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„Politisch korrekt“: erstrebenswert oder nervig?

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"Man darf ja GAR nichts mehr sagen! Sorry, aber ein Schwarzer ist nunmal schwarz, das ist halt sein Erkennungsmerkmal!"

Hand aufs Herz, hast du das auch schon mal gedacht?

Findest du Toleranz an sich auch super, aber die ganze Political Correctness total übertrieben? Denkst du auch manchmal, dass es eine Schikane von den ganzen übertrieben linken Spinnern ist, so ein hippes Mode-Ding? Jede noch so mini kleine Minderheit, die jahrhundertelang in ihrer Höhle saß, kommt jetzt plötzlich ans Licht und will ihre eigene Bezeichnung haben und am besten auch noch ihre eigene Toilettenkabine! Ist das nicht komplett over the top?

Meine Antwort lautet: nein. Und ich habe auch eine Erklärung dafür.

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Ursprünglich entstand "Political Correctness" als ein Versuch, Menschen aufgrund ihres Geschlechtes, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer ethnischen, nationalen oder religiösen Zugehörigkeit, ihrer sozialen Stellung, ihres Alters oder aufgrund einer Behinderung nicht zu beleidigen oder zurückzusetzen. Wenn man davon ausgeht, dass Sprache, Denken und Handeln eng zusammenhängen, dann würde eine sprachliche Rücksicht auch zu einem gesellschaftlichen Bewusstseinswandel weg von der kritisierten Diskriminierung führen können.

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung

Wir sollten uns darauf besinnen, was der Ursprungszweck von politischer Korrektheit war.

Es ging nämlich nicht darum, eine Meinung herabzusetzen oder erst gar nicht zuzulassen bzw. zu diskriminieren, sondern darum, Menschen zu kritisieren, die sich augenscheinlich politisch inkorrekt ausdrücken. Das Ziel von politischer Korrektheit war ursprünglich nämlich das Gegenteil von Diskriminierung, nämlich das Bemühen darum, Toleranz in der Sprache und Diskussionskultur abzubilden!

Darauf erwidert so manch einer: "Heutzutage fühlt sich ja jeder sofort diskriminiert. Die sollen mal nicht so dünnhäutig sein und auch mal Spaß verstehen!!". Das Ding ist nur: wir alle sind viel stärker von unserem Umfeld und unserer Vergangenheit geprägt, als uns bewusst ist. Wir kochen so stark in unserem eigenen Saft, dass wir gar nicht imstande sind, nachzuvollziehen, dass Dinge, die uns spassig und absolut harmlos vorkommen, jemanden ernsthaft verletzen können.

Wir schieben diese Verletzlichkeit gerne auf die zu dünne Haut des anderen und nehmen ihm damit von vorne herein die Berechtigung, so zu fühlen.  Wahre Empathie geht aber anders. Sie weiss, dass Menschen ganz unterschiedlich fühlen können und ganz ganz unterschiedliche Assoziationen haben können, und auch, dass all diese Gefühle und Zusammenhänge keine Spinnereien und aus der Luft gegriffen sind, nur weil wir sie im ersten Moment nicht nachvollziehen können, sondern ganz normale Reaktionen auf ganz reale Erlebnisse.

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Tugendwächter und geschickte Tatsachen-Verdrehungen

Eine ziemlich rechtskonservative Online-Zeitung, die die Dinge populistisch verdreht und Opfer gerne als Täter darstellt, schreibt pseudo-intellektuell:

"Die neuen Tugendwächter. Ihr Geschäft ist kein heroisches. Es ist dasjenige des Schafs, das sich im Schutz der Herde zu blöken traut und im Geheimen den Wunsch hegt, sich selber als Ober-Opfer auszurufen. So ist dann auch alles, was man für die Tugend tut, aus dem Geist der angeblichen Notwehr gespeist – denn wer hypersensibilisiert ist, weiss, aus welchen Verfehlungen sich Kapital schlagen lässt. Sexistisch ist dann schon, wer zweimal nach einem Date fragt, und rassistisch, wer wissen will, wo jemand mit dunkler Hautfarbe denn herkomme." (QUELLE)

Tugendwächter...  Ja, es gibt sie. Die moralisierenden Pseudo-Apostel, die unter dem Deckmantel des Minderheiten-Schutzes selbst zu Diktatoren einer Meinung werden und den anderen den Mund verbieten. Das sind die schwarzen Schafe unter den Menschen, deren Grundintention es eigentlich nur war, Rücksicht zu üben und die Welt toleranter und bunter zu machen. Aber diese schwarzen Schafe soll man bitte nicht als Argument benutzen, um die komplette Sache zu verneinen. Sonst reisst man mit dem Unkraut auch die Ernte raus... Dafür ist eine differenzierte Sichtweise das Hilfsmittel: man versucht das Gute an einer Sache wahrzunehmen und schützt es somit vor dem Untergang, während die anderen das Ganze verteufeln und damit auch all die Errungenschaften und positiven Auswirkungen einer Idee zunichte machen.

Wer ist hier eigentlich das Opfer?

Genau das ist aber die Absicht von solchen Demagogen und Populisten. Mit vereinfachten Formeln sprechen sie die Menschen an, die sowieso unzufrieden sind und sich selbst als Opfer sehen, obwohl es ihnen eigentlich gar nicht schlecht geht, und giessen sehr gerne Öl ins Feuer der Unzufriedenheit und Missgunst. Dazu kommt das undifferenzierte Abstempeln aller modernen Entwicklungen (die ursprünglich auf Humanität und Toleranz basieren und sich für Minderheiten einsetzen, da diejenigen logischerweise zu schwach sind, um sich selbst zu helfen) und Verdrehung der Tatsachen - und fertig ist das logisch erscheinende Konstrukt, das fatale Folgen hat.

"Sexistisch ist dann schon, wer zweimal nach einem Date fragt, und rassistisch, wer wissen will, wo jemand mit dunkler Hautfarbe denn herkomme" - das ist eine architypische Formulierung, die die wirklichen Täter als Opfer darstellt. Genauso sehr regt mich der Spruch  "Man darf in Zeiten von #metoo nicht mal mehr ein Kompliment machen" auf.

Es gibt eine Lösung...

Leute, wie wäre es mal damit: einfach den Kopf und das Gefühl einschalten und einfach mit Respekt handeln - ein "nein" als "nein" verstehen - und im Zweifelsfall nachfragen, ob einer Person etwas unangenehm sein sollte und dann darauf Rücksicht nehmen! Und zur Frage nach der Herkunft: ja, es nervt. Und dabei habe ich nicht mal dunkle Haut. Es nervt, weil es erstens eine persönliche Sache ist und zweitens, weil man so immer wieder zwangsläufig daran erinnert wird, dass man nicht dazugehört. Und für alle, die sofort schreien "So ist es aber keineswegs gemeint! Es ist nur Neugierde!" - stellt euch vor: eure Absichten und die Welt, die in einem fremden Menschen steckt, seine Erfahrungen, seine Geschichte - sind nicht immer deckungsgleich.

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Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüßtest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen vor einander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle...

- Aus einem Brief Kafkas an Oskar Pollak, 8.11.1903. -

Wer Political Correctness als Instrument benutzt, anderen Menschen willkürlich den Mund zu verbieten, sie zu beleidigen und zu diskiminieren, verhält sich im Endeffekt nicht viel besser, als sie. Das ist klar.

Dennoch macht es nicht die ganze Sache schlecht, sondern spricht nur gegen diese Manipulierer. Political Correctness sollte dazu dienen, Respekt und Empathie zu einer normalen Erscheinung unserer Gesellschaft zu machen. Immer, wenn sie das nicht bezweckt, ist sie zu kritisieren. Aber vergessen wir nicht: Political Correctness ist (im Vergleich zur Diskriminierung selbst) eine ziemlich neue Sache. Und die neuen Dinge brauchen Zeit, sich auszupendeln.

HIER ist ein toller Artikel zum Thema!

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Humor Lifestyle thoughts

mein bester Freund – die Waage

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DIE WAAGE UND ICH - WIR SIND BESTE FREUNDE.

Das war nicht immer so. Monatelang verstaubte sie unter dem Schrank, phasenweise wurde sie dann rausgeholt, nur um einen frustrierten Gesichtsausdruck zu kassieren. Das Leben einer Waage ist kein Zuckerschlecken! Sie braucht starke Nerven, denn sie muss so Einiges erdulden! Wer hört schon gerne misstrauische Ausrufe wie "Neeeeeein, das kann nicht sein, die Batterie ist bestimmt leer"?  Bestimmt dachte sie dabei "Schon klar, ICH soll wieder schuld sein!".

Sie wurde im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen getreten und mit negativen Vibes konfrontiert - dafür, dass sie die Wahrheit gesagt hat. Wie unfair!

Ich weiß, ich weiß, man soll sich nicht jeden Tag wiegen, Körpergefühl und Gesundheit sind wichtiger, als die Ziffern auf der elektronischen Anzeige, aber seien wir doch mal ehrlich - wer kein gewisses Gefühl der Genugtuung beim Anblick der heißersehnten  {hier bitte die gewünschte Zahl einfügen}  verspürt, und wem beispielsweise bei einer "58" statt "60" keine Flügel wachsen, der hat ein viel zu gesundes Selbstbewusstsein!

SHAKESPEARE IST NICHTS GEGEN DIESES DRAMA

Ach, das Leben wäre doch einfach viel zu langweilig, wenn man jeden Morgen nicht dieser fast schon Shakespeare´schen Gefühlsspaltung ausgesetzt wäre - "Ist die Waage heute gnädig zu mir?  Wird sie mich milde anlächeln und mir ein Stück Kuchen erlauben - oder mich streng und vorwurfsvoll mit ihrem Display anschauen, als würde sie mir sagen wollen - hättest du gestern bloß das Abendessen weggelassen"?

 

 

CHOCOLATE TASTES AS GOOD AS SKINNY FEELS

Ja, die Freundschaft mit der Waage ist ein anspruchsvolles und widersprüchliches Unterfangen, sie kollidiert nämlich oft mit anderen Freund- und Liebschaften, die man so pflegt - vor allem die zu cremigem Eis mit leckeren Toppings, zu fluffigen Kuchen, zu frischer Pizza mit Käse, der sich bis ins Unermessliche dehnt, ohne abzureissen, zu Rum-Rosinen-Schoki, zu knusprigen Süsskartoffelpommes, zum Spargelinseln in einem Meer von Sauce Hollandaise und ja, auch zu Sushi!

Schade dass man Sushi nicht umarmen kann, aber ich bekunde meine Liebe dann eben anders - indem ich sie verschlinge. Das versteht die Waage nicht. Sie ist ein Paradebeispiel des kühlen Intellekts, der für sowas Profanes wie ein grummelnder Magen nicht empfänglich ist. Und ja, manchmal braucht man solche Freunde, die einen auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Die berüchtigte Zahl auf der Waage ist nämlich nicht nur eine Zahl - zumindest für mich. Diese Zahl ist ein Erfahrungswert, der besagt, ob ich mich in einem Rahmen bewege, der sich für mich als ein guter rausgestellt hat.

Klar merke ich auch ohne Waage, ob eine Jeans kneift, aber Hand aufs Herz - was ist unangenehmer, eine Zahl zu sehen, die vielleicht nicht ganz optimal ist, oder eine steife grausame Jeans einfach um keinen Preis zuzubekommen?? Na also.


Achtung Achtung, dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit... IRONIE entstanden!

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Bilder und Kuchen: Ramona <3

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Lifestyle

Jahresrückblick part II

Nun ist es schon 2018!!

Das Jahr 2017 war so voll mit Ereignissen, dass ich den Rückblick in 2 Teile aufsplitten musste. Hier ist der zweite Teil, Juli bis Dezember – lustigerweise blieb es sprichwörtlich bis zum letzten Tag turbulent! 

Aber das ist mir viel lieber, als ein Jahr, wo alles ganz geregelt und so gleichmäßig abläuft, dass man sich an Silvester vorkommt, als würde man aus einem Tiefschlaf aufwachen :D

Würde mich sehr freuen, wenn ihr euch in Ruhe durchklickt und vielleicht inspiriert euch das eine oder andere Outfit oder der ein oder andere Gedankenpost!

Frohes Neues, meine Lieben! <3

Im Juli

fand ich endlich heraus, warum ich beim Kontaktlinsen-Tragen manchmal Kopfschmerzen hatte und habe die perfekten Kontaktlinsen für mich gefunden. 

Ich trug einen Volant-Rock zum Sweatshirt, ein luftiges Oversize-Blumenkleid zu meinen neuen Locken, ein Karo-Kleid zur süßesten Tasche EVER und gab Tipps, wie man eigentlich ein perfektes Flatlay macht. Ich habe einen nicht ganz ernst gemeinten Ratgeber angefangen, Teil 1 lautete „Busy sein für Anfänger“ und zog über die Wichtigtuer her, die ihren Wert am Grad ihres Beschäftigt-Seins bemessen.

Ansonsten gab ich eine lustige Story zum Besten, wie ich tatsächlich bei der Fashion Week in Berlin UNFREIWILLIG in der Front Row landete!

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Im August

bin ich nur so gesprüht vor Sarkasmus und habe deswegen den nicht ganz ernstgemeinten Lebens-Ratgeber weitergeführt – Thema: wie man sich am effektivsten unbeliebt macht :D

Außerdem war ich in meinem geliebten Berlin bei meiner geliebten Vickie und wir haben eine Woche lang ununterbrochen… geshootet. Hier ein Teil der Ergebnisse:  oversized Mantel zum Blümchenkleid / der gleiche Mantel zur Jogginghose.

Ich habe total Spannendes über Dinge gelernt, mit denen man Tag für Tag zu tun hat – zum Beispiel, KAFFEE <3 oder auch, dass  Boxspringbetten weder mit Boxen, noch mit Springen zu tun haben.

Eins meiner liebsten Shootings war mit der lieben Irina  – ihr habt es auch geliebt! Da versetzte ich mich in eine Szene aus einem alten Film :) Und ein anderes Mal shootete ich ein retro-inspiriertes Outfit VOR einem Kino.

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Im September

habe ich all die Outfits gepostet, die wir im August in Berlin geshootet haben! Das waren wirklich viele, haha :) Zum Beispiel mein liebstes Blumenkleid vor Plattenbauten in Szene gesetzt / und das gleiche Kleid in einem wilden Mustermix mit Blumen-Stiefelletten.

September war ein ziemlich nachdenklicher Monat für mich, ich habe einen melancholischen Post über Neuanfänge verfasst (damals wusste ich noch nicht, dass so viele tolle Dinge mich im Jahr 2017 noch erwartet hatten!) und noch einen melancholischen Post darüber, dass das Älterwerden Sorgen mit sich gebracht hat, die ich früher nicht hatte und die ich gerne wieder loswerden würde!

Außerdem hat mich das ganze Flüchtlingsthema beschäftigt und ich habe mir Gedanken über den Frieden gemacht…

Im Oktober

habe ich es mit Rüschen total übertrieben und mit Süßigkeiten auch ?

Das absolute Highlight in diesem Monat: meine Reise nach Oxford und London (hier viele sehr nützliche Reise-Tipps, die ich selbst gerne vor der Reise gehabt hätte, haha).

Meine absolute Lieblingsfotostrecke aus London könnt ihr HIER bestaunen – und in Oxford hatte ich leider nur ein Outfit dabei – also haben wir es einfach mal in vier verschiedenen Locations fotografiert (eine schöner als die andere!!).

Eine Gucci-Tasche anprobieren durfte ich hier und statt Buchstabensuppe gab es ein Buchstabenkleid :D

November

ist normalerweise mein verhasstester Monat, ich bin da immer total traurig und antriebslos. Dieser November war ganz anders!! Ich war so motiviert und habe so extrem viel gearbeitet, dass ich kaum gemerkt habe, welcher Monat es überhaupt war, haha :D

Ich bin überraschenderweise wieder richtig erblondet, meinen sommerlichen Chiffon-Rock mit Strick kombiniert,  ausnahmsweise ein Vintage-Kleidungsstück getragen (irgendwie bin ich nicht so der Vintage Typ, leider!!) und sogar noch ein unveröffentlichtes Outfit vom August aus Berlin ausgegraben! 

Aber meine Lieblings-Herbst-Fotostrecke war die hier <3

Im Dezember

war es sehr ungewohnt, aber total toll, nicht in der kalten Kirche Orgel spielen zu müssen, sondern seit 9 Jahren zum ersten Mal die Adventszeit so richtig genießen zu können!

Deswegen habe ich euch natürlich einen Weihnachtslook vor einem prächtig geschmückten Baum präsentiert und dabei das physikalische Phänomen ZEIT unter die Lupe genommen. Ich trug ungewöhnliche Dinge wie einen Mantel aus Neopren und die wohl gewagtesten Schuhe ever und fühlte mich in einem Kleid super wohl (was auch sonst :D).

Aber das Unglaublichste war, dass ich und Franzi noch kurz vor Weihnachten tatsächlich für 4 Tage nach Abu Dhabi gereist sind! Bald kommt übrigens ein ausführlicher Post über diese erstaunliche Stadt!

Wie war euer 2017? Ruhig oder turbulent? Gut oder semi?

Teil 1 (Januar bis Juni) findet ihr HIER :)

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Outfit thoughts

thoughts: über das älter Werden und Spatzen in der Hand

Als junger Spund durch die Gegend zu hüpfen, hat durchaus große Vorteile, und damit meine ich nicht die optischen!

Die Schönheitsideale sollen mich heute ausnahmsweise mal ganz kalt lassen, ich möchte mich dem älter Werden bezogen auf die Einstellung widmen. Ich bin 35 und finde es schockierend, wie man sich im Laufe der Jahre innerlich - schleichend - verändert. Was passiert mit der Einstellung zum Leben? Mit der inneren Kraft? Mit dem Umgang mit seiner eigenen Intuition? Wie geht man mit Veränderungen um?

Veränderungen - das ist ein gutes Stichwort. Ich habe das Gefühl, dass sich Veränderungen früher leichter angefühlt haben, heute fühlen sie sich endgültiger an und das macht sie übermäßig schwerfällig. Früher dachte ich nie an die Zukunft, und wenn - dann ausnahmslos nur flüchtig und mit der Haltung "Das wird schon". Heute frage ich mich plötzlich, wie sich meine jetzigen Veränderungen auf die Zukunft auswirken mögen...

Wann hat sich die Sorge in mein Leben eingeschlichen? Wann hat mein Inneres diese feinen Risse bekommen, aus denen jetzt die zarten Jungpflanzen der Angst zu sprießen beginnen?

Dabei weiß ich genau - Angst ist in den meisten Fällen kontraproduktiv. Im Grunde es ist egal, ob alt oder jung - blöde Dinge werden einem immer passieren, und davor schützt keine Lebenserfahrung vollständig. Um das so zusammenzufassen - jungen Leuten passieren ärgerliche Sachen aus Gedankenlosigkeit, Unbekümmertheit, zu großem Vertrauen in falsche Dinge oder aus mangelnder Erfahrung - aber ist es richtig, daraus zu schließen, dass man als älterer Mensch diese Missgeschicke vermeiden kann? Nein! Älteren Menschen passieren sie TROTZ Erfahrung, trotz Vorsicht und trotz ewigem Abschätzen und Abwägen. Vielleicht seltener - aber sie passieren trotzdem, denn selbst mit Neunzig kann man nicht alles vorhersehen und im Griff haben. Und das Blöde ist - selbst die guten Zeiten, wo alles wie am Schnürchen läuft,  verbringen die älteren Menschen oft damit, sich Sorgen zu machen und sich auszumalen, was wäre, WENN was Schlimmes passieren würde.

Anders ausgedrückt - vielleicht sparen ältere Menschen sich einige blöde Dinge, nutzen aber die gute Zeit, die dadurch entsteht, dazu, sich auszumalen, was denn in der Zukunft alles schief laufen könnte.

Wer in einem gewissen Alter frühere Jugendwünsche und Hoffnungen realisieren will, betrügt sich immer, denn jedes Jahrzehnt des Menschen hat sein eigenes Glück, seine eigenen Hoffnungen und Aussichten.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832) (Quelle)

Wann hat sich die Sorge in mein Leben eingeschlichen? Wann hat mein Inneres diese feinen Risse bekommen, aus denen jetzt die zarten Jungpflanzen der Angst zu sprießen beginnen?

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste und sowieso besser als Nachsicht, blaaaaaaa, schön und gut - aber mal ehrlich, wenn man zwischen Porzellan und freiem Leben wählen kann, wer wählt da noch die olle Keramik, sei sie noch so fein? Ich bin doch früher auch irgendwie zurechtgekommen, habe Spaß gehabt und bin trotz eher extremer finanzieller Engpässe nicht verhungert? Und vorsichtig war ich dabei nicht mal im Traum?

Und trotzdem hat es sich mit den Jahren eingeschlichen, dass ich immer mehr Zeit damit verbringe, Angst zu haben und mir Sorgen zu machen, darüber, dass ich mir in der Zukunft noch mehr Sorgen machen würde und noch mehr Angst haben würde, und zwar weil ich Angst davor habe, Angst zu haben... STOPP! Es reicht! Es ist nämlich nicht nur eine Sache des Alters oder Charakters, sondern auch dessen, was man vorgelebt bekommt. Allein in meiner Familie überbieten sich alle im Schwarzmalen und Grübeln und knacken Kathastrophen, wie Nüsse. Eine nach der anderen. Ich will es anders haben.

Lieber ein Spatz in der Hand UND ein Taube auf dem Dach - oder nur ein Taube auf dem Dach! Wer weiß, ob das gut ist, wenn die Hände immerzu mit Spatzen voll sind? Dann kann man ja vielleicht nichts mehr greifen, ergreifen und begreifen?

Auch global und gesellschaftspolitisch betrachtet ist Angst ist das beste Werkzeug, um Leute gefügig zu machen - sieht man gerade sehr deutlich am "Wahlkampf" mancher Parteien. Lasst uns also Hoffnung und Vertrauen auf unsere Fahnen schreiben! 

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Outfit thoughts

Esra´s Ratgeber Vol. 1: busy sein für Anfänger

Dieser unglaublich seriöse Ratgeber hier ist die Antwort auf und das Gegenpol von dem ebenfalls äußerst ernstgemeinten Ratgeber namens „Arbeitslos sein für Anfänger“, den die Vickie letztens gepostet hat – danke sehr für die Inspiration, meine Liebe! :*

 


 

Zum ersten Mal in meinem schon wahnsinnig langen Leben ist mein Konto seit ganzen sechs Monaten am Stück im Plus. Wow! So ein Erfolg! Dieser liegt wiederum hauptsächlich darin, dass ich nun mal ein geborener Gewinner bin. Da ich aber außerdem auch noch ein sehr gutmütiger Mensch bin, verrate ich in diesem Post mein Geheimnis, wie ich zu meinem überwältigenden Erfolg kam.

 

Nie wieder Liebeskummer

Auch dieses Problem löst sich von alleine, wenn man super busy ist! Wie praktisch! Ich verbringe meine ganze Zeit mit wichtiger, unverzichbarer Arbeit. Ich habe keine freie Sekunde mehr für einen Partner an meiner Seite – und das ist sehr gut so! Ein Partner lenkt einen extrem ab – gerade wenn man eine wichtige Deadline hat, streitet oder trennt man sich, ist dann zu nichts zu gebrauchen und es dauert ewig, bis man wieder arbeitsfähig ist.  Oder man muss zu unpassendsten Zeiten sich der Probleme des Partners annehmen… Sinnlos! Es ist viel wichtiger für mein Weiterkommen, dass ich mich auf meinen Job konzentrieren kann!

Arbeit und Spaß

Arbeit soll Spaß machen?? Wer behauptet denn SO NEN Quatsch?? Ganz im Gegenteil! Alles, was Spaß macht, KANN gar nicht Arbeit sein! Sonst würde „Arbeit“ nicht „Arbeit“, sondern eben „Spaß“ heißen, ist doch ganz klar. Also beispielsweise Klavier Spielen, Ballett oder Hiphop Tanzen, Bücher schreiben und auch Bloggen – das ist alles keine Arbeit! Arbeit ist – wenn jemand ordentlich jeden Tag ins Büro geht oder Arzt ist! Oder Anwalt. Oder an einer Baustelle schuftet. Das wird dem Wort „Arbeit“ erst gerecht! Alles andere sind Taugenichtse, die ihre Hobbies ausüben und dafür auch noch Geld verlangen! Eigentlich eine bodenlose Frechheit!

Probleme? Was ist das?

Kenn ich nicht! Wer super busy ist, hat keine Zeit, sich mit Problemen auseinanderzusetzen. Eigene psychische, aber auch körperliche Wehwehchen werden einfach ignoriert, verdrängt und überspielt. Burn Out? Psychosomatik? Glaube ich erst, wenn ich tot umfalle! Alles Erfindungen fauler Leute. Aber nicht nur eigene Probleme lassen sich auf diese Art mit Leichtigkeit in Luft auflösen. Auch Probleme anderer Menschen interessieren mich herzlich wenig. Ich habe keine Zeit dafür! Ich muss schließlich arbeiten!

Ich brauche keine Meditation.

Warum hart verdientes Geld und die wertvolle Zeit in sowas Sinnloses wie Meditation investieren? Ist eh nur ein anderes Wort für „Nichtstun“.  Und von nichts kommt nun mal nichts. Nüscht. Niente. Nada! Und wer will schon „nichts“? Richtig – niemand!

Nie wieder verkatert

Kein Wunder, dass ich keine Lust mehr aufs Feiern habe, wenn ich soviel arbeite. Ich komme nach Hause von einem vollen Arbeitstag, arbeite zuhause bis tief in die Nacht weiter und falle dann total erschöpft, aber zufrieden ins Bett. Partys sind was für Leute, die sonst nix zu tun haben! Menschen, die richtig ranklotzen, habe für solch sinnlose Beschäftigungen gar keine Energie mehr!

Fehlerquote wird minimiert

Die meisten Fehler macht jemand, der ständig was Neues ausprobiert. Ich finde das absolut ineffizient! Wieso ständig was Neues probieren, wenn man eine Methode hat, die wie geschmiert läuft? Mit Routine kann man viel mehr erreichen, weil man die Energie, die man zum Lernen braucht, nun in die Arbeit selber investieren kann. Todsichere Sache! Apropos Tod – an den denke ich auch nie! Wer weiß – vielleicht lebe ich ja ewig!

Also ich geh dann mal arbeiten. Was? Heute ist Sonntag? Mir doch egal! Faule Ausrede!

 

jacket: 5 Preview*  

*gifts or samples

photos: Andy

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thoughts

thoughts: body positivity ist nicht möglich

Ist Body Positivity das Allheilmittel gegen Intoleranz,  Selbstzweifel und dem Bodyshaming? Ich glaube, nicht. Eine Anti-Haltung ist oft genauso falsch, wie die Zustände, gegen die sie sich richtet, weil sie genauso extrem ist! Aber fangen wir von vorne an.

 

 

 

 

Unsere Unsicherheit und der Wunsch,

anerkannt und akzeptiert

zu werden, werden gnadenlos

in Kaufkraft umgewandelt.

Mode und wir

Die Modeindustrie verspricht: mit diesem neuen Outfit bist du endlich genau so schön und cool, wie du schon immer sein wolltest! Mit ihrer zwanghaften Normierung der verschiedenen Menschentypen (ich sage nur - Konfektionsgrößen! Modelmaße!) erreicht sie aber eher das Gegenteil - man vergleicht sich mit anderen und fängt an, sich selbst in Frage zu stellen, wenn man von dieser Norm abweicht.

Mit dieser Verunsicherung hält uns die Modeindustrie in Schach und lässt und zwischen Shopping-Euphorie und Selbstzweifeln hin-und-herschwanken, und zwar ungefähr in dem Takt, in dem neue Kollektionen in die Läden kommen - also ziemlich oft!

Ich glaube, der Mechanismus ist mit Drogenkonsum vergleichbar. Denn kurzzeitig kann Kleidung schon den Eindruck erwecken, dass sie einem Stärke und Selbstbewusstsein schenkt - aber eben nur kurzzeitig. Schon bald hat man das Gefühl, dass man gerade mit dem neuen und noch neueren Kleidungsstück oder Outfit seinem (Schönheits-)Ideal am nächsten kommt.

Kennt ihr das nicht? Man hat das neue Kleid an und geht shoppen. Plötzlich sieht man ein anderes Kleid, probiert es an und das alte Kleid kommt einem plötzlich gar nicht mehr so cool vor...

Würde sich jeder dauerhaft total wohlfühlen, wäre ja gar keine Diskrepanz zum Ideal mehr vorhanden und man wäre für den ständigen Konsum weitaus weniger anfällig. Gemässigter Konsum widerspricht aber dem momentanen Zustand der Modeindustrie, die immer mehr Gewinn erzielen will und dabei nicht nur unser Selbstwertgefühl, sondern auch unsere Umwelt-Ressourcen verpulvert.

Unsere Unsicherheit und der Wunsch, anerkannt und akzeptiert zu werden, werden gnadenlos in Kaufkraft umgewandelt.

Ist Body Positivity etwa der Ausweg aus dieser verzwickten Situation?

Was ist das Gute an Body Positivity? Ich finde, nur die Idee. Denn Body Positivity ist als eine Gegenreaktion auf Body Shaming entstanden - und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass beide einen Menschen auf seinen Körper reduzieren. Kaum einer kommt noch mit dem Spruch daher "Die inneren Werte zählen" - sondern, "Alle Körper, ob dick, dünn, hell oder dunkel, sind schön". Was zwar schön nach einer heilen Welt klingt, aber doch eher eine zweifelhafte Aussage ist, denn Schönheit liegt immer noch im Auge des Betrachters.

Sollte es nicht eher um den Umgang miteinander und mit sich selbst gehen? Statt alle schön zu finden, ist es nicht ausreichend, allen Menschen respektvoll gegenüberzutreten und nicht zu vorschnell über sie zu urteilen? Sie nicht nur auf ihr Aussehen zu reduzieren, sondern zu hoffen, dass sie gute Mitmenschen und tolle Gesprächspartner sind? Dass man von ihnen was lernen kann oder auch ihnen helfen? Mit ihnen einfach erstmal in einen zwischenmenschlichen Kontakt zu treten, bevor dass ihr Äußeres uns davon abhält?

Wie oft hatte ich die Erfahrung, dass eine Frau, die allen gängigen Schönheitsidealen entspricht, eine falsche, egoistische Schlange ist, die beim ersten Anzeichen von Eigenvorteil sofort alle Freunde verraten würde? Oder ein Typ mit hübschem Gesicht und Sixpack eine große Enttäuschung im Bett war? Was hat mir (und denen) ihr toller Körper genutzt?

Richtig - gar nichts.

 

 

Das falscheste, was du machen

kannst, wenn du deinen Körper 

lieben willst, ist, ständig

daran zu denken, wie schön

dein Körper ist.


Die einzigen Momente, wo ich echte Bodypositivity erlebt hatte, waren die Momente, in denen ich nicht mit dem AUSSEHEN, sondern mit dem SEIN beschäftigt war.

Das waren der Moment, als ich bei einem Kaffee in ein so spannendes Gespräch verwickelt war, dass der Kaffee komplett kalt wurde, weil ich vergessen hatte, zu trinken. Oder als ich jemanden wiedergesehen hatte, auf den ich mich schon lange gefreut habe. Der Moment, als ich erfuhr, dass ich einen Auftrag bekommen habe, den ich unbedingt wollte. Oder als ich mitten im Winter nach einem langen Flug aus dem Flugzeug stieg und plötzlich von lauwarmer Luft umgeben war.

Wenn man sich wohlfühlen und akzeptieren möchte, muss man aufhören, sich auf seinen Körper zu konzentrieren. In all den Momenten, die ich aufgezählt habe, vergaß ich mein Aussehen, weil ich was erlebte. Ich möchte mein Leben mit großen und kleinen Abenteuern füllen und mich mit Menschen umgeben, für die mein Verstand, meine Integrität und meine Hilfsbereitschaft an erster Stelle stehen - und nicht mein Körper.

Ja, hübsch auszusehen ist angenehm - aber echte Body Positivity erreicht man nur, wenn man sie vergisst.

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thoughts

Blogging: peinlichste Kooperationsanfragen #2

Nichts gegen Start-Ups, die sind cool und wichtig,

aber ich bin mittlerweile etwas allergisch gegen diesen Begriff, denn (zumindest innerhalb von Kooperationsanfragen) bedeutet er nichts anderes, als – „Wir zahlen nicht für Blogger-Kooperationen“. Allerdings haben auch die ganz großen Firmen manchmal ihre Probleme mit Budgets – natürlich nur, wenn es um Blogger-Kooperationen geht. Im TV läuft ihre Werbung nämlich rauf und runter – dabei wissen wir alle, dass Blogger gegenüber von konventioneller Werbung KAUM was kosten.

Dazu muss man leider auch sagen, dass trotz der Tatsache, dass „Blogger“ mittlerweile ein anerkannter Beruf ist, viele Firmen immer noch nicht wissen, wie sie mit Bloggern umgehen sollen und warum Werbung durch Blogger sich lohnt. Dazu fällt mir ein gutes Beispiel ein, das von einem Freund stammt. Er erzählte:

Bei mir zuhause läuft oft der Fernseher als Hintergrund, somit läuft natürlich auch Werbung. Als ich ein bestimmtes Problem hatte, hat mir ein Kumpel ein Produkt empfohlen, das ich sofort gekauft habe und mit dem ich sehr zufrieden war. Am gleichen Abend lief wieder der Fernseher, und plötzlich nahm ich wahr, dass genau dieses Produkt schon lange im TV beworben wurde, nur hatte ich vorher nie darauf geachtet. Erst nach der Empfehlung meines Kumpels war ich sensibilisiert für das Produkt, und erst dann ist mir die entsprechende TV-Werbung überhaupt aufgefallen“.

Dieses Beispiel erklärt genau, warum Werbung durch Blogger oft so viel mehr Wert ist, als die klassische Anzeige. Der Blogger übernimmt die Rolle des Kumpels/Freundes, der einem etwas Bestimmtes empfiehlt. Aber Achtung: dieses Prinzip funktioniert am besten, wenn der Blogger authentisch ist (heißt wiederum – Reichweite ist nicht alles)!

Also, liebe Firmen: überlegt doch nochmal genau den Unterschied und die Glaubwürdigkeit der klassischen Werbung gegen die Empfehlung eines Bloggers! ;)

Hier habe ich ein paar Beispiele einiger Kooperationsanfragen reinkopiert, die mich so erreichen, und meine (fiktiven) Reaktionen darauf – genauso, wie ich das schon im ersten Teil der „Peinlichsten Kooperationsanfragen“  gehandhabt habe – übrigens, war das der meistgeklickteste Beitrag EVER auf diesem Blog!

Viel Spaß beim Lesen :D 

Anfrage:

Liebe Frau Eren, Wir sind ein kleines, aber feines Start Up, dem es am Herzen liegt, der älteren Generation unserer Gesellschaft eine Anlaufstelle zu geben. Wir möchten das gesellschaftliche Problem des demographischen Wandels mit einem wirtschaftlichen Ansatz lösen, der Dreh- und Angelpunkt ist dabei das gemeinsame Backen von Kuchen. Anbei finden Sie nähere Informationen zum Kuchentratsch-Konzept und vielleicht haben Sie ja Lust, auf ein Stück Kuchen vorbeizukommen und die Omas, das einzigartige Kuchentratsch-Konzept und uns kennenzulernen?

Wir freuen uns auf Sie! Herzliche Grüße aus der Backstube. 

Ich sage:

Ok, Omas in aller Ehren – ich werde auch mal eine sein, aber was bitte hat die Kuchentratsch-Backstube mit meinem Blog zu tun? Wurde ich angeschrieben, weil ich mich ab und an kritisch mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetze? Mag sein…

Trotzdem seh ich mich (noch) nicht, in ein Stück Kuchen beißend und über meine Nächsten tratschend, die Welt vor dem demographischen Wandel retten… 

Anfrage:

Our client has his focus on E-Gaming, Gaming, Gambling. We thought, that we could have a travel article about Las Vegas or Monaco which will fit to our clients niche. 

Are you willing to link to Portals that are talking about Online Casinos/Poker?

Ich sage:

Ich und Casino? Na logisch! Wer meinen Blog liest, weiß, dass ich spielsüchtig bin – NICHT!

Aaaaber wenn die Moneten stimmen, berichte ich natürlich sehr gerne über Gaming, über Mondreisen und über KFZ-Mechanik. Ist ja nicht so, dass ich nicht käuflich wäre. Und nach Las Vegas wollte ich eh schon immer! ?

Anfrage:

Es handelt sich eigentlich nicht um Linkkauf, sondern versuchen wir einen guten Artikel zu verfassen.
Innerhalb des Artikels würde es mehre Links geben, und davon wird nur einer an die Seite unseres Kunden leiten.
Das Prinzip unserer Arbeit ist gute Content veröffentlichen zu lassen.
Ich freue mich sehr auf Ihre Antwort.

Ich sage:

Eigentlich handelt es nicht um Linkkauf, aber uneigentlich irgendwie schon, hehe.  

Und nicht mal um einen Link, sondern MEHRE (wo ist das andere „re“ abgeblieben?), damit der eine gekaufte nicht so auffällt. Schlau, schlau!

Und GUTE Content ist auch mein Prinzip! Chakkaaaaa!

Anfrage:

Hättest Du Lust, zu diesem Thema ein Outfit für unser Magazin zusammenzustellen?  

Natürlich würden wir neben Deinem Foto im Magazin auch Deinen Namen, Instagram usw. angeben und die ausgewählten Kleidungsstücke dürftest du kostenfrei behalten. 

Ich sage:

Ok, zugegebenermaßen, gibt es viiiiel schlimmere Kooperationsanfragen! Obwohl sich langsam rumgesprochen haben sollte, dass Blogger mit Klamotten keine Miete bezahlen können (leider! Sonst müsste ich mir um die Miete keine Sorge mehr machen!).

Allerdings hoffen viele Marken, dass der angeschriebene Blogger nur hobbymäßig bloggt – oder aber sich unter Wert verkauft.

Dann freut er sich nämlich, dass er nun durch den Beitrag im Magazin endlich fame wird und auch noch Klamotten „kostenfrei behalten“ darf… Der Hacken an der Sache: ich gehöre nicht dazu! ;)

Anfrage:

I’m really sorry about that, I greatly appreciate you and we really want to work with you, really!! Our clothing is every cheap, but you know, we also need to reduce the costs. I hope you can understand.

I do want to give a more higher price for you, but I’m just an employee, so… Beg your understanding! We can offer you $20 for this time. Please help me run a 6-months banner and 1 review(outfit) post? As long as our first cooperation is successful, we will have the opportunity to more long-term cooperation. 

Please let me know thought. 

Many thanks.

Ich sage:

Hoppala hoppala! Achtung bei Kooperationsanfragen, die vermeintlich an unser Gewissen appellieren! Ich, Blogger, soll einer großen Firma „helfen“? Wo sind wir denn?? Ohhh, die arme Firma möchte ihre Kosten reduzieren? Na, wer möchte denn das nicht? Aber warum bin denn ich dafür zuständig? Und warum soll ich Verständnis haben – mit mir hat es nämlich auch keiner? 

Fragen über Fragen…

Und klaro, die erste Kooperation wird schlecht bis unterirdisch bezahlt, aber dafür die vielen weiteren, die folgen werden (als ob!!), blablabla… Köderprinzip. Bitte nicht reinfallen!

Anfrage:

Dear Esra!

We really like the Stylist magazine and would be happy to send gifts to your editorial team, so you can see the product!

Please, let me know if you are interested!

 

Ich sage:

 

Na, wer würde sich denn nicht geschmeichelt fühlen, dass er als einzelner Blogger für ein ganzes Magazin Team gehalten wird? ;)

Anfrage:

 

Hi dear, I was wondering that would you love to join our new giveaway to win $30 cash coupon?What you need to do are as follows,

1. Write an article to introduce our Publisher Program (include how to work with us, how to get commissions)

2. Ask your readers to join us and subsribe our Facebook, Instagrm, etc  (they should have a fashion blog, instagram, tumblr or youtube)

3.  Share your thoughts about how to dress for halloween with our clothes.

   Then you can make a set with our products  (Topic: the fashionest outfit about halloween, you should add links with them)

Ich sage:

Ok, spätestens hier bin ich sprachlos und spare mir alle Kommentare…

Hoffentlich kommt die Dame nicht auf die gleiche Idee, wenn sie einkaufen geht:

„Hier können Sie zwei Euro gewinnen, ich möchte dafür drei Avocados, fünf Brote, Kaffee, Eis, zwei Kilo Äpfel, vier Kilo Bananen, Räucherlachs, Frischkäse, Marmelade, drei Flaschen Wein, eine Gucci Tasche und ein Häuschen im Grünen…“

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Leben thoughts

thoughts: Ansprüche, Vorwürfe und Erwartungen

„Der Partner muss der beste Freund, Lover, Bruder und Vater in einem sein“ –

– am besten vielleicht auch noch Mutter, Cousine zweiten Grades, Kino und Supermarkt??

Oder: „Die beste Freundin muss einen wortlos verstehen“. Wortlos?? Und wozu hat man einen Mund und Stimmbänder?

Oder ist das so, dass du nur dann was von deinen Mitmenschen hältst und dich mit ihnen abgibst, wenn sie haargenau die gleichen Moralvorstellungen haben, wie du? Und wenn du was für sie tust, genau im gleichen Maße dankbar reagieren, wie du das erwartest? Sie müssen sich für die Themen interessieren, die dir das Leben bedeuten und Äpfel genauso schälen, wie du es immer tust? Und sie müssen dir von sich aus immer ihre Hilfe anbieten, weil du das ja auch so machst? Am besten erwarten sie auch noch das Gleiche vom Leben, haben die gleiche/keine Religion wie du, lassen den Klodeckel immer auf/zu wie du und kaufen Lebensmittel nach dem gleichen System ein, wie du?  Ach, das ist doch ein Klacks, mit diesen Ansprüchen Freunde und Lebenspartner zu finden. Der Geheimtipp lautet: lass dich doch einfach klonen!! 

Spaß beiseite:

ich weiß, dass wenn man älter wird, man sich im Hintergrund aufgrund seiner Erfahrungen ein System zusammenschustert, wie die Mitmenschen zu funktionieren haben, damit man sie an sich ranlässt oder sie wertschätzt. Aber dieses System soll nicht mehr als die Hälfte des Raumes in einem einnehmen. Die andere Hälfte soll frei bleiben, um die Menschen um sich herum erkennen zu können, die auf den ersten Blick vielleicht nicht unseren Ansprüchen genügen – denn – ÜBERRASCHUUUUNG – niemand ist perfekt!

Ich kann den Ansprüchen meiner Freunde nicht genügen.

Mein Problem ist im übrigen nicht, dass ich zu hohe Ansprüche habe – sondern ich stehe momentan auf der anderen Seite, ich bin nämlich plötzlich selbst diejenige, die den zu hohen Ansprüchen anderer nicht standhalten kann. Denn ich persönlich erwarte kaum noch was von meinen Mitmenschen – aber dafür sie umso mehr von mir!! Wie konnte das nur passieren? Darüber habe ich nachgedacht und bin zum Schluss gekommen, dass genau meine niedrigen Erwartungen an andere ihnen erst ermöglichen, an mir grenzenlos rumzunörgeln. Klingt widersprüchlich, ist es aber nicht – lasst mich erklären!

 

Ansprüche gering halten – der Weg zur Glückseligkeit?

„Wer nichts erwartet, kann auch nicht enttäuscht werden“ –

das war jahrelang mein Motto in privaten, zwischenmenschlichen Beziehungen. Ist ja auch logisch – je größer meine Ansprüche an meine Mitmenschen sind, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass sie erfüllt werden. 

Ich war stolz auf meine neue Ambitionslosigkeit, denn ich wurde quasi „unenttäuschbar“ – dafür war ich jedesmal positiv überrascht, wenn die Mitmenschen etwas Gutes für mich taten.

Diese „Unenttäuschbarkeit“ macht süchtig, und um sie aufrechtzuerhalten, fängt man an, über Probleme hinwegzusehen – so wird aus Akzeptanz langsam Verdrängung, und aus geringer Erwartungshaltung wird eine waschechte Konflikt-Vermeidungsstrategie.

Die Schattenseite von „Nichts erwarten“ ist nämlich: man stellt die eigenen Ansprüche in so einem Maße hintan, dass man den Ansprüchen anderer umso mehr ausgeliefert ist. Die anderen merken: du bist sehr zurückhaltend und setzt niemanden unter Druck, du lässt die Menschen so sein, wie sie sind und bist mit allem zufrieden, und fangen an, die Hemmungen zu verlieren und sich zu entfalten, bis für dich selber kein Raum mehr übrig bleibt. Das ist dem Menschen einfach angeboren: er nimmt alles, was er bekommen kann. Bekommt er viel Raum von dir, bleibt er nicht einfach nur fröhlich und zufrieden in diesem Raum, sondern fängt auch noch (meist unbewusst) an, dich in die Ecke zu drängen.

Somit wären wir beim Thema: Grenzen setzen. 

Grenzen setzen als „netter“ Mensch

Ich habe ein übersteigertes Harmoniebedürfnis, das auf respektvollen Umgang mit anderen Menschen trifft – die Folge ist: ich lasse andere Menschen oft meine Grenzen überschreiten, weil ich meinen Mund nicht aufbekomme. Und das gilt übrigens NICHT für die geschäftlichen Beziehungen!! Dort habe ich nämlich schon lernen dürfen, wie man „nein“ sagt und warum man das unbedingt tun sollte!

Im Privaten habe ich viel mehr Bedenken oder schlichtweg Angst, mit meiner Gegenwehr für Unmut zu sorgen – zugegebenermaßen oft auch berechtigt. Wenn mir jemand etwas vorwirft, ist meine erste Reaktion – „Da ist bestimmt was dran“. Zweite Reaktion sollte aber sein, mich zu wehren, falls der Vorwurf übertrieben oder haltlos war. Stattdessen verliere ich mich in Selbstkritik und Zweifeln an meinem Verhalten, auch wenn mein Gefühl was anderes sagt.

Da müssen wir alle noch den goldenen Mittelweg erlernen – wie wehre ich mich gegen etwas, was mir zu weit geht, ohne der anderen Person zu nahe zu treten und ohne ihre Kritik komplett zu missachten? Wie erkläre ich den Menschen diplomatisch, dass ich ihren Ansprüchen nicht standhalten kann oder will?

Stoff für den nächsten Gedankenpost, würde ich sagen! Auf ein Neues! :)

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thoughts

thoughts: mir fehlt das Lügen-Gen

Ich lüge nie,

denn Lügen fühlt sich für mich an, wie ein paar zu enge Schuhe. Es drückt und mir ist einfach unwohl. Was ich allerdings ab und zu tue – ich verschweige etwas. Aber ist Verschweigen denn im Grunde nicht einfach eine andere Form von Lügen? 

Ich würde das so definieren: Lügen bedeutet, vorsätzlich eine falsche Information rauszugeben, die nicht der tatsächlichen Gegebenheit entspricht (die kleine Schwester davon heißt „Notlüge„). Verschweigen bedeutet dagegen, diese tatsächliche Gegebenheit einfach erst gar nicht anzusprechen oder dieses Ansprechen rauszuzögern. Wenn man gescheit darüber nachdenkt, steht Verschweigen dem Lügen in nichts nach, auch wenn es auf den ersten Blick harmloser erscheint. Beides kann einen gewaltigen Vertrauensbruch bedeuten. Allerdings kommt es natürlich auf den Gegenstand des Verschweigens an: dass du deinem Freund beispielsweise nicht ständig ehrlich erzählst, dass du ein Kilo zugenommen hast und dich jetzt fett und hässlich fühlst, ist sogar förderlich.

Ich werfe normalerweise nicht mit Menschen um mich,

schon gar nicht mit guten Freunden – aber ich hatte tatsächlich schon mal unter einer Freundschaft den Schlussstrich gezogen, weil ich angelogen wurde. In einer für mich schwierigen Situation, wo ich Unterstützung gebraucht hätte, hat eine sehr gute Freundin (nennen wir sie F.) damals über mich hergezogen, ohne mich ins Gesicht kritisiert zu haben. Ich erfuhr davon von meinem besten Freund und sprach F. darauf an. Erst weigerte sie sich komplett, über das Thema zu sprechen und blockte ab. Als sie merkte, wie wichtig mir das war, willigte sie irgendwann ein, aber stritt alles ab. Daraufhin eskalierte die Situation, F. warf mir vor, dass ich ihr etwas vorwarf – aber alles, wonach ich suchte, war einfach nur ein Zugeben und eine Entschuldigung, denn nachtragend bin ich nicht. Aber wenn jemand lügt und ohne Einsicht bei der Lüge bleibt, ist es für mich vorbei mit der Freundschaft.

Warum lügen Menschen?

Ganz klar – die Ursache Nummer eins ist die Angst. Angst um die eigene Position, Angst, den Partner zu verlieren, Angst, einen Vorteil zu verpassen. Ich würde es „die passive Lüge“ nennen. Die „aktive Lüge“ wäre, wenn Menschen nicht aus Angst, sondern vorsätzlich lügen, um andere Menschen zu indoktrinieren und zu manipulieren – und dazu gehört übrigens ganz massiv auch die Werbe-Branche.

Ich werde fürs Lügen bezahlt!

Eine liebe PR-Dame hat neulich gemeint – „Ich sage immer: ich werde fürs Lügen bezahlt!“ und ich musste sehr herzhaft lachen, denn die erfrischende Ehrlichkeit, mit der diese Aussage getätigt wurde, zeugt in diesem einen Ausnahmefall höchstens vom Sinn für Humor: jemand, der tatsächlich beruflich lügt, gibt es logischerweise nur selten freiwillig zu. Die andere, traurige Seite dieser Aussage ist: all die anderen, die nicht im Traum daran denken würden, es zuzugeben – tun es wirklich! Sie lügen, um in diesen Beruf überhaupt reinzukommen, sie lügen, um sich dort zu halten und sie lügen, um erfolgreich zu werden. Gerade jetzt, während der Pressdays, erlebe ich Lügen in allen Regenbogenfarben und Abstufungen.

Aus Mücken Elefanten erschaffen

Es gibt Menschen da draußen, die behaupten, dass ich deswegen so viele Lügen mitbekomme, weil ich mir alles einbilde und aus Mücken Elefanten erschaffe. In Wirklichkeit ist es so: Lügen zu ignorieren oder gar nicht erst mitzukommen, ist eine gute Strategie, sein eigenes Ding durchzuziehen, denn auf diese Weise lässt man sich nicht  irritieren oder ablenken. Was soll ich sagen, alles hat seine Vor- und Nachteile! Lügner zu enttarnen und sich darüber zu ärgern ist bestimmt nicht förderlich für die Karriere, dafür lässt man sich weder verarschen, noch verarscht man andere. Idealismus kann nur selten faktisch begründet werden, deswegen heißt er ja „Idealismus“. Es ist eine Erziehungssache und eine Lebenseinstellung, und wenn andere in zu engen Schuhen rumlaufen wollen – bitte sehr! Ich verzichte lieber auf die Blasen und ziehe mir nur den Schuh an, der auch wirklich passt.

I like the way you lie

Dieser Songtext hat mich immer verblüfft, denn ich kann ihn zwar theoretisch verstehen, aber nicht nachvollziehen. Ich möchte nicht belogen werden, auch nicht auf die schöne Art und Weise!! Klar möchte ich angenehme Komplimente und Liebesbekundungen hören, aber eben nur die, die wirklich stimmen. Sonst hat es doch keinen reellen Wert!

Aber eins ist logisch: wer mit der Wahrheit nicht umgehen kann, sucht danach, belogen zu werden. Deswegen: willst du nicht belogen werden, nimm nicht alles persönlich und reagiere angemessen, wenn man dir die Wahrheit sagt, auch wenn sie unangenehm ist. Denn zum Lügen gehören immer zwei dazu!

lügen, kritik, gedankenpost

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