du, als auch alle anderen kochen nur mit Wasser.

 

… Lest die weiteren 5 Gebote bei Patrick <3

 

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Lifestyle thoughts

„Pille? Ach komm, stell dich nicht so an!“

Nein, ich bin nicht zum Dr. Sommer mutiert. Trotzdem geht es hier heute um ein ziemlich intimes Thema, welches ich aber so wichtig finde, dass ich mich entschloss, hier darüber zu schreiben. In letzter Zeit höre und lese ich im Zuge des neuen Feminismus, dass Frauen immer öfter die Einnahme der Pille verweigern oder dazu stehen, dass ihnen diese Art der Verhütung suspekt ist. Noch vor 10 Jahren war ich gefühlt die absolut EINZIGE, die so dachte und musste deswegen so einiges ertragen. Ich dachte - mit mir stimmt was nicht, denn alle anderen verhüten mit der Pille und nehmen all die Nebenwirkungen in Kauf oder haben gar kein Problem damit.

Jetzt, wo das Thema langsam öffentlich wird, erkenne ich, dass ich nicht alleine bin und sehe das, was ich damals schon ahnte - dass das Thema Pille von der Gesellschaft maßlos verharmlost wurde und immer noch wird.

die Pille und ich

Es gibt eine Sache in meinem Leben, die ich instinktiv immer verteidigt und durchgezogen habe - nämlich meine tiefe Abneigung gegen die Pille. Ja, ich habe noch nie hormonell verhütet. Ich komme aus Rußland - dort war die Pille zu meiner Zeit noch nicht so weit verbreitet, wie hier. Als ich mit 13 Jahren nach Deutschland kam, war das bei uns zuhause deswegen irgendwie nie wirklich Thema, was auch noch dadurch begünstigt wurde, dass ich meinen ersten Freund erst mit  20 hatte. Irgendwann wurde das Thema dann doch zu einem Problem - für ihn. Und genau das sollte mir in meinen folgenden Beziehungen immer wieder passieren. Die Herren der Schöpfung haben alles versucht, um die lästigen Gummis loszuwerden - was ich ja irgendwo auch nachvollziehen kann. Was ich dagegen nicht nachvollziehen kann, ist die Tatsache, dass meine Partner es auf jede erdenkliche Art und Weise versuchten, mir die Pille schmackhaft zu machen.

"Ach komm, warum muss die Pille ausgerechnet bei dir Nebenwirkungen haben?"  -

"Du bist zu negativ eingestellt"  -

"Stell dich nicht so an, du machst ja ein totales Drama draus"  -

"ALLE Frauen nehmen die Pille"  -

-  das waren die "Argumente", die ich mir anhören musste.

was machen Hormone mit uns?

Die Sache war die: mir war der Gedanke äußerst unangenehm und suspekt, dass ich Hormone schlucken muss, obwohl ich gesund bin und mit meinem Zyklus und auch sonst alles stimmte. Bei manchem chronischen Krankheiten (wie z. B. Endometriose, die übrigens ziemlich schwer zu diagnostizieren ist) braucht man die Pille aus Therapiezwecken. Aber wenn alles in Ordnung ist?..

Seit klein auf wusste ich, dass Hormone die mitunter wichtigsten Regulatoren des Körpers sind. Sie regeln alles Mögliche: vom Haarwachstum über Gewicht bis hin zu Libido, Euphorien oder Depressionen und viel viel mehr. Jede Frau, die ihre Tage hat, merkt ganz direkt den Einfluss der Hormone auf ihre physische Befindlichkeit und oft auch auf ihre Stimmungslage.

Erschreckenderweise bekommen Teenager die Pille als "Allheilmittel" gegen Akne, Regelschmerzen etc angepriesen - Nebenwirkungen werden oft nur am Rande erwähnt, wenn überhaut! Hier ist ein toller Artikel zum Thema "Anti-Baby-Pille ist kein Lifestyle-Produkt".

was hat die Pille mit Feminismus zu tun?

Habt ihr euch schon mal die Frage gestellt, warum sich immer nur Frauen um die Verhütung kümmern müssen (hier ein etwas überspitzter, aber leider wahrer Artikel dazu)? Ich denke, in den letzten Jahren ist es etwas besser geworden, allerdings gibt es noch keine vergleichbare hormonelle Verhütung für den Mann.

Die unausgesprochene Begründung lautete bis jetzt: Frau kann Kind kriegen - Frau hat Problem. Mann kann sich aus dem Staub machen - Mann hat kein Problem... Klar, so richtig "aus dem Staub machen" geht nicht ganz - viele Väter müssen Alimente zahlen. Aber ihr wisst, was ich meine - es ist immer noch die Frau, die das Kind austrägt, zur Welt bringt und dann mehr oder weniger jahrelang 24 Stunden am Tag um sich hat, um das vereinfacht auszudrücken.

Ich sehe durchaus einen Zusammenhang zwischen der Tatsache, dass hormonelle Verhütung bisher der Frau überlassen blieb, und der Unterdrückung der Frau. Früher war es einfach so, dass die einzige Verhütung quasi die Enthaltsamkeit war. Heißt - Sex gab es erst nach der Heirat, und dann ging es aber los - ein Kind kam nach dem anderen. Deswegen waren die Frauen erstmal froh, als es die Pille gab - denn sie bedeutete die Möglichkeit zur Selbstbestimmtheit der Frau. Allerdings scheint es die Pharma-Industrie und damit die Gesellschaft kaum zu interessieren, dass durch die Pille gravierende gesundheitliche Schäden und Risiken entstehen, solange es um die Frau geht. Die Forschung an einem hormonellen Präparat für Männer wurde allerdings eingestellt, als Männer sich über Nebenwirkungen wie Depressionen, Libido-Störungen und Gewichszunahme beschwerten.

Fazit

Die gesundheitlichen Risiken der Pille dürfen nicht verharmlost werden - weder durch Männer, noch durch die Frauen selbst. Wer kein Problem mit der Pille hat - bitteschön. Allerdings berechtigt das meiner Meinung nach noch nicht zur Einstellung, dass es "normal" und völlig unbedenklich ist, schon kurz nach der ersten Periode mit der Pille zu beginnen. Der weibliche Körper und auch die Psyche sind zu dieser Zeit noch bei Weitem nicht fertig ausgebildet, und so bekommen ganz viele Frauen nie die Möglichkeit, ihren eigentlichen Körper und ihre eigentliche, ursprüngliche Psyche kennenzulernen. Einige Frauen meinen, sie würden genetisch zu Depressionen oder Gereiztheit neigen, dabei kann das an den Hormonen liegen. Viele stellen erst fest, dass sie in Wirklichkeit die ganzen Jahre durch von der Pille beeinflusst und geformt wurden, als sie diese absetzen.

Auch Langzeitschäden sind bisher nicht genug erforscht worden. Es muss mehr passieren - es muss Alternativen für Männer geben und neue Methoden zugelassen werden. Bis dahin sollten beide Geschlechter mehr Toleranz und Interesse zeigen und es ohne Wenn und Aber respektieren, wenn Frauen eine Abneigung gegen die Pille haben.

Sehr empfehlenswert zu dem Thema - dieser Artikel!!

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Allgemein Leben thoughts

thoughts: #weihnachtenistindir

Gerade bei Menschen, die uns am nächsten stehen, fällt es uns oft am schwersten, unsere Zuneigung zu zeigen und Sachen zu tun, die nicht selbstverständlich sind, oder uns nicht sofort aufzuregen, wenn was nicht passt – dabei geht es meist um „Kleinigkeiten“, um Alltagssituationen, die manchmal ein Stolperstein sein und Disharmonie herbeiführen können. Nein, es muss nicht immer alles nur harmonisch sein, aber man bemüht sich oft nicht genug um Rücksicht und Toleranz.

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In Zeiten von gehypten Riesen-Egos und Ich-ich-ich-Mentalität möchte ich mir Gedanken machen, wieviel ich selbst eigentlich für Menschen tue, die mir am nächsten stehen. Heute soll es in meinem Fall um P. gehen (ihr habt ihn HIER schon mal zu Gesicht bekommen). Seit 14 Jahren ist er mein bester Freund und meine wichtigste Bezugsperson und seit 1o Jahren auch mein Mitbewohner in unserer sogenannten Etagen-WG. Große Zahlen, nicht wahr? :)

So oft, wie wir jeweils am Leben des anderen teilgenommen und einander beigestanden haben, haben wir uns aber auch schon in die Haare gekriegt. Logisch! Deswegen möchte ich im Rahmen der Otto-Aktion zum Motto „Weihnachten ist in dir“ (schaut euch den süßen Zeichentrickfilm dazu an!) darüber nachdenken, was ich persönlich Gutes tue, und zwar in meinen eigenen vier Wänden! Denn statt die Welt zu retten, könnte man ja auch damit anfangen, dass man nicht gleich an die Decke geht, wenn das Geschirr unabgespült blieb.

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Hier kommen vier kleine große Gesten:

  • Trösten

Wer kennt das nicht? Der Gute hat Schnupfen, und schon geht die Welt unter, denn er leidet mindestens wie ein ganzes Lazarett. Man selber kommt gerade von einem anstrengenden Arbeitstag und würde den Lamentierenden am liebsten mit einem „Tu nicht so!! Das „schwache Geschlecht“ sind einfach die Männer!!“ niederschmettern. In solchen Situationen schaffe ich es nicht immer – aber immer öfter, seine Hand zu nehmen und aufrichtig „Du armer! Soll ich dir einen Tee machen?“ zu sagen. Schließlich kann ein Schnupfen auch sehr unangenehm sein –  Anteilnahme dagegen macht jedes Leiden ein bisschen erträglicher. (Das gilt natürlich für alle Geschlechter!)

  • Loben

Wie oft hatten wir diese Situation: ich komme nach Hause, und weiß sofort: P. hatte gekocht. Man muss kein Detektiv sein, um zu erkennen, dass es mal wieder etwas mit der vollen Ladung Knoblauch war, und zwar schon vor einigen Stunden, weil der Geruch  kalt und abgestanden ist. Mmmhhh, lecker – NICHT! Sofort bin ich auf hunderachtzig und stürze mich auf P., als er zur Tür reinkommt. Dabei nehme ich es gar nicht zur Kenntnis, dass er extra nochmal unterwegs war, um mir meine Lieblings-Apfelsorte zu holen. Es kommt, wie es kommen muss – er ist sauer, dass ich undankbar bin, und ich bin sauer, weil ich in dem Moment nicht verstehe, wie er bei der vollgeknoblauchten Wohnung Dankbarkeit von mir erwarten kann.

Wie viel besser ist es, wenn ich es manchmal schaffe, fünf gerade sein zu lassen und sage: „Ohhh, voll lieb von dir! Danke für die Äpfel!! Übrigens, könntest du mich bitte nächstes Mal vorwarnen, wenn du mit Knoblauch kochst?“

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  • Ermutigen

Wenn einen mal wieder eine Pechsträhne überrollt – wie schön ist es, vom anderen zu hören: „Du schaffst das!“,  „Das wird schon!“,  „Alles wird gut!“. Den letzten Satz schicken wir uns auch oft per sms zu. So einfach – und soooo wohltuend!

  • Vertrauen

Gerade den Kontrollfreaks unter uns, die es gewohnt sind, alles selber zu wuppen, fällt es oft schwer, die Kontrolle abzugeben und jemanden einfach tun zu lassen, ohne „gutgemeinte“ Ratschläge, ohne Zweifel. Wenn man sich aber in sein Gegenüber hineinversetzt und sich vorstellt, wie es sich anfühlt, wenn man ständig von jemandem kontrolliert und bevormundet wird, wird schnell klar, dass sich jeder von uns viel besser entfalten kann, wenn er spürt, dass ihm vertraut wird.

Menschen zu Vertrauen fällt mir nicht schwer. Meine Grundhaltung ist eher so, dass wenn jemand behauptet, etwas tun zu können, dann glaube ich ihm das erstmal und zweifle es erst an, wenn ich sehe, dass es nicht funktioniert. Ich vertraue auch P. und trau ihm jeden Tag aufs Neue zu, dass er das Richtige tun und sein Leben meistern kann. Selbst wenn er einen „Fehler“ macht, tut es dem Ver- und Zutrauen keinen Abbruch, denn objektiv gesehen gibt es gar keine Fehler, sondern nur Situationen, wo etwas ganz anders läuft, als geplant. Solange man daraus etwas für sich mitnimmt, war es also kein Fehler, sondern eine Erfahrung.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine schöne Adventszeit mit weniger Ego, sondern mehr gesunder Selbstliebe und sozialen Verhaltens!

Mich würde interessieren – was tut ihr alles für eure Lieben??

 

*in freundlicher Zusammenarbeit mit Otto

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Allgemein thoughts

thoughts: scheitern leicht gemacht

powerr

 

Dream. Believe. Achieve.

 

… dieser Spruch und seine Allgegenwart auf übertrieben optimistischen möchtegern-lebensweisen Lifestyle-Blogs löst bei mir eine allergische Reaktion aus. Warum?

Erkläre ich gleich. Erst möchte ich zwei Sachen vorwegnehmen:

Erstens. Ich habe es durchaus nicht nötig, Leistugen anderer durch den Kakao zu ziehen, um selber besser dazustehen, darum soll es hier nicht gehen. Zweitens. Ich möchte hiermit nicht die Träumer angreifen.

Das, was meine Allergie hervorruft – ist die Heuchlerei. Jemand, der glaubt, er könne (und solle) alles erreichen, wenn er es nur will, kann leichter instrumentalisiert werden für Ziele großer Unternehmen, die ihn glauben machen, dass es sich dabei um seine eigenen Ziele geht – und somit kann dieser „Jemand“ leider gefährlich werden. Gefährlich für die Gesellschaft in dem Sinne, dass er ein Einzelgänger wird, ein Ego-gesteuertes Über-Individuum auf dem steilen Weg zum Ziel.

Wir haben vergessen, was „sozial“ eigentlich bedeutet. Das Zusammenarbeiten (nicht Gegeneinanderarbeiten!) ist für die Gesellschaft von essenzieller Bedeutung. Der größte Teil des Team-Gelabers ist wiederum nur eine Art der Manipulation, um Leute – äh besser gesagt, „Arbeitskräfte“, auszuquetschen und ihre irgendwo noch vorhandene Sehnsucht nach „gemeinsam“ auszunutzen. Wenn es darauf ankommt, kann sich nämlich ganz schnell rausstellen – ja, wir sind ein Team – aber du passt leider nicht mehr dazu. Und Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Wieviele Leute haben schon Jobs verloren, wo sie sich absolut zugehörig gefühlt haben und ihr ganzes Leben dafür aufopferten?

power

Im Studium hatte man in mein Hirn eingepflanzt – um weiterzukommen, musst du gut sein. Punkt. Nach dem Studium musste ich feststellen – Oops. Wenn das bloß so einfach wäre. Gut sein ja – aber es ist nur die Voraussetzung. Dazu solltest du am richtigen Ort zur richtigen Zeit sein und was noch viel wichtiger ist – die nötigen Charaktereigenschaften mitbringen, die da wären –

  • Selbstanpreisungsfähigkeit (in Firmensprache „Selbstbewusstsein“)
  • gut trainierte Ellenbogen
  • und nicht zuletzt die Fähigkeit,  andere Fische aus dem Teich hinauszuschmeißen, wenn es mal für die eigenen ehrenwerten Ziele eng werden sollte.

Wie viele erfolgreiche Blogger zum Beispiel antworten auf die Frage „Wie hast du das alles erreicht“  mit  „Durch harte Arbeit“? Wie unreflektiert und verlogen ist das bitte? Harte Arbeit ist höchstens die Voraussetzung, aber doch nicht alles, was zum Erfolg führt! Wie wäre es mit „Durch Connections, Glück, Fleiß, Motivation und eventuell noch gutes Aussehen?“

hochnaesig

Während meines Bewerbungsgesprächs bei Abercrombie ist in die Runde gefragt worden (es war ein Massen-Vorstellungsgespräch, wenn man das so bezeichnen darf) – „was waren deine größten Erfolge?“ . Der Surferboy mit Muckis sagte „Als ich beim Sport meine Ziele erreicht habe“, der blonde Engel mit Brille sagte „Als ich mein Abi geschafft habe“, und ich musste ich zwangsläufig sagen – „Das kommt darauf an, was man unter Erfolg versteht. Für mich bedeutet jedes Scheitern Erfolg, solange man daraus lernen kann“, und kassierte einen schockiert-verständnislosen Blick der ganzen Runde. Den Job hab ich natürlich nicht bekommen ;)

In diesem Sinne – frohes Scheitern! Lehnt euch zurück und chillt ein bisschen! Und scheißt mal öfter auf Erfolg, Ziele und sonstigen Krampf – kann für euch und auch für eure Mitmenschen ziemlich entspannend werden :D

chillen

 

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Allgemein Shopping thoughts

verliebt – verlobt – geschafft?

paris-love

Verliebt – verlobt – verheiratet? Am besten noch: jung – schön – erfolgreich? Dream – believe – achieve? Was hat es mit diesen ganzen Vorstellungen an sich? Sind es Werte, die es alleine deswegen schon WERT sind, gelebt zu werden? Wer hat es bestimmt, dass es so ist?

ring-3

Ideal wäre, wenn jeder für sich frei entscheiden könnte, was seine eigenen Werte/Ziele sind! Aber will man das wirklich selbst entscheiden? Oder sind wir es einfach gewohnt, Vorgaben von der Gesellschaft zu bekommen? Sie gaukelt uns vor, dass es unsere eigenen Wünsche und Ziele sind, die aus unserem Inneren kommen…

Macht es uns aber wirklich freier und zufriedener, wenn wir diese Ziele erreicht haben? Was ist mit den Menschen, die nicht ins Raster passen können oder wollen? Sind die meisten nicht doch irgendwo unzufrieden? Entweder, weil sie diese Ziele noch nicht erreicht haben und sich insgeheim deswegen für Looser halten – oder, trotz dem, dass sie sie erreicht haben – und sich irgendwann anfangen zu fragen, ob es schon alles war, was ihr Leben für sie parat hält?

rosen

Ich glaube, es ist super wichtig, sich von den Vorstellungen frei zu machen und sich zu fragen, ob man WIRKLICH heiraten möchte oder ob es nur eins der vielen Bilder sind, die einen seit jeher begleiten? Ob die echte Nähe zu Menschen nicht das allereinzige ist, was wirklich wichtig ist? Dass echte Nähe in vielen Formen existiert, ob mit oder ohne Ring?

ring-diamant-gut

Apropos Ring – eines bleibt klar – diese Verlobungsringe können ganz hübsch aussehen :D

Für diesen Post habe ich von Verlobungsringe.de* diesen Ring als Leihgabe aussuchen dürfen – und ich muss ehrlich sagen, war ich schon etwas ehrfürchtig  – weil ich noch nie sowas Teueres in den Händen gehalten habe :D

ABER: nicht vergessen – Geld ist auch nur ein Bild! Ist nur deswegen zum Problem geworden – weil sich alle Menschen auf dieses Bild geeinigt haben und sich davon unter Druck setzen lassen ;)

Der Ring ist echt schön – im Licht funkelt er so, dass man eine Sonnenbrille braucht!

paris

Also – wenn jemand von euch demnächst auf echte Nähe MIT RING einlassen will – klickt euch mal im Shop durch! ;) Ausserdem gibt es dort eine lustige Idee – die MAP OF LOVE. Man kann sich interaktiv auf dieser Karte eintragen lassen oder die anderen Liebenden anschauen :)

Was haltet ihr von gesellschaftlichen Vorgaben?

Sind sie wichtig für euch?

 

 

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