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thoughts | von Glaubenssätzen und Sprichwörtern | Teil 1: der Klügere gibt nach

 

 

Um das in angesagter Meme-Sprache zu formulieren: „Wie sehr können unsere Glaubenssätze in Stein gemeißelt sein?

Die Menschheit: „JA“.

 

Wir verlassen uns auf unser Weltbild, auf unsere Moralvorstellungen, auf unsere Traditionen, auf unser Gesellschaftssystem, auf unser Wertesystem und auf unsere Sprichwörter, die wir gerne auch „Volksweisheiten“ nennen. Wir halten all diese Dinge keineswegs für Konstrukte, sondern für gottgegeben und von unseren Vorfahren oder Autoritätspersonen erprobt und für gut befunden. Oft halten wir sie aber auch für unsere eigene Meinung.  Wo kommen sie aber wirklich her? Inwiefern sind sie unser ganz eigenes geistiges Eigentum und inwieweit sind sie unbewusst und deswegen vorbehaltslos von übernommen und uns an-ge-eignet (sich zueigen gemacht) worden?

 Meiner Meinung gibt es eine evolutionsbedingte, eine systemische und eine psychologisch-geistige Erklärung.

 

 

Evolutionsbedingt ist es ja so, dass der Lernprozess nur stattfinden kann, wenn wir unsere Sinneswahrnehmungen und Erfahrungen kategorisieren. „Großes Tier: gefährlich. Beeren von diesem Strauch: lecker. Ins Feuer fassen: tut weh“ und so weiter. Dieses im wahrsten Sinne vorsintflutliche Schubladendenken erspart uns wertvolle Reaktionszeit und kann lebensrettend sein: wenn uns ein Wolf verfolgt und wir erst hinterfragen „Vielleicht ist ja gerade dieses Wolfsexemplar nicht gefährlich und läuft uns nur aus Spaß hinterher“, werden wir höchstwahrscheinlich gefressen. (Obwohl man ergänzend erwähnen muss, dass bei genauerem Hinsehen auch in der Natur nicht die Norm, sondern gerade die Abweichungen davon, sogenannte Mutationen, zu wertvollen Weiterentwicklungen führen).

 

Was unser System angeht, sieht es natürlich schon komplexer aus, denn das Schubladendenken hat keine direkte lebensrettende Funktion mehr, sondern für die einen eher eine psychologische, identitätsstiftende, und für die anderen eine manipulative. Und zwar diejenigen uns lenkenden Individuen mit stark ausgeprägten parasitären Neigungen, die die einfachen Evolutionsmechanismen auf alle Formen des Zusammenlebens und des Umgangs der Menschen miteinander übertragen und sie somit von der instinktiven auf eine psychologische Ebene der Wahrnehmung heben – dabei spielen ihnen die Gruppendynamiken in die Karten, sodass man bestimmte Glaubenssätze nur noch in Umlauf bringen muss – durch die frühzeitige Formung der Kinder und die spätere Prägung der Erwachsenen durch Medien übernehmen die Menschen die Schubladendenkweisen ganz automatisch.

Es geschieht folgendermaßen: schon in der Schule werden wir dazu angehalten, Informationen, die uns von Autoritätspersonen vermittelt werden, als gegeben aufzunehmen und diese beispielsweise während der Schulaufgaben wiederzugeben. Mit Glück haben wir dann im Studium kurzzeitig etwas mehr Raum für Eigeninterpretationen. Mein Professor in Pädagogik war allerdings ein Antibeispiel, denn er wollte stets ausschließlich von ihm vermittelte Inhalte und Lehrmethoden präsentiert bekommen – Alternativlösungen wurden mit schlechten Noten „belohnt“, unabhängig davon, ob sie sinnvoll waren.

Auch nach dem Studium, im Arbeitsleben, wird von uns weiterhin verlangt, uns anzupassen und zu fügen, wenn wir die Arbeitsstelle erst überhaupt bekommen, und später dann nicht verlieren wollen. Unser Weltbild beziehen wir von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, und die Informationen über unsere aktuelle Lage vor allem aus den Medien, die mit Schlagzeilen Aufmerksamkeit erregen und somit ihre Auflagen verkaufen wollen. Auch Filme prägen unser Weltbild sehr, sowie all die anderen Dinge, denen wir uns anschließen, weil wir gar nicht erst auf den Gedanken kommen, dass diese Dinge nicht anders gesehen werden können und dürfen.

Die psychologisch-geistige Komponente ist natürlich auch nicht zu unterschätzen. Es scheint so, dass der Mensch einen Glauben braucht. Nachdem wir in einer der säkularisiertesten Gesellschaften überhaupt leben und die staatlich anerkannten Kirchen ihre Glaubwürdigkeit weitgehend verloren haben, fehlen den Menschen viele Orientierungshilfen und auch ihr angeborenes Bedürfnis, an etwas zu glauben, wird nicht mehr gestillt. Deswegen greifen so viele Menschen unbewusst auf Glaubenssätze, Maximen und Dogmen zurück, die ihnen das Gefühl der Sicherheit vermitteln und ihnen eine Richtlinie und eine Identität verleihen.

 

 

 

 

Dabei wissen wir doch eigentlich aus dem Lauf der Geschichte,

dass viele Glaubenssätze, die teilweise jahrhundertelang als unumstößlich galten, irgendwann durch neue Erkenntnisse abgelöst wurden, die am Anfang dieses Ablösens auch noch bekämpft und deren Verfasser angefeindet und umgebracht wurden (Jesus und auch Galileo sind nur zwei der vielen Beispiele). Der Mensch tut sich unfassbar schwer, für ihn selbstverständliche Denkmuster zu verlassen, denn dieser Vorgang löst in ihm oft Unsicherheit und Angst, statt Neugier und das durchaus positive Gefühl, sich weiterzuentwickeln, aus.

Das Festhalten an Glaubenssätzen wird zum Selbstzweck. Die Menschen identifizieren sich zu 100% mit ihren Glaubenssätzen und bewerten diese auch moralisch höher, als anders beschaffende Glaubenssätze, aber das ist noch nicht alles. Durch die moralische Bewertung steigt die Legitimation, andere Meinungen zu diskreditieren und Menschen, die diese Meinungen vertreten, anzugreifen und abzuwerten, ihnen gar ihre Menschlichkeit abzusprechen. Das führt wiederum zu erhöhter Konfliktbereitschaft, was besonders dann absolut widersinnig ist, wenn es dabei z. B. um den Frieden oder das Wohlergehen der Menschheit geht. Dieser Widersinn ist dem moralisch Überlegenen aber keineswegs bewusst, denn „der gute Zweck“ heiligt bei ihm nicht nur die Mittel, sondern macht diese Mittel indiskutabel.

 

 

Warum ich das alles überhaupt erwähne?

Im Laufe der letzten Zeit sind mir eben auch ein paar der allgemein anerkannten und populären Sprichwörter/Redewendungen aufgefallen, die dieses „In-Stein-Gemeißelt-Sein“ sehr gut repräsentieren, mir aber durchaus des „In-Frage-Stellens-Würdig“ erscheinen. Heute möchte ich über „Der Klügere gibt nach“ reden.

Los gehts! Dinge in Frage zu stellen ist super wichtig!

DER  KLÜGERE  GIBT  NACH

Meine erste Assoziation mit diesem Spruch ist tatsächlich aus dem christlichen Bereich. Eigentlich soll doch dieses Sprichwort ursprünglich das Gegenteil zum alttestamentlichen Vergeltungsprinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ darstellen, denn ohne Menschen, die deeskalierend wirken, hätte die Welt überhaupt keine Augen und keine Zähne mehr. Das sieht man auch in der heutigen Zeit wieder sehr deutlich, wieviele Menschen und Institutionen auf diesen uralten Mechanismus reinfallen und meinen, das wäre die Lösung.  Slogans wie „Diskriminierung diskriminieren“ und Vorgänge wie Waffen in Kriegsgebiete liefern,  um den Frieden zu erreichen, belegen das.  Leider ist es eine Illusion, dass man Leid vermeiden kann, indem man „für den guten Zweck“ die Schuldigen (oder die man für schuldig hält) leiden lässt.  Leid und Leid = doppelt so viel Leid. Krieg und noch mehr Waffen = noch mehr Krieg. Diskriminierung gegenüber den Diskriminierenden = noch mehr Diskriminierung. Diese Rechnung ist eigentlich ganz einfach: wenn ich jemandem den Zahn ausschlage, wächst meiner leider nicht wieder nach, sondern die Anzahl der Zähne verringert sich weiter… Die vermeintliche Befriedigung ist nur eine Illusion, denn sie muss bei neuem Leid immer weiter durch neue Rache gefüttert werden, sodass auf diese Weise das Leid vermehrt statt dezimiert wird.

Im neuen Testament sagt Paulus

„(…) 17 Vergeltet niemals Unrecht mit neuem Unrecht. Seid darauf bedacht, allen Menschen Gutes zu tun. 18 Soweit es irgend möglich ist und von euch abhängt, lebt mit allen Menschen in Frieden. 19 Liebe Freunde, denkt daran, dass es nicht eure Sache ist, euch selbst Recht zu verschaffen. Überlasst dieses Urteil vielmehr Gott 4, denn er hat gesagt: «Es ist allein meine Sache, Rache zu nehmen. Ich werde alles vergelten.» 5 20 Handelt so (…): «Wenn dein Feind hungrig ist, dann gib ihm zu essen; ist er durstig, gib ihm zu trinken. So wirst du ‚feurige Kohlen auf seinem Haupt sammeln‘, du wirst ihn überwinden.»6 21 Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute. (…)“

Diese Lösung finde ich genial, denn so muss der Mensch nicht auf sein Gerechtigkeitsgefühl verzichten und gute Miene zum bösen Spiel machen, und dennoch muss er aber er wird dazu angehalten, es nicht selbst auszuüben, sondern die ganze Sache weiterzuleiten und abzugeben.

„Wie du mir, so ich dir“ führt also keineswegs zum Weltfrieden, den wir angeblich alle so sehr wollen.

Dennoch habe ich etwas gegen das Sprichwort „Der Klügere gibt nach“, denn nachgeben ist für mich bei Weitem nicht immer die klügere Wahl. Durch das Nachgeben und Mitmachen finden immer wieder die größten Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen statt. Ja, wer klug ist, der lässt sich nicht provozieren, aber eine gewaltfreie Konfliktbereitschaft ist durchaus sehr wichtig.

„Der Klügere gibt nach“ wird meines Erachtens von den Mächtigen dieser Welt geschickt instrumentalisiert, denn wer mit diesem Spruch aufwächst und ihn nie hinterfragt, macht nicht nur freiwillig, sondern auch noch mit einem Gefühl moralischer Überlegenheit den Weg für alle möglichen Missstände frei.

Wenn die Klugen immer nachgeben, können die Dummen – oder die Skrupellosen – ungestört regieren.

Manchmal allerdings muss man auch nachgeben – zum Beispiel, wenn der Frühling kommt und man  gerne eine neue Jacke hätte :D Ich bin bei steigenden Temperaturen auch jedes Jahr aufs Neue modisch motiviert! Hier* fand ich ein paar hübsche Jackenexemplare <3

Und ich wünsche uns allen, dass im Frühling nicht nur unsere Liebe zur Mode wiedererwacht, sondern auch unsere Liebesgefühle zu unseren Mitmenschen, sodass wir uns gegenseitig trotz all der Unterschiede nicht mehr verurteilen, sondern das Menschliche hochhalten.

 

______

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Thoughts | worauf konzentrieren wir uns eigentlich?

 

 


 

Konzentration

(lateinisch concentra, „zusammen zum Mittelpunkt“)
ist die willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit.  (...)

 


 

Konzentrieren – ja, aber worauf?

Ich mag es, mich mit der Herkunft und Entstehung eines Wortes oder Begriffes zu beschäftigen. Plötzlich erscheint ein abgenutztes, gewöhnliches Wort in einem neuen Licht und verwundert mich mit seiner Ur-Bedeutung. Dann erkenne ich plötzlich den ursprünglichen Sinn, den das Wort hatte, bevor es im Laufe der Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte abgeschliffen, verändert und mit neuen zeitgeistigen Bedeutungen gefüllt und überschrieben wurde.

Auch beim Begriff „Konzentration“ finde ich es spannend, dass es eigentlich um einen gemeinsamen Akt geht, der zu irgend einem Zentrum strebt („zusammen zum Mittelpunkt“). Und genau um dieses Gemeinsame habe ich mir Gedanken gemacht.

Es ist ja bekannt, dass es förderlich ist, sich auf ein Ziel zu konzentrieren, um es zu erreichen oder auf eine Aufgabe, um sie optimal zu erledigen. Aber diese Erkenntnis wurde in unserer Zeit zu sehr in den Fokus gestellt und als das Non Plus Ultra, fast schon als der Sinn des Lebens angepriesen! Erreiche deine Ziele, strebe nach dem Erfolg (übrigens ist auch dieses Wort ethymologisch interessant – Er-Folg ist ursprünglich eigentlich neutral gewesen, es war etwas, was als eine logische Folge des Handelns erfolgt ist).

Die Folge davon, wenn jeder von uns auf seine eigenen Ziele konzentriert, ist eigentlich trivial

– wird aber, meiner Meinung, zu wenig ausgesprochen. Nämlich: wenn jeder sich auf seine eigenen Ziele und auf seinen eigenen Erfolg konzentriert, verliert er zwangsläufig die anderen Menschen aus den Augen. Wir sind eine Meute Menschen, in der jeder einzelne, für sich genommen und getrennt von den Anderen, auf etwas eigenes blickt: auf sein Vorwärtskommen oder auch auf seine Meinung, die sehr wichtig für ihn ist, weil er sie für seine Identität hält. Dabei wird er blind auf dem Auge der Liebe, denn er sieht seinen Mitmenschen nicht mehr. Er sieht nur, dass er „recht“ hat und findet einen Haufen „schuldige“ andere, die die Welt stetig daran hindern, eine bessere Welt zu werden. Seltsamerweise propagiert er gleichzeitig die Werte der Menschlichkeit und des Miteinanders, der Solidarität und der Rücksichtnahme,  aber richtet dabei die Augen auf sein Gegenüber höchstens zum Tadeln. Da ist es nur logisch, dass dieser Widerspruch nur wenigen auffällt – denn einerseits konzentrieren sie sich ja nicht darauf – und dazu reicht es oftmals, über ein gutes Ziel oder gute Werte bloß zu sprechen. Diese verbale Auseinandersetzung mit dem Thema findet ohne darauffolgendes Tun statt, man redet über Werte und merkt nicht, dass man sich nicht dem Inhalt widmet, der fernab vom leeren Klang der Worte im Handeln erfüllt werden will.

Aber wie überwindet man die Konzentration auf sich selbst und lernt, im Sinne der Menschlichkeit und der berüchtigten Nächstenliebe zu handeln? Wie schafft man es, Wasser zu predigen und dann auch Wasser zu trinken?

Um diese Frage zu beantworten, muss ich nochmal etwas ausholen.

Love is all you need

Der Begriff „Nächstenliebe“ ist so behaftet durch das Christentum, oder besser gesagt, durch das Unvermögen des Christentums, dass es für mich emotional immer komplett unmöglich war, mich dem anzunähern. Wann immer auch das Wort  „Nächstenliebe“ erklang, erschien in meiner Phantasie direkt ein Ritter auf dem Kreuzzug, der im Namen der Nächstenliebe nicht davor scheute, seinen Nächsten zu erschlagen, oder ein alter und eingestaubter Eremit, der äußerlich etwas dem Papst ähnelte und demonstrativ demütig, aber gleichzeitig mit erhobenem Zeigefinger die andere Wange hinhielt, während die eine noch glühte.

In meiner Abneigung vor dieser Art Nächstenliebe war ich mein Leben lang also eher mit „egoistischen“ Dingen beschäftigt, wie: mich nicht ausnutzen zu lassen, „nein“ sagen zu lernen, zu mir zu stehen, Grenzen zu setzen und dergleichen. Derjenige, der sich selbst richtig lieben kann, kann dann auch andere lieben, dachte ich.

Und ja, das stimmt auch, aber nur dann, wenn man sich eben nicht NUR auf sich selbst konzentriert und sich auch nicht auf seiner vermeintlichen moralischen Überlegenheit ausruht. Dann hat man nämlich das Gefühl, unglaublich humanistisch und liebevoll zu sein und das Thema so richtig verstanden zu haben, obwohl man in der Supermarkt-Schlange vor Wut fast in Stücke zerspringt, wenn einem ein Mitmensch so ganz ohne Mindestabstand in den Nacken atmet. Oder wenn man schon wieder eine Meinung über Corona liest, die ja so unglaublich falsch ist, dass man beim besten Willen nicht nachvollziehen kann, wie blöde und verantwortungslos man sein muss, um sie zu vertreten!

Oh, wie abgetrennt von den Mitmenschen, wie verständnis-los und verständnis-unwillig ist man in dem Moment, in dem man sich über eine andere Meinung echauffiert! Oder zeigt mir mal einen, der sich für Diversität und Toleranz einsetzt, wenn er in einer vollen Bahn von jemand angerempelt wird, der sich nicht mal entschuldigt! Wie hasserfüllt und voller Aggression fühlt sich der ach so tolerante Gutmensch in diesem Moment?

… aber die Liebe ist die größte unter ihnen

Ich hörte schon oft von dieser komischen, schwer nachvollziehbaren „Liebe zu den Mitmenschen“. Man hat sie auch als „göttlich“ bezeichnet, man hat sie für das mit Abstand Allerwichtigste überhaupt gehalten („Glaube, Liebe, Hoffnung – diese drei. Aber die Liebe ist die höchste unter ihnen“ aus der Bibel oder „All you need is love“ und viel mehr!) – aber erst jetzt wird mir langsam klar – und vor allem, kann ich es FÜHLEN! – was damit gemeint sein könnte.                

Ich habe jemanden getroffen, der so eine Geduld und so eine Freundlichkeit ausstrahlt, die nur von tief innen kommen kann, weil sie sich so frei von jeglicher Aggression und Überheblichkeit anfühlt! Diese Geduld und Freundlichkeit haben mich so berührt, dass ich merkte – Worte sind nicht alles. Meinungen sind nicht alles. Denken ist nicht alles. Was wir brauchen – ist Liebe.

Ohne Liebe wird  aus Fürsorge – Bevormundung, aus Vorsicht – ein Saktionenstaat, aus Moral – ein Diktat, aus Korrektheit – Zensur, aus Solidarität – Spaltung.  Ohne  Liebe verdrehen sich alle Begriffe und Werte und dienen nicht dem Menschen, obwohl sie genau das propagieren.   

Ohne Liebe lassen wir uns von diesen Verdrehungen blenden, weil das einfach ist. Aber auch Einfachheit ohne Liebe hat die Menschheit schon so oft verführt, in die Irre geführt. Ohne Liebe haben wir keinen moralischen Kompass, sondern höchstens ein Gefühl der moralischen Überlegenheit, die oft auf Luftschlössern basiert und uns zu Marionetten anderer macht, die wissen, wie sie es sich zunutze machen können.  Wir erkennen den Wolf im Schafspelz nur, wenn wir die Liebe haben. Lassen wir uns also nicht spalten und nicht manipulieren. Lasst uns einander lieben, trotz anderer Meinung, trotz Anrempeln, trotz fehlendem Mindesabstand, trotz Gestank, trotz „asozialen“ Verhaltens, trotz Ruhestörung, trotz Blödheit, trotz Überheblichkeit, trotz allem, was uns so nervt, dass wir die Liebe vergessen. Wir müssen als Menschen eher zusammenrücken, zusammenhalten, wir müssen uns aufeinander und auf die Menschlichkeit konzentrieren und einander bejahen, ganz im Sinne der Würde, die jeder von uns für sich beansprucht. Jetzt kommt es auf uns an. Sonst hat unsere Welt nicht mehr lange Bestand.                                                                                                                    

Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die Finsternis als Licht bezeichnen und Licht als Finsternis, die Saures für süß erklären und Süßes für sauer. 
 
Jesaja 5.20 

Konzentration braucht Energie

Worauf auch immer wir uns konzentrieren – brauchen wir dafür Zucker, denn ohne Zucker funktioniert unser Gehirn nicht gut genug. Dabei kann Traubenzucker von Dextro Energy * (auch als Dextrose oder Glukose bekannt) helfen – als metabolisch aktivstes Organ im ganzen Körper hat das Gehirn enormen Hunger und nutzt für seine Funktionen fast ausschließlich Glukose. Der Speicher dafür ist allerdings sehr begrenzt und leert sich vor allem bei erhöhter Aktivität schnell und kann wieder nachgefüllt werden!

(Zitiert aus Benton D. The impact of supply of glucose to the brain on mood and memory. Nutr Rev, 2001; 59: S20-S21)

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Tipps für mehr Gelassenheit

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gelassenheit  

ist  

eine  

entscheidung  

 

 

 

Ich will aufwachen und als erstes die Freude spüren. Ich liege im Bett, in meiner schönen Wohnung, ein neuer Tag beginnt! Ich brauche mehr Gelassenheit, Lebensfreude und Vertrauen ins Leben. Nein, gelassen zu sein bedeutet nicht, sich kopfüber in jede Gefahr zu stürzen und jede Vorsicht abzugeben. Gelassenheit ist keine Waghalsigkeit.

Sondern: ich habe gelernt, nicht in eine Pfütze zu springen, weil ich nasse Füsse vermeiden will. Aber es geht nicht darum, Pfützen zu hassen oder so zu tun, als gäbe es keine. Mit anderen Worten, es geht nicht darum, Probleme zu verteufeln oder aber zu verdrängen, sondern eine Einstellung zu haben, die es mir ermöglicht, an den Problemen nicht zu zerbrechen.

Zum größten Teil ist diese Haltung eine Entscheidung oder ihr geht die Entscheidung voraus: welche Dinge in meinem Leben sollen im Fokus stehen und meinen Alltag bestimmen? Sollen das Sorgen sein? Ist es berechtigt, zu glauben, dass meine Sorgen mich vor irgendwas bewahren, wovor ich Angst habe? Wie real ist in Wirklichkeit das, wovor ich Angst habe? Und selbst, wenn es real sein sollte: schützt mich meine Angst oder macht sie mir unterschwellig meine Lebensqualität so zunichte, dass ich mit der Angsthaberei genau das Gegenteil von meinem eigentlichen Ziel erreiche - nämlich, ein gutes Leben zu haben?

Angenommen, ich habe all diese Fragen beantwortet und mir ist klar, dass die Angst zwar in ihrer ursprünglichen, evolutionären Form als Schutz und Reaktionsanweiser diente, aber uns heute meist nur lähmt und nicht schützen kann: wie erreiche ich denn diese Gelassenheit, nach der ich mich sehne?

Meine persönlichen Tipps findet ihr weiter unten!

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Wenn ich den Spruch von Kurt Tucholsky "Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein großer Papierkorb" an das Thema "Gelassenheit" anpassen würde, klänge er so: "Die Basis einer gesunden Gelassenheit ist ein großer Papierkorb für überflüssige Gedanken". Dabei sollten wir natürlich die Gelassenheit nicht mit einer "Mir doch alles egal"-Haltung verwechseln! Die Gelassenheit verdrängt die Dinge nicht, sie betrachtet sie kurz und konzentriert sich dann einfach auf andere Dinge - nämlich die, mit denen es sich zu beschäftigen konstruktiv ist.

 

Hier sind die Kandidaten für den geistigen Papierkorb:

1.

Im Moment leben

wenn wir Angst oder Sorgen verspüren, dann liegt es in 95% der Fälle daran, dass wir entweder Angst vor der Zukunft haben, oder aber an schlechten Erfahrungen der Vergangenheit leiden. Wenn es um den GERADE DIESEN, jetzigen Moment geht, in dem du diese Zeile liest, dann musst du doch zugeben, dass es dir gut geht. Man sollte also öfter einfach SEIN, und zwar JETZT und sich genau darauf konzentrieren! Denn dieser Moment ist eigentlich der einzig reale. Die Zukunft ist noch nicht da, und die Vergangenheit ist schon vorbei.

2.

Sich mit anderen Vergleichen

Stop comparing! Wer sich mit anderen vergleicht, zersetzt seine eigene Zufriedenheit mit Gift und vergisst, dass andere Menschen erstens oft andere Ausgangssituationen, anderen Charakter, andere Lebensentwürfe, andere Erfahrungen haben als wir,  und somit überhaupt nicht mit uns vergleichbar sind, und zweitens: alles hat seine Vor- und Nachteile. Wenn wir die anderen um etwas beneiden, nehmen wir die Nachteile meist gar nicht wahr. Ein ganz weit verbreitetes, plattes Beispiel: meine Freundin baut in meinem Alter schon ein Haus und hat ein Kind und einen Ehemann.  Ich könnte mich unzulänglich und unzufrieden fühlen, wenn ich meinen momentanen Standpunkt mit ihrem vergleiche. Dabei betrachte ich nur Vorteile von dem Lebensentwurf "Haus, Kind, Ehemann". Die Nachteile gibt es aber im gleichen Päckchen gratis dazu. Will ich die auch haben? Weniger Freiräume, Kredit abbezahlen, nächtelang super wenig schlafen etc?

Ich denke, es ist klar, was ich meine. Und noch etwas: höchstwahrscheinlich wird diese Freundin ebenfalls unzufrieden, wenn sie ihr Leben mit meinem vergleicht! Sie sieht nämlich auch nur meine Vorteile: Freiheit privater und finanzieller Art, feiern gehen, ausschlafen etc.

Deswegen: vergleichen ist nur mit sich selbst erlaubt. Und sogar da kann man sich zuviel Druck aufbauen à la "Vor einem Jahr war ich viel fleißiger / habe mehr Geld verdient / mehr soziale Kontakte gehabt als jetzt" oder was auch immer. Falls einen solche Gedanken anspornen, sein Leben umzukrempeln und in Schwung zu kommen - dann go for it! Falls es einen nur unter Druck setzt, so dass man am liebsten frustriert aufgeben und sich selber bemitleiden möchte - dann ab damit in den geistigen Papierkorb! Damit Platz frei wird für andere Gedanken, die uns gut tun und uns hoffnungs- und vertrauensvoll stimmen.

3.

Das einzige wovor man Angst haben sollte, ist die Angst

Die Angst diente ursprünglich dazu, dass man sich schützt. Ein Hase, der keine Angst vor einem Wolf hatte, wurde höchstwahrscheinlich gefressen. Heutzutage ist es nicht mehr ganz so simpel. Nicht nur die ganzen Angststörungen, sondern auch die meisten Ängste, die weit in die Zukunft oder Vergangenheit reichen, schützen uns vor keinen Gefahren, sondern im Gegenteil - machen uns oft unfähig, zu handeln und positive Möglichkeiten überhaupt erst wahrzunehmen. Angst ist ein schlechter Berater! Weg damit in den Papierkorb!

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4.

Humor ist göttlich

Es ist sehr einfach, zu lachen, wenn es lustig ist. Aber wahrer Humor ist mehr, als das. Wahrer Humor bedeutet, mit Hilfe von Lachen von Dingen Abstand zu nehmen und sich nicht unterkriegen zu lassen. Humor ist eine der  wenigen Fähigkeiten, die den Menschen vom Tier unterscheiden. Machen wir also Gebrauch davon!

5.

Was andere denken ist egal

Irgendwann habe ich verstanden: das hier ist MEIN Leben. Wenn die anderen etwas davon mitbekommen und sich darüber beispielsweise lustig machen, oder über mich lästern, oder mich für hässlich oder dumm halten - hat es keinerlei Auswirkungen auf mein Leben (außer in einem Fall von Mobbing), sondern berührt nur unangenehm mein Ego - wenn ich es mir denn wichtig genug ist, zuzulassen, dass mein Ego so eine Macht über mich hat. Die meisten Menschen, deren Meinung ich fürchte, werde ich NIE wiedersehen. Diese Menschen stecken nicht in meiner Haut, sie haben weder meine Kindheit gehabt, noch meine Gedanken durchdacht, sie hatten nicht meine Schulzeit, noch meinen Freundeskreis. Wie sollen sie jemals über mich urteilen können? Das alles ist völlig unwichtig.

6.

Erwarte nur das wichtigste

Je mehr man erwartet, desto wahrscheinlicher ist es, dass man enttäuscht wird. Wenn man aber gar nichts erwartet, wird man ausgenutzt. Ich habe für mich also beschlossen, von meinen Mitmenschen nur ausgewählte Dinge zu erwarten, die mich wirklich sehr wichtig sind. Den Rest lasse ich offen und genieße meine Gelassenheit!

7.

Mensch ärgere dich nicht

Ich versuche es immer wieder zu verstehen, warum sich so viele Menschen so leidenschaftlich gerne ärgern. Sie finden nicht nur eine perfide Befriedigung im Ärger, nein, sie suchen regelrecht nach Dingen, die diesen auslösen und nähren. Das kann eine gewissen Genugtuung bereiten, z. B. durch sozialen Abwärtsvergleich (wenn man sich über "dumme Leute" oder über die Trolle im Internet ärgert, denn man selbst würde ja niemals auf dieses Niveau absinken). Alles schön und gut - aber mit Gelassenheit hat das nichts zu tun. Wenn ich gelassen sein möchte, schiebe ich ärgerliche Dinge weg von mir und schenke ihnen keine Aufmerksamkeit. Natürlich nur, wenn ich diese Dinge nicht ändern kann. Dumme Menschen beispielsweise wird es immer geben. Aber wenn mich etwas ärgert und ich kann etwas dagegen tun - dann versuche ich es. Nur rumschimpfen ändert rein gar nichts, außer dass ich mich selbst damit schwäche.

 

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"
Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
"

Reinhold Niebuhr


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berlin diaries vol. 2 | Stories aus den Öffis

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In Berlin kann man was erleben, das ist bekannt.

Aber auch so eine einfache Sache, wie die Nutzung der öffentlichen Verkehrmittel (im Volksmunde Öffis genannt) kann schon sehr aufregend sein.

Damit meine ich nicht nur die Tatsache, dass man nie so genau weiss, ob die Ringbahn kommt, und auch nicht den ominösen "Schienenersatzverkehr mit Bussen", sondern die ganzen Begegnungen und Stories, die einem passieren, während man eigentlich nur von A nach B (oder auch nach C) kommen möchte. Manchmal sitzt man in der Tram, in der ein Musiker mit einer klischeehaften Lockenmähne voll an der Gitarre abgeht, links und rechts ziehen Strassen und die vielen bunten Lichter vorbei - und die Romantik der Grossstadt ist perfekt. Manchmal schaut man aber auch nur nach unten, um nicht von irgendeiner dubiosen Gestalt angesprochen zu werden. Manchmal bekommt man von wildfremden Menschen einfach so Komplimente - für den Mantel, das Kleid, die Haarspange. Und ganz oft, vor allem im Sommer, spiegelt sich die untergehende Sonne fast schon unerträglich schön in den Glasfronten und Fenstern der vorbeiziehenden Häuser oder in den Gewässern der Spree, während man in einem Bahn-Wagon die Schienen entlanggleitet.

Deswegen - hier ein paar der verrücktesten Eindrücke und Stories, direkt nach dem Erleben für euch aufgeschrieben!

 

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U-Bahn Übergang, die Wände sind weiss gefliest,

auf den Fliesen kann man in schwarzen Buchstaben lustige Aussagen von Heinrich Heine über die Franzosen lesen.

Man läuft und meditiert. Im besten Fall. Ok, meditieren stimmt nicht ganz, denn man ist in Gedanken versunken - ich muss heute noch dasdiesjenes, anrufenabschickeneinkaufen, nicht vergessen, oh, da stehen Zeugen Jehovas, wie immer, morgen ist Wochenende, ausschlafen, die den die treffen, das und das besorgen, Salat für die Party... Jemand trat mir auf den Fuss, egal, ist ja keine Absicht... Da vorne spielt jemand Gitarre, wow, sehr temperamentvoll... Ich finde, wenn man unterwegs ist, wo Strassenmusik erklingt, kommt man sich kurz wie in einer Filmszene vor, in der sein ganz normales und gleichzeitig absurdes Leben gezeigt und mit passender Musik unterlegt wird.

Oh, die Ubahn kommt. Lustig, dass nach dem Tür-Schliess-Ton immer ziemlich viel Zeit vergeht, bis die Türen tatsächlich zugehen, sodass noch ein ganzer Haufen Menschen einsteigen kann. Eben auch ich. Ich muss ein ganzes Stück fahren, also suche ich mir einen Sitzplatz (die Randplätze sind leider heiss begehrt und diesmal auch schon besetzt, deswegen muss ich in die Mitte der Sitzbank) und gebe mich dem Fahrstil der alten Ubahn hin, der mich oft an eine Kinder-Achterbahn erinnert, weil sie so schaukelt und rast.


 

Kaffeeliebe

Ich fuhr vom Tanzkurs heim und musste am Gesundbrunnen umsteigen. Während ich auf die Ubahn wartete, sah ich mich um. Neben mir stand auf dem Boden ein halbvoller Plastik-Kaffeebecher aus einem Kaffeeautomaten. Ehe ich mich versah, kam irgendein Typ, packte diesen Becher und leerte ihn mit einem Schluck... Yeah, lecker!


 

 

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Boah ey,

in der „Partytram“ M10 trifft man immer die krassesten Gestalten. Zum Beispiel Italiener, die einen nach dem nächsten Bordell fragen. Oder gestern am späteren Abend: ich fuhr aufgetackelt von einem Event heim. Eingestiegen sind drei Typen mit Kaffee-Plastikbecher in den Händen (selbstredend war kein Kaffee, sondern irgendetwas Alkoholisches drin). Einer bleib nähe der Tür stehen, die anderen beiden setzten sich mir gegenüber. Sie hatten ooooriginal Stimmen aus „Traumschiff Surprise“  -  und haben sich so lustig unterhalten, dass ich mich total zusammenreissen musste, um nicht loszulachen. Andererseits haben sie es auch genau darauf ankommen lassen, denn sie redeten sehr demonstrativ und hätten die Aufmerksamkeit der Leute sehr genossen, wenn jemand von den an alles gewohnten Berliner sie denn beachtet hätte. Irgendwann ging ich zur Tür, um auszusteigen, und derjenige, der an der Tür blieb,  musterte mich von oben bis unten und erklärte seinen Kumpels:  "Ich schau mir mal die Mode von heute an". Dann meinte er  - "Sieht gut aus", ich erwiderte amüsiert „Meinste?“, darauf er : "Das ist mein voller Ernst". So bin ich, breit grinsend, ausgestiegen und lief heim.

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Die U7 war ziemlich voll.

Eine keck aussehende Frau mit einer Kurzhaarfrisur, Glitzerrucksack, warmen Ohrschützern mit Weihnachtsmuster und Kinderblick sitzt in der Menschenmenge auf dem Boden, vor ihr eine offene Packung Party Cracker. Sie schaut zu mir hoch: „Wollen wir was zusammen singen? Traust du dich? Fang an, ich brumm mit! Aber nicht wie diese eingebildeten Chöre! Kennst du das Lied?“ Sie versucht, etwas vorzusingen. Ich lächle, aber winke ab: „Sorry, das Lied kenne ich nicht!“. Sie staunt. „Du kennst es nicht?? Es war damals ein Klassiker, zu den DDR-Zeiten!“ und erzählt was über den Verfasser des Liedes und über die Kulturrevolution. Während ich aussteige, höre ich sie zu jemand sagen: „Wollen wir was zusammen singen? Traust du dich? Fang an, ich brumm mit! Aber nicht wie diese eingebildeten Chöre!“

 


„Tolle Schuhe, ich liebe die goldenen 20ger“,

sagt er. Der Herr mit einem exquisiten Stil-Geschmack in der Ringbahn, der die Retro-Schuhe gebührend würdigte, ist ein Verkäufer von "Motz", einer Berliner Obdachlosen-Zeitung. Das Kompliment richtete sich an einen wirklich auffällig stylisch gekleideten Mann mit schwarzer Roll-Mütze und bordeauxfarbenem Samtsakko. Und anscheinend auch besonder tollen Schuhen, die ich von meinem Sitzplatz aus nicht erkennen konnte. Leider hat das Kompliment eher auf taube Ohren gestossen, der stylische Typ war sich wohl zu schade für ein "danke".


 

Es war kurz vor Weihnachten.

Ich war in einem Gartencenter, um mir einen Christbaumständer zu kaufen. Da sass ich also mit dem Teil an der U-Bahnstation in Wedding und tippte auf meinem Handy rum. Ein 11-jähriger Junge sprach mich an: „Darf ich fragen, was Sie denn da haben?“ Ich: „Klar, einen Christbaumständer“. Er: „Sowas brauchen wir nicht, wir haben ein Hologramm als Weihnachtsbaum, weil unsere Katzen immer die Deko vom Baum abgerissen haben. Und jetzt springen sie den Holo-Baum an, aber können nichts kaputtmachen, voll witzig!“. Ich staunte: „Sieht denn der Baum so echt aus, dass die Katzen ihn anspringen??“. „Ja, das tut er!“. Kurzes Schweigen. Ich will mich gerade wieder meinem Handy widmen, als er fragt: „Raten Sie, was dieser Ring kostet. Übrigens, der Stein ist echt und es ist Weissgold! Den habe ich zu meiner Geburt bekommen“. Gedankenlos meine ich „150 Euro?“. Er tut schockiert. „ECHTER STEIN! Neeee, der hat 1300€ gekostet!“. Ich kann es mir nicht verkneifen und sage „Na dann solltest du vielleicht nicht so damit rumprahlen, sonst reissen sie dir noch den Finger ab!“. „Ach, da mach ich mir keine Sorgen, denn ich mache seit vielen Jahren Kampfsport. Die können mir nix!“.

Da ich von dem seltsamen Gerede eigentlich die Nase voll habe, will ich mich wieder meinem Handy widmen, aber diese Rechnung habe ich wohl ohne den kleinen Angeber gemacht. Unfreiwillig werde ich weiter informiert:

„Sie wollen nicht wissen, wieviel ich in meinem Portemonnaie habe, aber eins kann ich Ihnen sagen - die Summe ist dreistellig. Ich wohne auch nicht hier, sondern in einer Gegend, die, so kann man schon sagen, reich ist.“ Als ich dann doch noch fragen muss, ob er eigentlich stolz drauf wäre, obwohl er ja null komma gar nichts für sein schillerndes Reichtum getan hat, meint er: „Ja, ich bin stolz drauf! Ich verdiene auch mein eigenes Geld. Meine Eltern besitzen ein Fitnessstudio, wo man nur mit Einladung reinkommt. Ich arbeite auch manchmal da, räume Sachen um und so. Mein Stundenlohn ist 100€, meine Eltern zahlen mir das.“

Als wir dann auch noch in die gleiche Ubahn einsteigen, stelle ich mich extra weit weg, damit er mich nicht weiter zutextet. Er ruft aber „Hallo“ und zwinkert mir zu. Ich verdrehe die Augen und überlege nur, dass ich diese Geschichte auf meinem Blog erzählen muss. Als endlich meine Station kommt, steige ich erleichtert aus und höre ihn mir noch hinterherrufen: „Schönen Tag!“


 

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Outfit thoughts

Wem macht Lästern Spass?

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Über das Lästern schreiben, ohne selbst gleich zu lästern?

Fast unmöglich, aber dazu gibt es eine buddhistische Fabel:

“Meister, du musst mir helfen”, sagte der Besucher. “Ich bin mit meiner Weisheit am Ende.”

”Wie sieht dein Problem denn aus?”, fragte der Weise.

„Ich schaffe es kaum, meinen Ärger zu kontrollieren“, sagte der Gast. „Es ist einfach die Art, wie die Leute sind: Ich sehe sie andere kritisieren, während sie ihre eigenen Fehler absolut nicht bemerken. Ich möchte sie nicht kritisieren, da ich nicht wie sie sein möchte, aber sie regen mich wirklich auf.“

„Ich verstehe”, sagte der Weise. „Aber sage mir erst: Bist du nicht der Dorfbewohner, der letztes Jahr dem Tod nur knapp entkommen ist?“

„Ja“, nickte der Gast. „Es war eine schreckliche Erfahrung. Ich bin zu weit in den Wald gegangen und stieß auf ein Rudel hungriger Wölfe.“

„Und was hast du gemacht?“

„Ich bin gerade noch auf einen Baum geklettert, bevor sie mich erreichten. Die Wölfe waren riesig und ich zweifelte nicht daran, dass sie mich in Stücke hätten reißen können.“

„Du warst also gefangen?“

„Ja. Ich wusste, dass ich ohne Wasser und Nahrung nicht lange auskommen würde, und so wartete ich, bis ihre Wachsamkeit nachließ. Immer wenn ich dachte, es sei sicher genug, kletterte ich herunter, sprintete zum nächsten Baum und kletterte herauf, bevor sie mir zu nahe kamen.“

„Das hört sich nach einer echten Tortur an.“

„Ja – insgesamt dauerte es zwei Tage. Ich dachte ich würde sicher sterben. Zum Glück fand mich eine Gruppe Jäger, sobald ich nah genug am Dorf war. Die Wölfe zerstreuten sich und ich war gerettet.“

„Mich interessiert vor allem eine Sache“, sagte der Weise. „Während dieser Erfahrung, hast du dich von den Wölfen irgendwann beleidigt gefühlt?“

„Was? Beleidigt?“

„Ja. Hast du dich von den Wölfen beleidigt oder verunglimpft gefühlt?“

„Natürlich nicht, Meister. Dieser Gedanke ist mir nie gekommen.“

„Warum nicht? Sie wollten nichts anderes, als dich beißen, nicht? Sie wollten dich töten, nicht wahr?“

„Ja, aber… das ist nun einmal, was Wölfe tun! Sie waren einfach sie selbst. Es wäre absurd gewesen, mich beleidigt zu fühlen.“

„Exzellent! Behalte diesen Gedanken im Kopf, während wir uns noch mal um deine Frage kümmern. Andere zu kritisieren, während sie selbst ihre Fehler nicht bemerken ist etwas, was viele Leute tun. Du kannst sogar sagen, es sei etwas, was wir alle von Zeit zu Zeit tun. In einem gewissen Sinn leben die gefräßigen Wölfe in jedem von uns.

Wenn die Wölfe ihre Krallen zeigen und auf dich zukommen, solltest du nicht einfach stehenbleiben. Du solltest dich sicherlich schützen, indem du irgendwie von ihnen fort kommst, wenn es irgend möglich ist. Genauso solltest du nicht passiv akzeptieren, wenn Leute mit giftiger Kritik auf dich losgehen. Sicherlich solltest du dich schützen, indem du eine gewisse Distanz zwischen dich und sie bringst, wenn es irgendwie möglich ist.

Der wichtigste Punkt dabei ist, dass du das tun kannst, ohne dich angegriffen oder beleidigt zu fühlen, da diese Leute einfach nur sie selbst sind. Es liegt in ihrer Natur zu kritisieren und zu richten, es wäre also absurd daran Anstoß zu nehmen. Es macht keinen Sinn, wütend zu werden.

Das nächste Mal, wenn die hungrigen Wölfe in Menschenhaut sich nähern, denke daran: Das ist einfach die Art, wie die Leute sind – genau wie du gesagt hast, als du reingekommen bist.“

Von "5 Gründe, warum du nie lästern solltest" bis "Warum Lästern für uns lebensnotwendig ist" -

so gegensätzlich sind die Meinungen und Artikel zum Thema "Lästern". Ich persönlich ziehe mich mittlerweile einfach aus dem Gespräch raus, wenn ich merke, dass über eine nicht anwesende Person hergezogen wird. Nicht, weil ich so toll bin - sondern, weil mir Lästern irgendwie keine Genugtuung bereitet. Ich identifiziere mich im Moment des Lästerns wohl nicht mit den Lästernden, sondern eher mit der Person, über die gemotzt wird und denke - aha, also wenn ich mich jetzt mal kurz umdrehe, dann bin ich das nächste Läster-Opfer?

Aber was ist Lästern überhaupt? Wo ist die Grenze zwischen seine Erfahrungen mit einem bestimmten Menschen zu schildern und zu lästern?

Du lästerst gerade, wenn:

... du das, was du mir gerade erzählt hast, diesem Menschen nicht ins Gesicht gesagt hast, und zwar, genauso, wie mir.

... wenn du gerade etwas be- und verurteilst, was totale Geschmackssache (Kleidungsstil) ist, etwas, was der Betroffene nicht ändern kann (Aussehen, Körper allgemein) oder etwas, was gesellschaftlich nicht akzeptiert oder abgewertet wird (tiefer Ausschnitt oder kurzer Rock).

... du eine Genugtuung daraus ziehst, dass du gerade jemanden schlechtmachst. Wenn du dich als ein besserer Mensch fühlst, als jemand, der im Recht ist, als jemand, der im Gegensatz zum Objekt des Lästerns vor den gesellschaftlichen Richtlinien bestehen würde.

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I AM WEARING:

pullover: Zara sale

jacket: Zara sale

pants: Zara sale

shoes: Zara (old)

bag: Kenzo (old)


photos: Lena <3

editing: by me

Wenn man im Mittelpunkt einer Party stehen will, darf man nicht hingehen.

Audrey Hepburn

Quelle

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Lifestyle

Lippen Bekenntnisse

Ich bringe es nicht über die Lippen.

Dabei hängst du an meinen Lippen und wartest, was ich sage! Normalerweise trage ich mein Herz auf den Lippen, aber ich will echt keine dicke Lippe riskieren und außerdem geht mir diesmal das, was ich eigentlich sagen will, einfach nicht so leicht über die Lippen. Meine Lippen sind wie versiegelt! In letzter Zeit fehlt mir was in unserer Beziehung, denn ich kann wahrlich nicht behaupten, dass du mir jeden Wunsch von den Lippen abliest, eher ganz im Gegenteil.

Schließlich sage ich - "Du, ich glaube, das wird nichts mit uns beiden, von dir hört man nur Lippenbekenntnisse!" und beiße ich mir sofort auf die Lippen.

Du klemmst dir eine Zigarette zwischen die Lippen und sagst gereizt: "Ja, du leckst dir förmlich die Lippen nach Aufmerksamkeit!!"


Ok, zugegebenermaßen ist das ein erfundenes Szenario, aber kein unwahrscheinliches in zwischenmenschlichen Beziehungen.  Erwartungen und Vorwürfe sind ein Thema, was mich zur Zeit erneut sehr beschäftigt.

Vielleicht ist euch beim Lesen aber auch noch was anderes aufgefallen? Nämlich, dass in ganz vielen Redenwendungen, die wir beiläufig benutzen, die Lippen eine wichtige Rolle spielen. Natürlich nicht nur sie, sondern auch andere Körperteile ("auf die Nase fliegen", "sich die Hände reiben", "etwas liegt mir auf der Zunge", etc), aber heute soll es um die Lippen gehen. 

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Die Lippen sorgen für eine der ersten Sinneswahrnehmungen im menschlichen Leben

(und auch bei anderen Säugetieren) - nämlich, mit ihrer Hilfe trinken wir die Muttermilch. Auch später sind Lippen wichtig  - natürlich beim Küssen, aber auch beim Essen und beim Reden! Ob die Lippen lächeln oder gespitzt sind, ist ein wichtiger Teil unserer Gesichtsmimik, die wiederum viel über uns und unsere Befindlichkeit aussagt. Im Laufe der Jahrhunderte sind auch insbesondere Lippen von Frauen zu einem Symbol für Sinnlichkeit geworden - deswegen werden die Lippen geschminkt und gepflegt, was das Zeug hält! Aber nicht nur das - auch bei Schönheits-Op´s sind Lippen ein beliebtes Korrekturziel...

Was Lippen-Pflege angeht - sie ist deswegen so wichtig, weil die Haut an unseren Lippen vom ganzen Körper die dünnste ist. Der neue eos Lip Balm gibt an, keinerlei Mineralöle und Parabene zu enthalten, das ist schon mal super, und der Duft des neuen Wildberry Balm ist auch total lecker. eos steht für Evolution Of Smooth und enthält natürliche Inhaltsstoffe, was total wichtig ist, denn eine Frau verspeist in ihrem Leben durchschnittlich ca 3,5 Kilo Lippenstift (OMG, wie creepy)!!

Ich persönlich trage meinen eos Balm einmal am Tag auf, bevor ich in die Kälte gehe, damit die Lippen geschützt sind. Das reicht mir, denn ich finde, der Körper soll auch von sich aus noch was tun, auch wenn man mit natürlichen Pflegestoffen die Lippen nicht "überpflegen" kann.

eos Organic Wildberry Lippenbalsam facts

  • Zertifizierte Naturkosmetik
  • 100% natürliche Inhaltsstoffe
  • Ausgezeichnet mit dem COSMOS Organic Siegel zertifiziert von Ecocert sowie dem USDA Seal
  • Bio-Sheabutter, Bio-Jojobaöl

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Outfit thoughts

Esra´s Ratgeber Vol. 1: busy sein für Anfänger

Dieser unglaublich seriöse Ratgeber hier ist die Antwort auf und das Gegenpol von dem ebenfalls äußerst ernstgemeinten Ratgeber namens „Arbeitslos sein für Anfänger“, den die Vickie letztens gepostet hat – danke sehr für die Inspiration, meine Liebe! :*

 


 

Zum ersten Mal in meinem schon wahnsinnig langen Leben ist mein Konto seit ganzen sechs Monaten am Stück im Plus. Wow! So ein Erfolg! Dieser liegt wiederum hauptsächlich darin, dass ich nun mal ein geborener Gewinner bin. Da ich aber außerdem auch noch ein sehr gutmütiger Mensch bin, verrate ich in diesem Post mein Geheimnis, wie ich zu meinem überwältigenden Erfolg kam.

 

Nie wieder Liebeskummer

Auch dieses Problem löst sich von alleine, wenn man super busy ist! Wie praktisch! Ich verbringe meine ganze Zeit mit wichtiger, unverzichbarer Arbeit. Ich habe keine freie Sekunde mehr für einen Partner an meiner Seite – und das ist sehr gut so! Ein Partner lenkt einen extrem ab – gerade wenn man eine wichtige Deadline hat, streitet oder trennt man sich, ist dann zu nichts zu gebrauchen und es dauert ewig, bis man wieder arbeitsfähig ist.  Oder man muss zu unpassendsten Zeiten sich der Probleme des Partners annehmen… Sinnlos! Es ist viel wichtiger für mein Weiterkommen, dass ich mich auf meinen Job konzentrieren kann!

Arbeit und Spaß

Arbeit soll Spaß machen?? Wer behauptet denn SO NEN Quatsch?? Ganz im Gegenteil! Alles, was Spaß macht, KANN gar nicht Arbeit sein! Sonst würde „Arbeit“ nicht „Arbeit“, sondern eben „Spaß“ heißen, ist doch ganz klar. Also beispielsweise Klavier Spielen, Ballett oder Hiphop Tanzen, Bücher schreiben und auch Bloggen – das ist alles keine Arbeit! Arbeit ist – wenn jemand ordentlich jeden Tag ins Büro geht oder Arzt ist! Oder Anwalt. Oder an einer Baustelle schuftet. Das wird dem Wort „Arbeit“ erst gerecht! Alles andere sind Taugenichtse, die ihre Hobbies ausüben und dafür auch noch Geld verlangen! Eigentlich eine bodenlose Frechheit!

Probleme? Was ist das?

Kenn ich nicht! Wer super busy ist, hat keine Zeit, sich mit Problemen auseinanderzusetzen. Eigene psychische, aber auch körperliche Wehwehchen werden einfach ignoriert, verdrängt und überspielt. Burn Out? Psychosomatik? Glaube ich erst, wenn ich tot umfalle! Alles Erfindungen fauler Leute. Aber nicht nur eigene Probleme lassen sich auf diese Art mit Leichtigkeit in Luft auflösen. Auch Probleme anderer Menschen interessieren mich herzlich wenig. Ich habe keine Zeit dafür! Ich muss schließlich arbeiten!

Ich brauche keine Meditation.

Warum hart verdientes Geld und die wertvolle Zeit in sowas Sinnloses wie Meditation investieren? Ist eh nur ein anderes Wort für „Nichtstun“.  Und von nichts kommt nun mal nichts. Nüscht. Niente. Nada! Und wer will schon „nichts“? Richtig – niemand!

Nie wieder verkatert

Kein Wunder, dass ich keine Lust mehr aufs Feiern habe, wenn ich soviel arbeite. Ich komme nach Hause von einem vollen Arbeitstag, arbeite zuhause bis tief in die Nacht weiter und falle dann total erschöpft, aber zufrieden ins Bett. Partys sind was für Leute, die sonst nix zu tun haben! Menschen, die richtig ranklotzen, habe für solch sinnlose Beschäftigungen gar keine Energie mehr!

Fehlerquote wird minimiert

Die meisten Fehler macht jemand, der ständig was Neues ausprobiert. Ich finde das absolut ineffizient! Wieso ständig was Neues probieren, wenn man eine Methode hat, die wie geschmiert läuft? Mit Routine kann man viel mehr erreichen, weil man die Energie, die man zum Lernen braucht, nun in die Arbeit selber investieren kann. Todsichere Sache! Apropos Tod – an den denke ich auch nie! Wer weiß – vielleicht lebe ich ja ewig!

Also ich geh dann mal arbeiten. Was? Heute ist Sonntag? Mir doch egal! Faule Ausrede!

 

jacket: 5 Preview*  

*gifts or samples

photos: Andy

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Outfit

outfit: leather culotte

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Regen und die neue Attitüde

 

Ich unterbreche meine Thailand-Reihe für einen (leider!) besser passenden Outfit-Post, den wir vorgestern im kalten Regen, den uns der Wind großzügig in die Gesichter schmetterte, geshootet haben.

Da ein Blog immer noch eine Art Tagebuch ist, dachte ich, passen trübe Regenbilder gerade eben besser, als sonnenüberflutete sommerliche Thailand-Bilder. Die kommen aber demnächst!! Hoffentlich ist bis dahin auch das Wetter hier in Deutschland wieder halbwegs annehmbar... :/

Eigentlich wollte ich schon immer mal im Regen shooten - allerdings nicht im Wind. Denn der machte alle Versuche, die Haare auch nur halbwegs frisiert aussehen zu lassen, komplett zunichte...

Was solls! Überraschenderweise mag ich das Resultat - vor allem wegen der Stimmung! Auf diesen Bildern wirkt München plötzlich nicht mehr so "Dorf"-mäßig, sondern fast schon wie eine Großstadt - ich glaube, das ist der Einfluß von meinem Thailand-Aufenthalt. Dort hätte (und hat!) man sich nämlich an jeder Ecke schnall für ein Shooting hinstellen können - und es sah einfach bombastisch, nach "big city", nach "modern" und nach "viel los" aus.

München dagegen sieht als Foto-Location meist langweiig, hübsch, aber belanglos, stets frisch renoviert und glattgebügelt aus... Deswegen musste dringend was Neues ausprobiert werden!

 

Wie findet ihr die neuen Fotos?

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o ja:

ich habe frühes Aufstehen und frühes zu Bett gehen für mich entdeckt - seit Thailand! tut gut :)

oje:

für Missverständnisse, Überforderungen und unerträglich kaltes Wetter

gefunden:

endlich eine gut sitzende Mom-Jeans! Die Männerwelt wird sie hassen - und ich liebe sie! :D

gegessen:

Spargel - weißen und grünen!

gefragt:

wann lasse ich die Sachen zu nah an mich ran und wann verdränge ich sie? Und werde ich jemals lernen, den goldenen Mittelweg zwischen diesen beiden Verhaltensweisen zu gehen? Und gibt es ihn überhaupt??

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parka:   Zara (old, but similar)   |  culottes: Asos (gerade im Sale für nur 12 Euro!!) |  boots: Mango (similar)  |  bag: COS (similar)

photos: Franzi

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Outfit

outfit: there are no rules

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There are no rules – die provokative Message hat mich natürlich sofort angesprochen.

Wie sieht es nun aus? Haben wir in unserer Welt zu viele Regeln oder zu wenige?

Regeln an sich haben ihre Daseinsberechtigung, das ist klar. Es gab einen Grund, warum die Menschheit Regeln erfand, denn ohne Regeln wäre das Überleben dieser stark instikt-gesteuerter Spezies schnell gefährdet – die Menschen sind eben dafür bekannt, sich nur allzu gerne die Köpfe einzuschlagen, mit Grund und ohne, oder auch sehr gerne mit Alibi-Gründen.

In dem Moment aber, wo die Regeln anfangen, nicht nur das Zusammenleben der Menschen zu steuern, sondern den Menschen selbst zu diskriminieren und einzuschränken – sollte man sie überdenken. Keine Sache an sich ist schlecht oder gut – auch die Regeln nicht, sondern nur ihre Anwendung.

Da, wo Regeln benutzt werden, um das eigene Weiterkommen auf Kosten anderer zu rechtfertigen, mag ich sie nicht mehr. Deswegen ist es wichtig, zu bedenken: Regeln (welcher Art auch immer) wurden von MENSCHEN erfunden. Ich bin mir sicher, dass auch solche „Regeln“, wie die 10 Gebote, von Menschen kommen, denn in dem Moment, wo ich behaupte, etwas komme von Gott – mache ich leider den Weg frei für Radikalismus, Menschenverachtung und ganz viel Manipulation. Ich will keinen Gläubigen von euch angreifen – aber gerade heutzutage, wo die ganze Welt immer radikaler zu werden scheint, ist es am wichtigsten, kühlen Kopf zu bewahren, sich nicht provozieren zu lassen und selbstständig denken zu können…

Und übrigens: das Outfit an sich ist schon anarchistisch – die Schriftzüge auf dem Kleid gehören eigentlich auf den Rücken! Aber um die Message zu verdeutlichen, trug ich das Kleid einfach andersherum ;)

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o ja:

traurig, aber wahr: heute muss das „o ja“ ausfallen und wird doch tatsächlich durch zwei „oje“ ersetzt, mimimi:

oje Nummer 1:

warum werden so viele Sachen, die schön anfangen, oft so unschön? Kann man das nicht einfach irgendwie vermeiden? ?

oje Nummer 2:

ich wurde vorgestern für Thailand geimpft, gegen Tetanus, Kinderlähmung und Diphtherie (normalerweise hat das jeder, aber meine letzte Impfung hatte ich als Baby, ich hatte nicht mal einen Impfpass). Die Ärztin meinte, der Arm könnte ein paar Tage etwas wehtun. Abr er tut so richtig weh, vor allem in der Nacht, sodass ich nicht mal auf der linken Seite schlafen kann :/ Nervig!

gesehen:

einen französischen Film namens „Das brandneue Testament“ – eine neue, typisch französisch absurd-tiefsinnige Version der Welterschaffung. Empfehlenswert!

gedacht:

ich will keinen Hass. Hassen macht einen unfrei…

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dress/parka:   Zara (similar for only 20,-)  |  boots: Mango  (aktuell!) |  bag: Furla (similar here)

photos: Andy