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Blogwatching Mode-Inspirationen

fashion blogger battle #4

Wir alle kennen und lieben diese Rubrik aus diversen Frauen-Magazinen.

Deswegen setze ich sie heute schon zum vierten Mal auf meinem Blog um – in den ersten beiden Ausgaben wurden Fashion-Blogger von Fashion-Bloggern bewertet. Die dritte Ausgabe nannte sich „Follower-Edition“ – denn die veröffentlichten Outfit-Bilder wurden mir von meinen stylishen Leserinnen (die aber alle auch selbst einen Blog haben) per Email geschickt.

Heute sind wieder Blogger-Looks dran – habt viel Spaß und einen schönen Sonntag!

Teil 1 hier  |   Teil 2 hier  |  Teil 3 hier

Bewerbt euch für die nächste Ausgabe dieser Rubrik! <3

  • Schickt einfach ein Outfit-Bild und euren Namen (und gegebenenfalls Blognamen) an meine Email-Adresse.
  • Das Bild sollte mindestens 1500px breit sein, aber je größer, desto besser!
  • Sollte euer Bild hier erscheinen, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr das Fashion Blogger Battle bei Facebook teilt.

Juroren:

Mich kennt ihr ja: ich lege mein gesamtes Gehalt regelmäßig in Kleidung an, trage sie dann in Kombinationen, die die Nation spalten, und präsentiere das Ganze in schönen Bildern auf meinem Blog ;)

Wer mehr von meinem ganz normalen Wahnsinn sehen will, kann auf Snapchat oder auf Instagram Stories vorbeischauen (@nachgestern).

Kaj (kaluediary.com)

Kaj hat nicht nur einen super coolen edgy Style, sondern ist auch eine begnadete Streetstyle-Fotografin, und das mit ihren zarten 18 Jahren. Ich sage ihr eine große Zukunft voraus ;)

Hannes 

(myfashionandlifestylemoments.blogspot.de)

Ebenfalls noch zarte 17 Jahre jung, präsentiert Hannes auf seinem Blog stimmungsvolle Outfitbilder samt melancholisch-poetischen Texten.

 

 

Look 1

Tatjana (bloomingveins.com)

Look 2

Michaela (michaelablog.com)

Look 3

Sophie (linsenspiel.com)


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Gewinnspiel Lifestyle

Giveaway: Gucci Guilty

„Du, es tut mir echt leid, aber ich bin irgendwie nicht so fit…

Ich habe Kopfschmerzen. Ich kann nicht kommen“, – tippe ich ins Handy und sofort sind sie da – die Schuldgefühle.

Ja, aber es hätte doch wirklich sein können, dass ich krank bin, das muss sich nicht wie eine Ausrede anhören! und überhaupt – ist es denn besser, der Person die Wahrheit zu sagen – nämlich „Ich möchte dich nicht treffen, es passt nicht zwischen uns“? Würde man sich da nicht auch schuldig fühlen, wenn man den anderen verletzt?

Das Ding ist – vielleicht ist gar nicht die Ausrede oder die Wahrheit verantwortlich für die Schuldgefühle, sondern unser antraintierter Schuld-Mechanismus, der dann anspringt, wenn wir entweder etwas „Verbotenes“ tun, oder ganz einfach den Willen des anderen Menschen zugunsten unseres eigenen Willens missachten.

Eine Sache gibt es, die mir Kopfzerbrechen bereitet, schon seit ich ein kleines Kind war: wieso machen sich einige Menschen wegen so einer „Kleinigkeit“ fertig, während andere Menschen ganze Völker auf dem Gewissen haben und munter weiter morden und unterdrücken? Moment, habe ich etwa „Gewissen“ gesagt? Kann es denn sein, dass manche Menschen gar nicht erst ein Gewissen besitzen?

Wenn man davon ausgeht, dass die Schuldgefühle in der Kindheit antrainiert werden und in Wirklichkeit nichts anderes, als Angst vor Strafe bedeuten (wie Philosoph Walther Kaufmann annimmt), dann wäre es schon etwas klarer, warum manche Menschen zu Diktatoren und Ausbeutern werden – sie haben wohl keine Angst vor Strafe. Wenn sie sich an ihrer Position nur gut genug festhalten und sie auch noch ausbauen, kann ihnen ja nichts passieren.

Momentane politische Weltlage beweist es leider sehr gut – denn in unserer Welt ist nicht derjenige mit größten ethischen Werten der Gewinner, sondern derjenige, der die besten Waffen besitzt…

Die Frage der Schuld bleibt, und die Grenzen zwischen „schuldig“ oder „nicht schuldig“ verschwimmen. Ich denke nicht, dass es die Menschheit besser macht, wenn sie sich schuldig fühlt. Allerdings dürfen wir uns nur dann von dem Schuld-Denken befreien, wenn wir ein intaktes Solidaritäts- und Empathie-Empfinden bei gleichzeitiger Abgrenzungsfähigkeit besitzen. Dann sind wir vielleicht in der Lage, auch ganz ohne Schuldgefühle gute Mitmenschen zu sein.



… „und was hat das alles mit dem Gucci Parfum zu tun?“, fragt ihr euch jetzt bestimmt. Na so Einiges, denn der offizielle Hashtag des Parfüms lautet #guiltynotguilty, was für mich soviel wie „Nach gesellschaftlichen und fraglichen moralischen Normen sollte ich mich jetzt schuldig fühlen – aber das tue ich nicht, weil ich nichts Schlimmes an meinem Verhalten finde!“ bedeutet. 

Die Vor- und Nachteile eines solchen Denkens habe ich in meinem Text ja bereits kurz angerissen. Allerdings beweist das Campagnen-Video des Duftes, dass der Hashtag sich in diesem Fall eher auf die gängige „Liebes-Moral“ bezieht. Nun ja, spricht aber nichts dagegen, über das Thema in etwas ausgeweiteter Form nachzudenken, oder nicht? :)


Nach so viel Nachdenken gibt es auch einen Preis – ihr könnt beide Gucci Guilty Parfums (for her and for him) gewinnen – hier die Teilnahmebedingungen:

Teilnahme-Regeln:

* Folge mir per Bloglovin

* Hinterlasse hier einen Kommentar bis zum Dienstag, 4. Oktober 23.oo Uhr

* Für eine doppelte Chance mach auch auf Instagram mit (dort gibt es auch eigene Regeln)

VIEL GLÜCK :)



*  in freundlicher Kooperation mit Flaconi

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thoughts

thoughts: Loser und Winner

Loser und Winner

„Das eigentliche, tiefe Problem der Gesellschaft liegt darin, dass sie in „Loser“ und „Winner“ unterteilt wird und sich auch selber unterteilt.“, meinte P. neulich zu mir.

„Winner“ sind dabei diejenigen, die einer bestimmten Definition von „Erfolg“ entsprechen, und „Loser“ sind all die anderen. Wenn dann einer von den Losern jemanden von den Winnern zu kritisieren wagt, kommt sofort das Neid-Argument.


 

Wer in unserer Gesellschaft darf eigentlich

Kritik üben,

die ernstgenommen wird? Ich habe das Gefühl, dass es nur diejenigen sind, die der Norm entsprechen, die da wäre: ein Mensch, der sich all seinen Erfolg selbsttätig erkämpft hat, gemäß dem Spruch „Der Erfolg gibt ihm recht“.

Das heißt eigentlich, dass die „Erfolgreichen“ unserer Gesellschaft sich selber von Kritik schützen, indem sie denen, die sie als „Loser“ einstufen, das Recht auf Kritik absprechen, den Kritisierenden unmündig machen. „Du maulst nur rum, weil du unzufrieden bist“ kann nur jemand sagen, der sich abgrenzt und nichts mit real existierenden Problemen zu tun haben will, nur weil das nicht seine sind. Dass so ein Verhalten nicht dem Ideal einer Integrität und Solidarität entspricht, will ein erfolgreicher Bürger (nachfolgend „Winner“ genannt) natürlich nicht hören.

Aber wovor haben eigentlich Winner Angst, wenn man sie kritisiert?  

Was verlieren sie, wenn sie die Kritik gelten lassen?

Vielleicht davor, dass einige von ihnen dann zugeben müssten, dass ihr Erfolg manchmal gar keinen ehrenwerten Charakterzügen oder Handlungen entspringt? Oder davor, dass das bestehende System, was für sie gut funktioniert, aufgeweicht wird und die Trennlinie zwischen „Winnern“ und „Losern“ verwischt? Warum muss man denn seine Identität auf Erfolg gründen und nicht beispielsweise auf der Fähigkeit, Mitgefühl, Toleranz und Solidarität zu leben?

Ich denke, das kann man damit erklären, dass der ignorante Weg gesellschaftlich nicht nur akzeptiert, sondern auch hoch geschätzt und zudem auch einfacher ist. Es ist zwar auch für die Winner nicht leicht, sich mithilfe der Ignoranz zu behaupten, weil die Aufrechterhaltung der Ignoranz (genauso wie die Aufrecherhaltung der Toleranz) auch Kraft kostet. Allerdings glaube ich schon daran, dass hier Übung den Meister macht und mit der Zeit die Abstumpfung zunimmt und die Oberarmmuskeln wachsen – kein Wunder bei ständigen Ellenbogenbetätigung. Das heißt, es wird leichter. Wer den Weg des Winners einmal bewusst eingeschlagen hat, wird mit der Zeit immer gefestigter. Und die Umgebung bestätigt den Winner in seinem Tun, weil die meisten es bewundern und sich als Vorbild nehmen, und die anderen die Wahrheit nicht auszusprechen wagen, die da hieße: für den Werdegang eines Winners spielt seine Korrumpierbarkeit eine große Rolle.

Totschlagargument des Neides

Oh ja, ich höre schon die Winner schreien: „Das sagst du doch nur, weil du selber ein schwacher und uncooler Loser bist! Du bist doch einfach nur neidisch!“ – und tatsächlich:

hat sich ein Winner schonmal darüber ausgelassen, dass er sein „Winnertum“ einer verkorksten Gesellschaft zu verdanken hat, die es nötig hat, die unendlich vielfältigen Menschenleben und Charaktere mit Etiketten zu versehen und in Schubladen zu verstauen, aus denen rauszukommen nur ganz wenigen gelingt?

Eine Hand wäscht die andere

Wohl kaum: denn die Winner kritisieren keine Winner. Eine Hand wäscht die andere. Wenn die Winner gerade mal nicht damit beschäftigt sind, ihren Gewinn noch zu maximieren, haben sie schlichtweg keine Lust, am eigenen Ast zu sägen und die eigene Position zu hinterfragen. Warum denn auch? „Wir sind stolz auf unsere Leistung und mit uns selbst im Reinen! Kritisieren ist was für Loser“, denken die Winner, „die haben doch ein Problem, nicht wir!“.

Somit wären wir wieder am Anfang meiner Ausführungen. Die „Winner“ sprechen den „Losern“ das Recht auf ernstzunehmende Kritik ab und sind damit auf der sicheren Seite.

Loser besitzen die Freiheit zur Wahrheit

Aber, liebe Winner, wie wäre es denn mit dem Gedanken, dass die Loser nicht deswegen kritisch sind, weil sie auf euch neidisch sind, sondern, weil sie nichts zu verlieren haben und deswegen die Freiheit besitzen, die Wahrheit sagen zu können? Oder sogar andersrum – dass sie zum Teil auch deswegen „Loser“ sind, weil sie eben die Wahrheit sagen? Nicht die populäre Art von Wahrheit, die die Menschen (meist gegen jemanden oder etwas) vereint und im Chor singen lässt „Wie wahr, wie wahr, endlich sagt es mal einer“, sondern die ECHTE, unangepasste, unbequeme, scharfkantige und stinkende? Eine, die sich gegen uns alle richtet und uns alle betrifft, auch die Winner?

Denn ja, auch ich unterliege dem stahlkäfigartigen Zwang, erfolgreich sein zu wollen, auch ich möchte kein „Loser“ sein – und dabei weiß ich genau, dass ich in Wirklichkeit ein Winner bin – aber in anderen Disziplinen und mit anderen Eigenschaften, als die, die vom Erdenbürger als typische Winner-Eigenschaften gewertet werden.

 

War es früher besser?

Nein, ich lamentiere nicht à la „Dieser Werte-Verfall heutzutage!“, denn die Werte sind nicht „aus der Mode“ gekommen. Sie waren noch nie in Mode! Man könnte meinen, dass im 19. Jahrhundert, als die Menschen sich wegen einer Beleidigung duellierten und ein ausgeprägtes (vielleicht auch übertriebenes) Ideal der Ehre hatten, ich vielleicht eher ein „Winner“ wäre als heute – aber es kann sein, dass diese Vorstellung naiv und romantisierend ist. Denn auch damals war es mit der Ehre schnell vorbei, wenn es um Vorteil und Erfolg ging.

Klar hat unsere Zeit ihre spezifischen Auswüchse – wie die überdimensionale Egomanie, die in früheren Jahrunderten in der Form vielleicht nicht existierte. Vielleicht ist diese Egomanie wegen der Überbevölkerung und wegen der immer schneller werdender Lebensweise entstanden – denn wenn wann nicht laut schreit „Hier bin ich und ich bin toll“, wird man im Überfluss aller möglichen Berufe und Menschenfluten höchstwahrscheinlich übersehen. Aber man müsste auch nicht immer die anderen, die im Weg stehen, wegtrampeln, um auf sich aufmerksam zu machen. 

Wie heißt es nochmal so schön?

Nicht was er mit seiner Arbeit erwirbt, ist der eigentliche Lohn des Menschen, sondern was er durch sie wird.

John Ruskin

 

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thoughts

thoughts: mein Ziel beim Bloggen & die Wahrheit über den Erfolg

Im Leben durchläuft man öfters Phasen,

die zwar identisch aussehen, aber sich ganz anders anfühlen. Ich vergleiche das immer nicht mit einem Kreis, sondern mit einer Spirale. Man zieht immer wieder die gleichen Schlüsse, kommt immer wieder an die gleiche Stelle, nur höher, mit Erfahrungen angereichert – wisst ihr, was ich meine?

Als ich anfing zu bloggen, fand ich nach einer Zeit den Leitsatz und angeblichen Erfolgstipp „Content is king„. Wenn man keine Erfahrung bei einem Job hat, übernimmt man erstmal solche Glaubenssätze. Je länger ich bloggte, desto klarer wurde mir die Tatsache, dass Content heutzutage bei Weitem nicht alles Nötige ist, um erfolgreich zu werden (hier findet ihr einen Post zum Thema Erfolg). Am Ball bleiben, gut aussehen, wohlhabend sein, Glück und/oder Beziehungen haben – das sind die tatsächlichen und möglichen Garanten für den Erfolg. In Zeiten von Instagram-Stars und hausgemachten IT-Bloggern ist hochwertiger Content wirklich nicht mehr das Hauptkriterium für das Aufsteigen in der Blogosphäre.

Mit dieser Erkenntnis fing ich an, an meiner Internet-Präsenz zu arbeiten.

Um es konkret auszudrücken – ich machte mir (erst im Januar diesen Jahres) einen Facebook-Account, meldete mich bei Snapchat an (@nachgestern), und begann, mich teilweise anzupassen, vor allem auf Instagram. Einen nicht mehr so „perfekten“, sondern lebensnäheren Content zu posten, darauf zu schauen, was gut ankommt, und dann versuchen, genau das öfter zu bringen, und nach der Zielgruppe zu schielen. Das alles zu beachten und trotzdem sich selber treu zu bleiben, ist ein schmaler Grat und ein ewigwährender Lernprozess. 

Um zur Erfahrungsspirale zurückzukommen – irgendwann stellte ich fest, dass all die Ziele, die Reichweite angehen, mir zwar wichtig sind, aber eben weniger, als mein eigener Anspruch auf guten Content und schöne Bilder und fand dadurch zu meinem anfänglichen Idealismus zurück, allerdings auf einem neuen Level. Allen neuen Influencer-Tipps entgegen entschied ich mich dafür, dass mir hochwertiger Content nicht nur weiterhin (trotz ausbleibendem „Durchbruch“) wichtig ist, sondern auch etwas ist, was mir nachhaltig (!) Spaß macht.

 

Nein, ich stehe nicht drüber,

 

dass so viele Blogger erfolgreicher sind als ich, ich wäre es natürlich auch gerne und würde gerne meine Arbeit desmentsprechend honoriert und wertgeschätzt bekommen. ABER: meine Vorbilder sind in Wirklichkeit nicht die Instagram-Stars mit ihren 200k und aufwärts – sondern beispielsweise dieModejournalisten, die sich auch online eine Stimme verschafft haben (wie This is Jane Wayne oder C´est Clairette) oder unheimlich professionelle Modeblogger mit Mut, Geschmack und Tiefgang wie die australische Bloggerin Margaret Zhang.

Ich möchte weiterhin meinen Anspruch aller Welt zum Trotz steigern, immer besser im Schreiben werden, immer brisantere Themen ansprechen, meine Bildsprache weiterentwickeln, an meinem Modegeschmack feilen und meine Kenntnisse der Branche vertiefen. Denn eines werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr: langbeinige, durchtrainierte und gebräunte Schönheit mit Mainstream-Ambitionen. Also versuche ich es, mich meiner Stärke zu widmen – nämlich dem „Ich-sein“.

 

Ich habe über Umwege zu mir selbst wiedergefunden,

 

und ich werde mich zwar wohl immer wieder verlieren, aber dadurch viel lernen und wieder zu mir finden – auf dem nächsten Level. Ob das wertgeschätzt wird und auf welche Art und Weise genau – das überlasse ich der Welt da draußen. Und alle, die jetzt mit mir diesen Weg gehen – danke, dass ihr da seid <3

Fotos: Miu Reck

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thoughts

Instagram Stories vs Snapchat: wer wird gewinnen?

Mit seinem neuen Update hat es Instagram geschafft,

die gesamte Bloggerszene gehörig zu verwirren und für gemischte Gefühle zu sorgen. Nachdem Facebook erfolglos versuchte, Snapchat aufzukaufen, wurde die Kopier-Schiene ausgefahren, frei nach dem Motto "Wenn wir Snapchat schon nicht haben können, dann kopieren wir es einfach". Welt.de spricht von "einer der dreistesten Aktionen im Silicon Valley seit Langem". Aber abgesehen davon:

Manche Snapchat-Liebhaber sagten am ersten Tag des Updates noch "Instagram Stories sind das schlechtere Snapchat" oder ganz rigoros "Bei mir bleibt Snapchat für Videos, und Insta für Fotos", nur um wenige Stunden später doch auf Insta aufzutauchen und schüchtern in die Kamera zu bekennen "Ich wollte nur schauen, wie es hier so ist". Auch das genaue Gegenteil ist vorhanden - einige Wenige, die Snapchat sowieso nie mochten, sondern nur deswegen betrieben haben, weil es immer hieß, "Instagram sei auf einem absteigenden Ast", stiegen sofort und ohne zu überlegen auf Instagram Stories um.

Alle anderen fragen sich schon seit 3 Tagen:

was soll ich denn nun nutzen - Snapchat oder Instagram Stories??


Die ganzen User (ob Blogger oder nicht) haben sich in drei Lager gespalten.

  •  Lager eins hat auf Insta Stories schon lange gehofft und hat Snapchat mit einem erleichterten Seufzer und einem lauten "Endlich!" schleunigst deinstalliert.
  •  Lager zwei nutzt Insta Stories nur, um seinen Snapchat-Account zu pushen.
  •  Lager drei versucht, auf zwei Stühlen zu sitzen. Dazu gehöre bisher auch ich... 

Was alle Lager vereint: eigentlich hat niemand Lust, beides zu nutzen. Blogger hatten auch vor dem Update schon mehr als genug zu tun mit den ganzen gefühlten Millionen von Apps und Plattformen, die man optimalerweise alle regelmäßig bespielen sollte.

Ebenfalls interessant ist es zu beobachten, wie verschiedene Leute das neue Feature von Instagram verschieden nutzen. 

Manche steigen komplett auf englisch um, weil ja Instagram im Gegensatz zu Snapchat international ist. Manche setzen auf den Blick "hinter die Kulissen" und zeigen ausführlich ihre Arbeit am neuen Blogpost, bevor sie ihn promoten. Andere gehen unter in Post-Sendungen und versuchen vergeblich und in genau gleicher Manier wie auf Snapchat diese Pakete vor laufender Handycamera mit einer Hand aufzubekommen (ja, auch ich versuche es immer wieder). 

die Unterschiede

  1. Der Hauptunterschied zwischen Insta und Snapchat besteht in der Zielgruppe. Auf Snapchat ist die Zielgruppe jünger, weil man ja in der App nur dann jemanden sehen kann, wenn man seinen Nutzernamen kennt. Heißt im Klartext - für die Teenager ist es virtuelles Sturmfrei, eine heimelige Zone nur für Freunde, ganz ohne Eltern. Auf Instagram dagegen kann dich jeder finden, es sei denn, du machst dir einen extra geheimen Zweitaccount, was wiederum aufwendiger ist. 
  2. Der zweite Unterschied hat mit dem ersten ganz direkt zu tun - meine Views auf Instagram sind jetzt schon sehr viel höher, als auf Snapchat nach Monaten der Benutzung. Das liegt eben daran, dass man für jeden sichtbar ist, der einem folgt - und nicht nur für diejenigen, die deinen genauen Nick wissen.
  3. die coolen Filter, die Instagram (noch!) nicht hat und die es ermöglichen, ganz simple Alltagsgeschichten in einen kreativen Content zu verwandeln. Auf den Punkt bin ich am meisten gespannt. Wird auch Instagram vergleichbare Filter einbauen?
  4. Außerdem habe ich es nicht finden können, wo man sehen kann, wenn ein User meine Story gescreenshottet hat (was für ein mega seltsames Wort!!)

Fazit

Es gibt wohl noch kein eindeutiges Fazit, jeder muss für sich entscheiden, was ihm am wichtigsten ist oder was am meisten Spaß macht. Ich werde wohl noch weiterhin auf zwei Stühlen ausharren und abwarten, wie sich das Ganze entwickelt.

Für mich fühlt sich das alles an, wie eine Affäre. In der Ehe (Snapchat) kennt man sich und ist total miteinander vertraut. Man weiß die Stärken des Langzeitpartners zu schätzen und fühlt sich einfach sicher mit ihm. Aber die neue Liebe (Instagram Stories) lockt mit neuen Möglichkeiten, alles erscheint plötzlich so leicht und einfach... Wie sich entscheiden?

Was sagt ihr? Snapchat-Treue oder Durchbrennen mit dem Neuen namens Instagram Stories?

Diana´s Meinung zum Thema könnt ihr HIER lesen :)

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#mbfwb: die 10 Gebote, die jeder Blogger befolgen sollte

Ich sagte mal entrüstet am Telefon: „Boah Patrick, man müsste echt eine Art „Blogger-Ethik“ als Buch herausgeben“, woraufhin er meinte: „Lass uns doch erstmal einen Post mit 10 ironisch angehauchten Blogger-Geboten machen, du überlegst fünf und ich fünf und dann posten wir das zusammen!“. Die Idee fand ich super – hier also der Post, das Buch ist in making ;)

Denn auch wenn man sich auf der Fashion Week total auf die Modeschauen konzentriert, gibt es immer wieder ein Paar Vorfälle, die man beim besten Willen nicht übersehen kann! Klar, es menschelt überall, aber manchmal eben etwas zu sehr…

Ein lustiges Beispiel: bei den Modeschauen stehen auf den Plätzen der ersten oder der ersten beiden Reihen Goodiebags für die Gäste. Vor der Maisonnoée-Show durfte ich Folgendes beobachten: eine Dame, die hinten platziert war, stand auf, schlich sich nach vorne, schaute in eine Goodiebag in der zweiten Reihe rein, befand das Innere anscheinend für gut und…  nahm die Tasche einfach mit! Mir, Diana und meiner Nachbarin klappte gleichzeitig die Kinnlade runter. Anstand? Ist ja sowas Antiquiertes!


Im Header-Bild von links nach rechts: Diana, Franzi, Steffi, Patrick, Eva, Sophie, und ich 

 

10 Blogger-Gebote

(zur Fashion Week)

#   Du sollst deine Kamera lieben und ehren, ebenso dein Smartphone (vorzugsweise Iphone) ;)

#   Du sollst nicht die Goodie-Bag deines nächsten Bloggers durchwühlen und schon gar nicht Sachen da rausklauen! Denn es heißt „Goodie-Bag“, nicht „Grab-it-and-run-away-Bag“.

#   Du sollst dich nicht aufblähen und um jeden Preis in der Front Row sitzen wollen – vor allem nicht, wenn du nicht mal eine Einladung hast!

#   Du sollst nicht rumpöbeln und dich wie der Scheich höchstpersönlich aufführen – die Meinung, dass du der beste Blogger in diesem Universum bist, behälst du lieber für dich.

#  Du sollst halbwegs auf dem Boden bleiben – auch wenn dich gerade Streetstyle-Fotografen von allen Seiten umringen. Denn wie sagt man das so schön? Sowohl sie, als auch du, als auch alle anderen kochen nur mit Wasser.

 

… Lest die weiteren 5 Gebote bei Patrick <3

 

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thoughts: meine Hassliebe zur Mode

Mitten in der gerade vergangenen Fashion Week erlebte ich eine Art von Rausch, die mich wirklich erschrocken hat. Ironischerweise hatte dieser Rausch mit den Modeschauen (auf den ersten Blick) nichts zu tun. Es war so:

Mitten in der Modewoche hatten Diana und ich etwas Zeit zwischen zwei Shows und gingen nichtsahnend die Strasse lang, als wir ein Store mit der Aufschrift "Sale" erspähten. "Lass kurz reingehen", meinte sie. Schon waren wir drin. Innerhalb von wenigen Sekunden haben wir beide unsere Objekte der Begierde gefunden - oder, wie die Modeverrückten in einer Art Selbstlegitimierung zu sagen pflegen, SIE haben uns gefunden: die 2 kleine süße Box-Clutches. Eine für Diana, eine für mich. Der Rausch setzte ein. Während wir lachten, gestikulierten, und mit der Verkäuferin laut in einem Mix aus Englisch und Deutsch über den Designer der Taschen, das Shoppen und die Mode diskutierten, hingen wir uns die Taschen um. Uns im großen, glänzenden Spiegel betrachtend, sahen wir uns schon damit gutgelaunt die Straßen flanieren und von den Streetstyle-Photographen umringt werden. Als ich mich nach dem Preis der Tasche erkundigte, war der Rausch nicht etwa zu Ende, im Gegenteil - er verstärkte sich. Der Preis war zwar human genug, um den Spontankauf zu verkraften, aber gleichzeitig unvernünftig genug, um einen kleinen, hübschen Adrenalin-Stoß auszulösen. Die Gruppendynamik tat ihr Übriges: zwischen überdrehten Snapchat-Videos von uns, dem Charme des Filial-Chefs und vergnügtem Lachen gingen die Clutches über den Kassentisch.

Wie sagte die weise Modejournalistin Clairette

Mode ist wie Feierngehen: im Rausch der Nacht, des Alkohols, der Musik und der flirtiven Atmosphäre empfindet man ein Gefühl elektrisierender Lebendigkeit. Nichts kann einen aufhalten, man ist stark, cool und unglaublich sexy.

Und dann wacht man am nächsten Tag mit hämmernden Kopf auf und fragt sich: Wozu das alles?

 

Ich habe mir zwar am nächsten Tag nicht die Frage gestellt, wozu das alles war - denn die Tasche gefiel mir auch noch am nächsten Morgen und tut es immer noch - aber dennoch erschrak ich, als ich mich an das Gefühl im Store erinnerte - denn es war wie ein Kontrollverlust, wie etwas, was einen überkommt. 

Mode ist meine große Hass-Liebe.

Warum Hass?

Unsere Liebe zur Mode ist nicht selbstlos. Wir lieben nicht nur schöne Kleidung, tolle Stoffe, innovative Schnitte und Einfälle der Designer, sondern lassen uns leiten von dem Drang nach Selbstoptimierung, der Sehnsucht nach Anerkennung und auch nach eigener Selbstakzeptanz. Kaufen, um dazuzugehören - kaufen, um sich besser zu fühlen - kaufen, um sich zu belohnen... Aber außer der psychologischen Wirkung des Konsums und der Modetrends auf uns fällt auch die Modeindustrie selbst meist sehr negativ auf - und hier entsteht schon der "Hass"-Teil der Hassliebe. Denn wir alle wissen mittlerweile, was hinter den Kulissen alles schief läuft. Und diejenigen von uns, die in der Mode arbeiten, wissen noch viel mehr davon. Und damit meine ich nicht nur das grausame Modelbusiness, die Gier und den Druck in den großen Modehäusern und auch großen Modeketten, sondern auch die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Kleidung, die überzogenen Schönheitsideale, die willenlosen und von der Werbung und PR manipulierten Konsumenten, die fehlende Nachhaltigkeit.

Ich hasse die Tatsache, dass es so viele Modemenschen gibt, die sich völlig unbegründet für ach so exklusiv und für den Nabel der Welt halten.

Ich hasse die Tatsache, dass es so viele hohle Modeblogger gibt, die nichts hinterfragen und allein beim Namen [hier bitte den Namen irgendeines großen Modehauses einsetzen] sich schon willen- und kritiklos allem hingeben, nur weil es sie zum vermeintlichen Erfolg zu führen verspricht.

Ich hasse die Industrie dafür, dass sie ein in Stein gemeißeltes Schönheitsideal aufgebaut hat. Das hat so unendlich viel Leid verursacht und tut es auch weiterhin! Wegen diesem uns aufgezwungenen Konstrukt gilt jeder, der ihm nicht entspricht, als etwas weniger Wertvolles, und was fast noch schlimmer ist: empfindet sich auch selbst oft als "nicht ausreichend".

Wie kann man eigentlich diese Welt trotzdem lieben?

Ich muss manchmal an diese herzzerreißende Szene aus "Der Himmel kennt keine Günstlinge" von Erich Maria Remarque denken. Die Tuberkulose-Kranke Lilian, die aus ihrem Krankenhaus ausbricht und die letzten Monate ihres Lebens in der Freiheit verbringt. Sie nimmt ein sündhaft teures, wunderschönes Kleid mit, sie hängt es vors Fenster, so dass das Licht durchscheinen kann und betrachtet es vom Bett aus. Das Kleid ist ihre Freundin, ihre Begleitung, ihr flüchtiger Trost, ihre letzte Lebensfreude.

Auch wenn es sehr schwer ist, die Grenze zwischen echtem Gefühl und künstlichen Begehrlichkeiten, zwischen Kunst und Fake oder zwischen echter Provokation und bloßer PR zu ziehen (siehe Vetements) - mit der Liebe zur Mode verhält es sich so, wie mit jeder Liebesbeziehung. Man liebt nicht nur "wegen", sondern auch "trotz". Ich hoffe auf Kunst. Ich hoffe auf echte Provokation. Ich liebe die Momente des Glücks, und die sind nicht immer gekauft. Hier auf der Fashion Week hatte ich bei einer Show Tränen in den Augen - von bloßem Zusehen, das nichts mit Konsum zu tun hatte. Ich bin Modebloggerin - und auch ich trage zum europäischen Konsumuniversum bei. Ich versuche, mich bewusst mit dem Thema auseinanderzusetzen, aber bei aller Kritik - ich werde der Mode treu bleiben. 

Denn ich weiß: in dieser Welt des Scheins gibt es auch echte Momente. Und um die geht es mir.

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thoughts: schönheitsoperationen

Stell dir vor, du könntest deinen selbst Körper gestalten, so wie du dein Outfit aussuchst. Ohne Grenzen, ohne Richtlinien. Was würdest du tun? Welche Augenfarbe, welche Haare, welche Figur würdest du nehmen? Für welche Körpergröße entscheidest du dich? Welche Gesichtsform?

Und die interessanteste Frage: würdest du dann noch wie du aussehen? Könnte man dich auf der Straße erkennen - oder würdest du dich selbst im Spiegel noch erkennen können? Etwas schmalere Nase hier, glattere /lockigere Haare da, symmetrischere Augen, markantere Wangenknochen, gebräuntere Haut... Man könnte die Liste ewig so weiterführen.

Denn Hand aufs Herz - wer ist mit seinem Äußeren so richtig richtig zufrieden? Wer ist mit seinem Körper ganz arg im Reinen, ohne versteckte Sehnsüchte und verdrängte Komplexe? Also ich - nicht, was aber nicht heißen soll, dass ich es gut finde, mit seinem Äußeren zu hadern. Ganz im Gegenteil!

Ich verabscheue unsere Schönheitsvorstellungen und das Diktat der Medien, die  uns zu Sklaven unserer unerfüllbaren Wünsche machen. Warum tun sie uns das an? Weil man einem komplett und kompromisslos zufriedenen Menschen nicht mehr Produkte in so einer unermesslichen Mengen verkaufen kann. Das ist das Unfaire dran. Unsere tiefsten Sehnsüchte und Wünsche werden benutzt und in "Kaufkraft", oder besser gesagt, Kaufzwang umgewandelt. 

Denn ja, auch Schönheit kann man kaufen - angefangen mit Make-Up-Produkten über Extensions oder dauerhafte Wimpernverlängerung und Botox bis hin zu Schönheitsoperationen. Unser Wunsch nach Liebe und Anerkennung macht uns zu einer einfach Beute für die Beauty- und Fashion-Industrie.

Ist es verwerflich, Make-up zu verwenden? Oder kritisch, mit dem Concealer die Augenringe abzudecken? Wie sieht es mit Waxing aus? Ist Haarentfernung per IPL vernünftig? Schließlich wachsen die entfernten Haare nie nach! Nägel lackieren ist auch etwas unnatürliches - denn von Natur aus sind unsere Nägel bekanntlich unlackiert. Sind Extensions Betrug? Was ist mit Photoshop-Bildbearbeitung? Mit Instagram-Filtern? Mit kaschierender Kleidung? Und wie steht es um Botox-Behandlungen (die sich ja nach paar Monaten zurückbilden)? Und schließlich - sind Schönheitsoperationen zulässig?

Wer anhand von meinen Fragen den Schluss zieht, dass ich gegen Schönheitsoperationen bin - irrt. Ich finde, Schönheitsoperationen sind eine wunderbare Möglichkeit, an sich etwas zu ändern, was einen richtig tiefgreifend stört. Ich bin dafür - aber nur, wenn man sich mit dem Thema wirklich kritisch auseinandersetzt. Wenn man sich bewusst macht, dass wir leicht zu Spielzeugen in der Hand der Industrie mutieren.

Klar wäre es am besten, am menschlichsten und am nachhaltigsten, wenn man "einfach" zu sich stehen und sich annehmen würde, wie man ist. Und ja, es sollte im Inneren passieren, und nicht über das Äußere. 

Da aber der Mensch eine Einheit aus Leib und Seele ist, wer will da das Innere vom Äußeren komplett und sauber trennen können? Was ist, wenn der Leidensdruck über das Äußere sich schon tief ins Innere eingegraben hat? 

Auch Feministinnen spalten sich bei diesem Thema. Manche sagen - beuge dich als Frau nicht dem Schönheitsdiktat der Gesellschaft! Steh dazu, dass du so bist, wie du bist! Andere hingegen (und ich gehöre dazu) erwidern: ich soll dazu stehen, dass ich bin, wie ich bin? Ok, dann tu ich das! Ich bin nunmal so, dass ich x und y seit jeher an mir hasse und die psychologische Ursache diesen Hasses werde ich wohl nicht mehr ändern können - und wenn es mir seit so vielen Jahren nicht gelang, meine Einstellung dazu zu ändern, dann möchte ich die Selbstbestimmung besitzen, über meinen Körper frei verfügen zu können, ohne dafür verurteilt zu werden.

Und wie steht ihr zu dem Thema? Würdet ihr an euch etwas machen lassen? Oder habt ihr schon Erfahrungen damit? 

photos: Irina

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thoughts: selber schuld

Versagen, Jammern, lamentieren und verzweifeln ist heutzutage out. Komisch nur, dass die ganze Weltliteratur voll davon ist. Anscheinend gab es früher Menschen, die zu ihren Schwächen standen, sie als Teil des Lebens akzeptierten, und damit zwar kämpften, aber daraus auch ihre Inspiration schöpfen konnten.

Du Opfer!

Schwäche gilt im 21. Jahrhundert als uncool, was am besten durch das Schimpfwort "Opfer" zum Ausdruck kommt (Gottseidank gerät aber "Opfer-Shaming" immer mehr unter Kritik). Laut (zu) vielen Menschen ist jemand, der in schwere Lebensumstände gekommen ist, daran "selber schuld". Dabei gehen sie entweder von ihrer eigenen unversehrten Situation oder von ihrer eigenen positiven Lebenseinstellung aus, die ihrer Meinung nach ihr eigener Verdienst ist, für die sie aber in den meisten Fällen schlichtweg nichts dafür können. Es gibt noch die dritte Spezies, die weder unversehrt noch positiv eingestellt ist, aber den "Pechvögeln" trotzdem die Schuld für ihr Pech gibt - aus Gedankenlosigkeit oder aus Unwillen, den Unglücklichen ihr Unglück zu gönnen (richtig gehört, zu gönnen!) à la "Mir gehts auch nicht gut, mit mir hat auch keiner Verständnis, und trotzdem lasse ich mich nicht hängen und kämpfe". Nein. Auch wenn du selbst unglücklich bist und dagegen kämpfst, musst du einsehen - alle Menschen und alle Ausgangssituationen sind einzigartig. Nur weil keiner Verständnis und Mitgefühl für deine Situation hat, musst du diese Härte nicht auch noch an andere weitergeben. Auch du hast von vielfältigen Lebenswidrigkeiten nur eine theoretische Vorstellung und kannst nur bedingt beurteilen, wie es zu schwarzen Löchern im Leben eines anderen Menschen kommen kann.

#lifegoals

Lustigerweise wird aber auch den Menschen, die in "glückliche", oder sagen wir mal, optimale Zustände hineingeboren werden, oft zugeschrieben, dass sie selbst für ihr Glück gesorgt haben. Die Reichen und Schönen dieser Welt rühmen sich mit Stärke und Willen und wenn man sie fragt, wie sie zum Erfolg kommen, sagen die Ehrlichen und Reflektierten unter ihnen "Ich hatte viel Glück", und diejenigen, die nach Wertschätzung lechzen oder aber einfach nur hohl sind, brüsten sich mit "harter Arbeit". (Natürlich ist harte Arbeit auch mit ein Bestandteil des Erfolgs, aber eher eine Voraussetzung als der einzige Grund!).

Haben wir unser Schicksal tatsächlich in der Hand?

"Selbst schuld" ist so eine Sache. Ob der Mensch tatsächlich einen freien Willen besitzt, wird in der Philosophie seit eh und je heiß diskutiert, und zwar ohne ein eindeutiges Ergebnis. Ob ein Mensch den Willen und die Kraft zur Veränderung besitzt, hängt nämlich von mannigfaltigen Umständen ab. Die Negativität entwickelt oft eine Eigendynamik, und dann kommt es auf die Mentalität des Betroffenen an. Manche haben von Geburt an einen Kampfgeist, während andere höchstens mit ihren Selbstzweifeln und Schuldgefühlen kämpfen, aber nicht mit schweren Lebensumständen. Ob man das auf Knopfdruck einfach ändern kann, wenn man zu hören bekommt "du bist selbst Herr deines Schicksals", ist höchst fragwürdig. Auch gibt es tatsächlich so etwas wie psychische Krankheiten, für die man genauso viel kann, wie beispielsweise für einen gebrochenen Fuß. Die Gratwanderung von "zu faul" über "nicht einsichtig" bis "krank" ist sehr fein und muss mit Vorsicht betrieben werden, stattdessen platzen viele Menschen wie ein Elefant in einen Porzellanladen in die Be- und Verurteilung rein, mit ihrer Überzeugung, es besser zu wissen, als einziger Berechtigung.

Was ich damit sagen will: wir haben viel weniger Einfluss auf unser Leben, als uns suggeriert wird. Wenn ich überlege, warum uns von allen Seiten zugesichert wird, dass wir alles können, wenn wir es nur wollen, habe ich das Gefühl, dass dieser Leitsatz wie ein großes Betäubungsmittel über das ganze Volk gegossen wird, damit man meint, man wäre selbstbestimmt. Denn wer sich selbstbestimmt fühlt, hat keinen Drang  mehr, sich zu befreien und ist leicht lenkbar. Mit anderen Worten: ein Sklave, der meint,  er wäre frei, wird nicht rebellieren.

Schwäche zulassen für ein besseres Miteinander

Es gibt einen Satz "Teile und herrsche". Wenn sich die Gesellschaft in "Gewinner" und "Verlierer" spaltet, ist sie leichter lenkbar. Wenn sie dagegen zusammenhalten würde, wäre sie auch immuner gegen Manipulation und könnte sich leichter gegen Missstände wehren. Die "Starken", die aus welchen Gründen auch immer Glück hatten und ihre Fähigkeiten anwenden und ausbauen konnten und sie angemessen entlohnt bekommen, fühlen sich den "Schwachen", die diese Möglichkeiten nicht hatten, überlegen und betrachten sie von oben herab mit Schadenfreude à la "Diese Assis/Hartz4-Empfänger/Ausländer etc haben es nicht besser verdient, denn sie sind selber schuld" ohne zu merken, dass sie damit sich selbst zu äußerst manipulierbaren Staatsbürgern und Arbeitskräften katapultieren. 

Man könnte natürlich auch meinen, dass "Die Starken" es ja auch gar nicht nötig haben, zu rebellieren, weil ihr Leben ja gut verläuft und sie kein Problem damit haben. Aber erstens: drei Viertel von ihnen haben tatsächlich ein Problem, allerdings ohne es zu reflektieren: sie lassen sich ausbeuten und sind sich dabei sicher, dass sie das freiwillig tun, um sich zu "verwirklichen". Das vierte Viertel besteht aus den Ausbeutern selbst - und die haben tatsächlich in dem Sinne kein Problem, aber: sie handeln nicht human. 

Für die moralische Notwendigkeit, human zu handeln, gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis. Das muss jeder für sich entscheiden. Allerdings hat sich die Menschheit mal gerühmt, sich von der Tierwelt nicht nur durch ihren Verstand abzuheben, sondern auch durch die Fähigkeit des Miteinanders trotz fehlenden Vorteils. Dieser Schritt Richtung Menschsein will von vielen erst gemacht werden.

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